Handbuch der Psychotraumatologie

Handbuch der Psychotraumatologie

Herausgegeben von Seidler, Günter H; Freyberger, Harald J; Maercker, Andreas
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Handbuch der Psychotraumatologie

Das Referenzwerk für Fragen der Psychotraumatologie Dieses Standardwerk behandelt systematisch alle Fragen der Psychotraumatologie und liefert das Grundwissen für alle Praktiker, Wissenschaftler, Studierende und Organisationen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten.

Das Handbuch bietet eine systematische Zusammenfassung der in Forschung und Klinik gesammelten aktuellen Erkenntnisse und gibt einen einzigartigen Überblick über alle Facetten der Traumatologie - inklusive einem ausführlichem Register.

Die Autorinnen und Autoren sind führende Traumaexperten und -therapeuten.

Die 65 Kapitel befassen sich mit den Themen:

- Definition und Beschreibung der Psychotraumatologie

- Historische Entwicklung

- Krankheitsbilder

- Alle Therapiemöglichkeiten

- Traumatisierungen in bestimmten gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten

- Trauma und Justiz

- Traumafolgestörungen in forensischen Kliniken sowie bei helfenden Berufen Insbesondere wird diskutiert:

- Wie entstehen Psychotraumata?

- Welchen Verlauf können sie nehmen?

- Welche Möglichkeiten der Behandlung, Versorgung und Betreuung gibt es?

- Was sind die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Voraussetzungen? Zielgruppe:

- PsychotraumatologInnen

- PsychotherapeutInnen (insb. mit Trauma-Weiterbildung)

- PsychoanalytikerInnen / Psychiater / PsychologInnen

- Führungskräfte und Mitarbeiter in "Blaulichtberufen" und Beratungsstellen

- SozialarbeiterInnen / SeelsorgerInnen

- ErzieherInnen, insb. in Einrichtungen für Schwer- und Schwersterziehbare Studierende


Produktinformation

  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 776 S.
  • Seitenzahl: 776
  • Trauma & Gewalt
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 149mm x 53mm
  • Gewicht: 1462g
  • ISBN-13: 9783608946659
  • ISBN-10: 3608946659
  • Best.Nr.: 33415475
»Anregendes Standardwerk ... Außerdem werden Fragen zum Thema aufgeworfen: Was kann verbessert werden, was sollte in der Zukunft verstärkt betrachtet werden und wissenschaftlich untersucht werden? Für jeden (künftigen) Profi jeglicher Spezialisierung ist in jedem Hauptkapitel etwas dabei, das seine fachliche Kompetenz erweitern und seine praktische Arbeit anregen wird ... Alles in allem kann man dieses Buch als anregendes Standardwerk empfehlen.« Frank Baßfeld, Deutsches Ärzteblatt, Juni 2012 »Das Buch ist durchgängig gut lesbar und hat eine übersichtliche Struktur, die durch das Layout unterstützt wird ... Tabellen, Definitionen, Fallbeispiele, Überblicke über mögliche Interventionen, Zusammenfassungen und Statements mit wichtigen Informationen sind optisch hervorgehoben und erhöhen die Effizienz beim Durcharbeiten ... Das Buch ist ein längst fälliges Standartwerk der Psychotraumatologie und deckt sehr viele Bereiche ab ... Stärken des Buches sind in der Fülle der therapeutischen Ansätze zu sehen sowie auch in den vielen Ereignisfolgen und der Themenbreite bis hinein in die Forensik. Ebenso fallen die Vielfältigkeit der Methoden und die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten positiv auf ... Das Buch lohnt sich sehr für Psychotherapeuten, vor allem für Traumatherapeuten und für Klinische Psychologen in der notfallpsychologischen Versorgung. Das Buch ist sowohl für Ausbildung als auch für Praktiker konzipiert. Es ist ein großer Gewinn für die praktische Arbeit.« Dr. Juliana Matt, Report Psychologie, Februar 2013 »Dieses Handbuch ... sollte seinen festen Platz finden in den Bibliotheken all derer, die - sei dies in Beratung, Therapie oder Seelsorge, Erziehungs-, Personal- oder Gesundheitswesen, in Organisationen, öffentlicher Verwaltung oder Justiz - mit Menschen zu tun haben, die traumatische Erfahrungen machen mussten.« Ulrike Fell, Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung, Juni 2012 »Im wohl umfassendsten "Handbuch der Psychotraumatologie", das man sich vorstellen kann, sind nahezu alle Felder, Verstehensansätze, Krankheitsbilder, Kontexte und Therapieformen rund ums Thema enzyklopädisch, auf aktuellem Stand und vielfältig erfasst. Der Mordfeldzug der Nazis gegen die Juden wird ebenso thematisiert wie die einschneidenden Erfahrungen der Kriegsteilnehmer.« Norbert Copray, Publik-Forum, 27.01.2012 »Geballtes Fachwissen! 80 fundierte Beiträge von Traumaexperten! ... Das Handbuch zeichnet sich neben seiner inhaltlichen Dichte und Ausführlichkeit durch eine übersichtliche Gliederung und eine schnörkellose Sprache ... Wer sich mit dem Gebiet der Psychotraumatologie wissenschaftlich oder klinisch auseinandersetzen möchte, dem sei dieses fachkundige, gründlich recherchierte Sammelwerk ans Herz gelegt. In diesem Sinn ist es vor allem für Traumatologen, Psychotherapeuten und -analytiker, Psychiater, Sozialarbeiter und Erzieher sowie als Lehrbuch für Studierende geeignet.« Miriam Berger, Gehirn&Geist, Januar 2012 »Ein Handbuch der Psychotraumatologie, das in eher lexikalischer Manier auch randständige Themen aus dem Komplex abhandelt, ohne dem Mainstream unkritisch zu applaudieren. Der finanzielle Aufwand lohnt und dürfte sobald auch nicht überboten werden. Auch für Anfänger, die sich in das Thema einarbeiten wollen, gut geeignet.« Wolfgang Jergas, socialnet.de, 03.02.2012

