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Joseph Czapski 

Proust

Proust - Czapski, Joseph

Vorträge im Lager Grjasowez. Nachw. v. Lore Ditzen

Aus d. Französ. v. Barbara Heber-Schärer

  • Einband: Kartoniert/Broschiert
  • Broschiertes Buch 
 
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Perlentaucher-Notizen
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Produktinformation
  • Verlag: Friedenauer Presse
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 92 S., 3 Farbtaf.
  • Seitenzahl: 92
  • Wolffs Broschur
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 124mm x 14mm
  • Gewicht: 110g
  • ISBN-13: 9783932109478
  • ISBN-10: 3932109473
  • Best.Nr.: 20843603

Produktbeschreibung zu "Proust"

Beschreibung

Die Lebensgeschichte des Malers und Schriftstellers Joseph Czapski (1896-1993) würde, schrieb sein Freund Manès Sperber, "in einem Europäischen Testament ein höchst aufschlußreiches Kapitel ergeben." In Prag als Kind einer österreichisch-polnischen Familie geboren, bei Minsk mehrsprachig aufgewachsen, studierte er in Petersburg, Warschau, Krakau und Paris Malerei. Er wurde zum engagierten Zeugen dreier Kriege - des Ersten und Zweiten Weltkrieges und des polnisch-russischen Krieges 1920 -, teils als Soldat, teils mit der Suche nach verschwundenen polnischen Kriegsgefangenen beauftragt. Über seine Nachforschungen - und ihre Ergebnisse, die er lange nicht glauben wollte: die Verschleppung und Ermordung von ca. 15.000 Soldaten, die in den Wäldern von Katyn und in den hintersten Winkeln Sibiriens umgebracht worden waren - berichtete er in dem Buch Unmenschliche Erde.Nach dem Krieg kehrte er nicht nach Polen zurück, er blieb in Paris, wo er zu den maßgeblichen Köpfen um die polnische Exilzeitschrift Kultura gehörte und als Maler internationale Anerkennung fand. "Man bewunderte dreierlei an ihm: den Maler, den Schriftsteller und den Menschen ob seiner Geradlinigkeit, Intelligenz und Güte. Jeder, der ihm begegnete, wußte sofort, daß er es mit einem der Gerechten zu tun hat." Adam Zagajewski "Dieses kleine Buch zeigt einen großen Proust-Kenner....Seine Vorträge über Die Suche nach der verlorenen Zeit diktierte er im Winter 1940/41 in einem sowjetischen Lager heimlich. Das Ergebnis: eine luzide Proust-Einführung eines Tolstoi-Lesers und Stalinopfers." Lothar Müller, SZ
Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

06.12.2006

Die unglaublichen Umstände, unter denen diese Vorträge in einem sibirischen Kriegsgefangenenlager entstanden sind, beeindrucken Ina Hartwig ebenso wie die "prickelnde Entschiedenheit", mit der Joseph Czapski rein aus dem Gedächtnis Proust und dessen "Suche nach der verlorenen Zeit" analysiert. Czapski verteidige Proust gegen seine Kritiker, die ihm Snobismus und in Gestalt von Walter Benjamin "Mikroskopismus" vorwerfen. Vielmehr betone Czapski - und da kann Hartwig nur entschieden zustimmen - den "Scharfsinn und die Nüchternheit" des französischen Autors. Nur mit etwaigen Zensurauflagen kann sich Hartwig aber Czapskis Vernachlässigung des bei Proust doch gewichtigen Themas Antisemitismus erklären. Mit dem Vortrag und der "feinen, klaren, unprätentiösen Sprache" dagegen ist sie vollauf zufrieden.

© Perlentaucher Medien GmbH

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