Das Buch beschreibt auf gleichsam mikropsychologische Weise die
innere Arbeitsweise des Analytikers vor dem Hintergrund unbewusster
Ängste, Schuld- und Schamgefühle. Das Durcharbeiten dieser
"phobischen Position" wird zu seiner zentralen Aufgabe
und ist Voraussetzung einer förderlichen analytischen Arbeit mit
dem Patienten.
Die psychoanalytisch-therapeutische Situation wird in der
gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zunehmend in ihrem
bipersonalen Beziehungscharakter verstanden und reflektiert. Der
lange Zeit eher unterschätzte Beitrag des Analytikers zur
Gestaltung, Entwicklung, aber auch zur Blockierung dieser Beziehung
rückt stärker ins Zentrum des Interesses. Zwiebel zeigt, dass
innere Vorgänge beim Analytiker von Konflikten und Defiziten
beeinflusst und beeinträchtigt sein können. Sie tragen zum
defensiven Umgang des Analytikers in der analytischen Situation bei
und verdichten sich manchmal zu einer phobischen Position, die den
Therapieverlauf und damit die Entwicklung des Patienten
blockiert.
Das Buch reflektiert die Erfahrungen des Autors von über 30 Jahren
klinisch-psychoanalytischer Praxis. Es beschreibt sehr detailliert
mit klinischen Illustrationen die innere Arbeitsweise des
Analytikers, seine verschiedenen, aber im Kern widersprüchlichen
Haltungen, Aufgaben und Funktionen, sowie die von Ängsten
determinierte phobische Position. Es mündet in dem Postulat einer
unermüdlich notwendigen Durcharbeitung der zentralen Angst,
Psychoanalytiker zu werden, zu sein und zu bleiben.
Ralf Zwiebel, Prof. Dr. med., Psychoanalytiker und Lehranalytiker am Alexander-Mitscherlich-Institut Kassel (DPV, IPV), war geschäftsführender Direktor des Instituts für Psychoanalyse und Professor für Psychoanalytische Psychologie an der Universität Kassel. Er ist in eigener psychoanalytischer Praxis tätig.
II. Über die seelische Arbeit des Analytikers in der analytischen Situation 1. Einleitung 2. Über die analytische Position, oder: Ein Ort der Ortlosigkeit 3. Über professionelle Selbstreflexion, oder: Das Konzept des "Inneren Analytikers" 4. Über problematische Situationen, oder: Der "gestörte" Analytiker 5. Transformation durch multiple Bifokalität, oder: Das interkontextuelle Denken
III. Über die Rolle der Angst in der seelischen Arbeit des Analytikers 1. Einleitung 2. Kontexte der Angst 3. Die innere Arbeitsweise aus der Sicht der Konfliktdynamik, oder: Der "gehemmte" Analytiker 4. Die Bedeutung des "Spiel- und Freiraums", oder: Der "verletzte" Analytiker 5. Identitätstheoretische Perspektive und die innere Arbeitsweise, oder: Das drohende "Verschwinden" des Analytikers
IV. Von der Angst, Psychoanalytiker zu sein: Das Durcharbeiten der phobischen Position
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