"Anregendes Standardwerk ... Außerdem werden Fragen zum Thema aufgeworfen: Was kann verbessert werden, was sollte in der Zukunft verstärkt betrachtet werden und wissenschaftlich untersucht werden? Für jeden (künftigen) Profi jeglicher Spezialisierung ist in jedem Hauptkapitel etwas dabei, das seine fachliche Kompetenz erweitern und seine praktische Arbeit anregen wird ... Alles in allem kann man dieses Buch als anregendes Standardwerk empfehlen." Frank Baßfeld, Deutsches Ärzteblatt, Juni 2012 "Das Buch ist durchgängig gut lesbar und hat eine übersichtliche Struktur, die durch das Layout unterstützt wird ... Tabellen, Definitionen, Fallbeispiele, Überblicke über mögliche Interventionen, Zusammenfassungen und Statements mit wichtigen Informationen sind optisch hervorgehoben und erhöhen die Effizienz beim Durcharbeiten ... Das Buch ist ein längst fälliges Standartwerk der Psychotraumatologie und deckt sehr viele Bereiche ab ... Stärken des Buches sind in der Fülle der therapeutischen Ansätze zu sehen sowie auch in den vielen Ereignisfolgen und der Themenbreite bis hinein in die Forensik. Ebenso fallen die Vielfältigkeit der Methoden und die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten positiv auf ... Das Buch lohnt sich sehr für Psychotherapeuten, vor allem für Traumatherapeuten und für Klinische Psychologen in der notfallpsychologischen Versorgung. Das Buch ist sowohl für Ausbildung als auch für Praktiker konzipiert. Es ist ein großer Gewinn für die praktische Arbeit." Dr. Juliana Matt, Report Psychologie, Februar 2013 "Dieses Handbuch ... sollte seinen festen Platz finden in den Bibliotheken all derer, die - sei dies in Beratung, Therapie oder Seelsorge, Erziehungs-, Personal- oder Gesundheitswesen, in Organisationen, öffentlicher Verwaltung oder Justiz - mit Menschen zu tun haben, die traumatische Erfahrungen machen mussten." Ulrike Fell, Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung, Juni 2012 "Im wohl umfassendsten Handbuch der Psychotraumatologie , das man sich vorstellen kann, sind nahezu alle Felder, Verstehensansätze, Krankheitsbilder, Kontexte und Therapieformen rund ums Thema enzyklopädisch, auf aktuellem Stand und vielfältig erfasst. Der Mordfeldzug der Nazis gegen die Juden wird ebenso thematisiert wie die einschneidenden Erfahrungen der Kriegsteilnehmer." Norbert Copray, Publik-Forum, 27.01.2012 "Geballtes Fachwissen! 80 fundierte Beiträge von Traumaexperten! ... Das Handbuch zeichnet sich neben seiner inhaltlichen Dichte und Ausführlichkeit durch eine übersichtliche Gliederung und eine schnörkellose Sprache ... Wer sich mit dem Gebiet der Psychotraumatologie wissenschaftlich oder klinisch auseinandersetzen möchte, dem sei dieses fachkundige, gründlich recherchierte Sammelwerk ans Herz gelegt. In diesem Sinn ist es vor allem für Traumatologen, Psychotherapeuten und -analytiker, Psychiater, Sozialarbeiter und Erzieher sowie als Lehrbuch für Studierende geeignet." Miriam Berger, Gehirn&Geist, Januar 2012 "Ein Handbuch der Psychotraumatologie, das in eher lexikalischer Manier auch randständige Themen aus dem Komplex abhandelt, ohne dem Mainstream unkritisch zu applaudieren. Der finanzielle Aufwand lohnt und dürfte sobald auch nicht überboten werden. Auch für Anfänger, die sich in das Thema einarbeiten wollen, gut geeignet." Wolfgang Jergas, socialnet.de, 03.02.2012
Prof. Dr. med. Günter H. Seidler ist Leiter der Sektion Psychotraumatologie im Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg. Er begann seine Laufbahn als Neurochirurg. Er ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Psychoanalytiker und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Gruppen-Lehranalytiker (DAGG), Lehrtherapeut und -analytiker und EMDR-Supervisor.

