Im Jahr 1930 wurde sein Werk Das Unbehagen in der Kultur
fertiggestellt. Darin holt Freud zur Abwehr der Politisierung der
Psychoanalyse weit aus und spürt unter anderem der Frage nach,
warum Menschen oft eine Abneigung gegen ihre eigene Kultur hätten.
Er folgert, dass jede Kultur dazu zwinge, bestimmte Triebe
einzuschränken. Der Mensch lebe in seinen Kulturen immer in einem
partiellen Widerspruch zu seiner biologischen Veranlagung. Im Jahr
1933 wurde die Schrift Warum Krieg?, die in Zusammenarbeit zwischen
Freud und Albert Einstein entstand, veröffentlicht. Einstein hatte
Freud zum Gedankenaustausch aufgefordert, wie das Verhängnis des
Krieges von den Menschen abzuwehren sei.
Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Medizin wandte er sich während eines Studienaufenthalts in Paris, unter dem Einfluss J.-M. Charcots, der Psychopathologie zu. Anschließend beschäftigte er sich in der Privatpraxis mit Hysterie und anderen Neurosenformen. Er begründete die Psychoanalyse und entwickelte sie fort als eigene Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeine, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassende Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb.
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