Für nicht wenige Menschen sind die bevorstehende Schul- oder
Studienabschlußprüfung, oft aber auch schon Ereignisse wie die
Führerscheinprüfung, extrem angstbesetzt - ein Scheitern wird
wahrscheinlich.
Die langjährige Erfahrung mit Prüfungsangst- Patienten führte die
Autorin zu der Beobachtung, daß schwere Arbeitsstörungen vor
Prüfungen, Angst- und Panikreaktionen angesichts des bevorstehenden
Termins nicht selten Symptome einer tieferliegenden Krise sind. Sie
können unbewußte Strategien des Betroffenen sein, aus Angst vor
Identitätsverlust anstehende Entwicklungsschritte nicht zu tun,
neue Aufgaben nicht in Angriff zu nehmen. Vor diesem Hintergrund
wird es auch verständlich, daß betroffene Menschen jede beliebige
Situation als Prüfung auffassen - und mit entsprechenden
Panikreaktionen beantworten können.
Die hier dargestellten Behandlungsmöglichkeiten reichen von der
Krisenintervention, die den Klienten in kurzer Zeit
"prüfungsfähig" machen, bis hin zu tiefenpsychologisch
fundierten Langzeitbehandlungen, die die individuelle
zugrundeliegende Dynamik herausarbeiten und unbewußte Konflikte
aufdecken. Zahlreiche Fallbeispiele dokumentieren die Bandbreite
der Störung und die Interventionsmöglichkeiten des Therapeuten
eindrucksvoll.
Als Basis für das Verständnis der Thematik fließen psychodynamische
Konzeptionen, entwicklungspsychologische Gesichtspunkte sowie
aktuelle Befunde aus den Neurowissenschaften mit ein.
Christine Tabbert-Haugg, Dr. med., ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychoanalytikerin in freier Praxis und Leiterin der psychologischen Beratungsstelle der LMU-München.
Inhaltsangabe
Vorwort Klinische Einführung in die Thematik I. Physiologische und neurobiologische Grundlagen II. Psychodynamische Grundlagen 1. Allgemeines 2. Traumtheorie 2.1 Manifester Traum und Traumdiagnostik 2.2 Prüfungsangstträume 3. Entwicklungsstufen der Angst 3.1 Normale und gestörte Entwicklung 3.2 Spezielle Krankheitsbilder mit dem Symptom Angst 3.3 Arbeitsstörungen 3.3.1 Das Phänomen 3.3.2 Die Psychodynamik 4. Identität und Selbst 4.1 Einführung 4.2 Soziokulturelle und psychoanalyische Konzepte III. Differenzierung von Prüfungs- und Schwellenängsten in Bezug auf phasenspezifische Konflikte in der psychischen Entwicklung 1. Allgemeine Überlegungen 2. Adoleszenz und Spätadoleszenz 3. Protrahierte Adoleszenz 4. Reaktivierung ödipaler Konflikte 5. Reaktivierung präödipaler Konflikte 5.1 Analsadistische und masochistische Konflikte 5.2 Depressive Konflikte 5.3 Narzißtische Konflikte 5.4 Schizoid-narzisstische Konflikte 5.5 Psychotisches Störungsniveau IV. Spezifische Schwellenängste im mittleren und höheren Alter V. Möglichkeiten psychotherapeutischer Interventionen 1. Kriseninterventionen 2. Analytische Langzeittherapie 3. Gruppentherapie 4. Psychopharmakabehandlung
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