Der Vorentwurf zu seinem ersten Buch ("Der Blick des Anderen. Eine Analyse der Scham") wurde 1989 mit dem Förderpreis der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft) ausgezeichnet. Dessen amerikanische Ausgabe avancierte in Trauma-orientierten Kreisen der Psychotherapieszene in den USA zum Kultbuch. Die empirische Überprüfung des dort entwickelten Konstruktes in seiner Habilitationsschrift ("Stationäre Psychotherapie auf dem Prüfstand. Intersubjektivität und gesundheitliche Besserung", 1999) wurde mit dem "Forschungspreis Psychotherapie in der Medizin" ausgezeichnet. Seine Befunde veranlassten ihn zu einem Paradigmawechsel, und er wandte sich der Psychotraumatologie zu.

Günter H. Seidler ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder".

Günter Seidler hat zahlreiche wissenschaftliche Projekte zu den Folgen individueller Gewalt und zu Großschadensereignissen sowie zur Therapieentwicklung durchgeführt, ist Berater verschiedener Ministerien im In- und Ausland und gilt international als einer der führenden Psychotraumatherapeuten. In seiner praktischen Arbeit verbindet er eine wissenschaftliche Orientierung mit Kompetenzen in zahlreichen Therapieverfahren und mit eigenen Ansätzen. Er ist Mitglied und Funktionsträger in mehreren internationalen Trauma-Fachgesellschaften, insbesondere in WADEM (World Association for Disaster and Emergency Medicine), und war in vielen internationalen Großschadensfällen tätig. Sein letztes Buch (Hrg.; mit W. U. Eckart, 2005) zur Psychotraumatologie galt der Verbindung von klinischen Fragestellungen mit historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen: "Verletzte Seelen. Möglichkeiten und Perspektiven einer historischen Traumaforschung". Seine Forschungsschwerpunkte sind: Historische Traumaforschung, Akut-Psychotraumatologie, Entwicklung traumaadaptierter Therapieverfahren und Großschadensereignisse.

Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger ist seit 1997 C4-Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Greifswald und Direktor der am Hanse-Klinikum Stralsund ausgelagerten Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Er studierte Humanmedizin in Hamburg und Zürich und promovierte 1986 über eine einzelfallstatistische psychophysiologische Psychotherapiestudie. Nach Absolvierung der Facharztweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Lübeck war er dort als klinischer Oberarzt tätig und habilitierte 1995 zu diagnostischen Fragestellungen. In seiner psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Ausbildung erfolgte eine Schwerpunktsetzung durch die Arbeitsgemeinschaft für die Psychoanalyse in Gruppen. Zwischen 1996 und 1997 war er als leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn beschäftigt.

Die Forschungsschwerpunkte betreffen einerseits diagnostische und epidemiologische Fragestellungen. So war er beispielsweise an der Entwicklung und empirischen Überprüfung der ICD-10 und des multiaxialen Systems der Operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD) in Deutschland beteiligt und nahm an einer Reihe internationaler Koordinationstreffen zwischen den task forces von ICD-10 und DSM-IV teil. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen die Zusammenhänge zwischen Traumatisierung und Dissoziation, die gesundheitlichen Konsequenzen von politischer Verfolgung sowie die experimentelle Psychopathologie.

Harald J. Freyberger ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder".

Harald Freyberger ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zur operationalisierten psychiatrischen und psychodynamischen Diagnostik und hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Buchbeiträge publiziert. Er ist Mitherausgeber des "Kompendiums für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin" und des "Fragebogens dissoziativer Symptome (FDS)". Er arbeitet u.a. im Editorial Board der Zeitschriften "Psychotherapy and Psychosomatics" und "European Addiction Research" und gibt die Zeitschriften "Psychodynamische Psychotherapie" und "Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie" mit heraus.

Prof. Dr. phil. Dr. med. Andreas Maercker ist Ordinarius am Psychologischen Institut der Universität Zürich und leitet dort die Fachrichtung Psychopathologie und Klinische Intervention. Er studierte Medizin und Psychologie in Halle/Saale und Berlin. 1994 erfolgte ein einjähriger Forschungsaufenthalt an der University of California, San Francisco. 1998 habilitierte er sich an der Technischen Universität Dresden zum Thema "Posttraumatische Belastungsstörungen: Psychologie der Extrembelastungsfolgen: bei Opfern politischer Gewalt".

Er zählt zu den führenden internationalen Traumaforschern. Im Bereich der Trauma- und PTBS-Forschung beschäftigte sich seine Arbeitsgruppe u.a. mit der Kombination therapeutischer Techniken und deren Wirksamkeitsnachweisen, mit posttraumatischer Reifung (posttraumatic growth), Resilienzfaktoren wie der sozialen Anerkennung als Traumaopfer, der Medienwirkung auf Traumatisierte sowie dem Thema Ärger und Racheimpulse bei Traumaüberlebenden. Ein zweiter Schwerpunkt seiner Forschung und therapeutischen Arbeit sind die Alterspsychotherapie, insbesondere Patienten mit Depressionen, Komplizierter Trauer und die Frühstadien von Demenz.

Harald J. Freyberger ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder".

Andreas Maercker ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zu Posttraumatischen Belastungsstörungen: "Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörungen" (2. Aufl., 2004), "Psychotherapie der Posttraumatischen Belastungsstörungen: störungsspezifisch und schulenübergreifend" (2006), "PTSD: A Lifespan Developmental Perspective" (1999), "Psychotraumatologie" (mit U. Ehlert, 2002). Dazu veröffentlichte er mit seiner Arbeitsgruppe über 150 wissenschaftliche Fachartikel und Buchbeiträge in den Bereichen der Traumafolgenforschung und Alterspsychotherapie. Andreas Maercker war Mitbegründer und Präsident der "Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)" und ist Vorstandsmitglied von Fachgesellschaften wie der "International Society of Traumatic Stress Studies". Sein Wirken wurde 2004 mit dem Preis der "Margit-Egner-Stiftung für anthropologische und humanistische Psychologie" ausgezeichnet. Er ist Mitorganisator des postgradualen Studiengangs "Psychotraumatologie" an der Universität Zürich.

Leseprobe zu "Handbuch der Psychotraumatologie"

"2. Theorien zum Verständnis von Dissoziation
2.1 Einleitung
Als Hauptmerkmal der Dissoziation und der korrespondierenden dissoziativen Störungen beschreibt das DSM-IV-TR "eine Unterbrechung der normalerweise integrativen Funktionen des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität oder der Wahrnehmung der Umwelt". Die ICD-10 weitet die Desintegration auch auf die neurophysiologischen Systeme der Motorik, Sensibilität und Sensorik aus. Alternative Ansätze konzipieren Dissoziation als Gegenteil von Assoziation und damit als Trennung von Wahrneh
Tab. 1: Übersicht zu den Bedeutungsfeldern der Dissoziation (nach Cardena, 1994) I. Dissoziation als nicht bewusste oder nicht integrierte mentale Module oder Systeme
A. Dissoziation als fehlende bewusste Perzeption von Wahrnehmungsreizen oder von Verhalten Registrieren subliminaler Stimuli automatisierte motorische Handlungen
B. Dissoziation als Koexistenz getrennter mentaler Systeme, die normalerweise im phänomenalen Bewusstsein integriert sind zustandsabhängige Amnesie zustandsabhängiges Lernen Existenz des versteckten Beobachters in Hypnoseexperimenten
C. Dissoziation als Inkonsistenz der Verhaltens- und Wahrnehmungsebene und der Körperkontrolle "repressiver" Copingstil mit mangelnder Übereinstimmung zwischen verbalem Bericht und objektivierbarer körperlicher Reaktionslage Hypnose Konversionssyndrome
II. Dissoziation als verändertes Bewusstsein mit einer Entfremdung von Selbst und Umwelt Depersonalisation und Derealisation Ekstaseerlebnisse, mystische Erfahrungen autoskopische Phänomene
III. Dissoziation als Abwehrmechanismus funktionale Abwehr oder grundlegender mentaler Rückzugsmodus vor einer überwältigenden physiologischen oder psychologischen Bedrohung
mungs- und Gedächtnisinhalten im Alltagsbewusstsein (Ross, 1997). Diese Aufzählung heterogener De?nitionen die problemlos zu erweitern wäre verdeutlicht, dass sich das Konstrukt der Dissoziation "nach wie vor einer klaren begrif?ichen Bestimmung" entzieht (Kapfhammer, 2008). Bereits 1994 machte Cardena auf die "semantische Offenheit" des Begriffs aufmerksam und arbeitete die vielfältigen Bedeutungsfelder des Dissoziationsbegriffs heraus, der einerseits deskriptiv, andererseits erklärend verwandt wird. Seine Systematik ist zusammenfassend in Tabelle 1 (S. 22) dargestellt.
Cardena (1994) plädiert dringend dafür, Phänomene, die aufgrund neurophysiologischer Voraussetzungen per se nicht bewusstseinsfähig sind (Punkt I.A), nicht unter dem Terminus Dissoziation zu subsumieren. Mit Blick auf die Phänomenologie können auf der Grundlage der Operationalisie rungen des Dissoziationsbegriffs des DSMIV-TR und der ICD-10 dissoziative Funktionsauffälligkeiten klinisch systematisiert wer den (Spitzer et al., 2004; vgl. Tab. 2)...."

Inhaltsangabe

Aus dem Inhalt:
Ulrich Venzlaff Nestor und Wegbereiter der Psychotraumatologie 11 Hellmuth Freyberger und Harald J. Freyberger
A Das Gegenstandsfeld der Psychotraumatologie: De?nition und Beschreibung 1. Trauma und Gedächtnis 15 Anke Kirsch, Tanja Michael und Johanna Lass-Hennemann
2. Theorien zum Verständnis von Dissoziation 22 Carsten Spitzer, Dennis Wibisono und Harald J. Freyberger
3. Psychologische Theorien zum Verständnis der Posttraumatischen Belastungsstörung 38 Andrea B. Horn und Andreas Maercker
4. Psychoneuroendokrinologische Befunde zum Verständnis der Posttraumatischen Belastungsstörung 50 Nicole Schlosser, Katja Wingenfeld, Carsten Spitzer und Martin Driessen
5. Neurobiologische Theorien zum Verständnis der Posttraumatischen Belastungsstörung 61 Peter Klaver
6. Risikofaktoren, Resilienz und posttraumatische Reifung 73 Laura Pielmaier und Andreas Maercker
7. Transgenerationale Traumatransmission am Beispiel der Überlebenden des Holocaust 83 Hellmuth Freyberger und Harald J. Freyberger
8. Geschlechtsspezi?sche Aspekte der Posttraumatischen Belastungsstörung 92 Carsten Spitzer, Katja Wingenfeld und Harald J. Freyberger
B Die Traumatheorie in den Hauptschulen der Psychotherapie historische Entwicklung 1. Die Traumatheorie in der Psychoanalyse 107 Werner Bohleber
2. Posttraumatische Belastungsstörung und Verhaltenstherapie 118 Anke Weidmann
3. Die Traumatheorie in der Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers 127 Jochen Eckert und Eva-Maria Biermann-Ratjen
4. Trauma und Systemische Therapie 134 Reinert Hanswille 7
5. Die Posttraumatische Belastungsstörung und die Anpassungsstörungen in ICD-10 und DSM-IV 144 Harald J. Freyberger und Rolf-Dieter Stieglitz ...

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