Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - Proust, Marcel

Marcel Proust 

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Die Gefangene

Herausgeber: Keller, Luzius / Übersetzer: Rechel-Mertens, Eva
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Produktbeschreibung zu Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Marcel, der am Ende von "Sodom und Gomorrha" beschlossen hat, Albertine zu heiraten, nimmt sie nun zu sich nach Hause und hält sie vor den Augen der Welt versteckt. Sehr bald stellt er jedoch fest, dass mit dieser Gefangennahme die Liebe einer Eifersucht weicht, die ihn zum eigentlichen Gefangenen macht. Anders als Swann erkennt Marcel zwar die Mechanismen dieser Eifersucht, kann sich aber nicht von ihr befreien. Statt dessen werden Sehnsüchte nach anderen Frauen wach, nach neuen Reisen.
"Der Gefangene" ist der erste Band der "Recherche", der nach dem Tod Prousts 1923 vom Bruder des Autors herausgegeben wurde.

Produktinformation


  • Bd.5
  • Verlag: Suhrkamp
  • 2004
  • Frankfurter Ausgabe.
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 695 S.
  • Seitenzahl: 697
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3645
  • Best.Nr. des Verlages: 45645
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 108mm x 24mm
  • Gewicht: 352g
  • ISBN-13: 9783518456453
  • ISBN-10: 3518456458
  • Best.Nr.: 12801980
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.02.1997

Der wasserdichte Abendanzug
Proust auf deutsch: Was die revidierte Übersetzung leistet · Von Friedmar Apel

Die Geschichte des deutschen Proust, man erfährt es in der Monographie der Berliner Übersetzerin Nathalie Mälzer, ist kurz und sonderbar. Sie begann mit einem Desaster: 1922 erwarb der ambitionierte Kleinverlag "Die Schmiede" die Proust-Rechte und beauftragte den jungen Altphilologen Rudolf Schottlaender mit der Übersetzung des ersten Bandes. Unter dem Titel "Unterwegs zu Swann" lag er 1926 vor. In verdächtig kurzer Frist erschien dazu in der "Literarischen Welt" eine vernichtende, pedantische Kritik des legendären Romanisten Ernst Robert Curtius, die das Urteil, das Werk Prousts sei "vom Verdeutscher übel zugerichtet worden", auf eine Liste gründete, die den Übersetzer mangelnder Französischkenntnisse und stilistischer Unfähigkeit überführen sollte. Curtius freilich hatte sich zuvor dem Verlag vergeblich als Übersetzer Prousts angedient und war so als Rezensent eigentlich nicht sehr schicklich. Von Hermann Hesse bis Thomas Mann gab es bald auch andere Meinungen über Schottlaenders Text, die jedoch niemand öffentlich kundtat. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.08.2010

Ewigkeitswert für einen Augenblick
Das Hörbuch: Es ist vollbracht – Peter Matic hat Marcel Prousts „Die wiedergefundene Zeit“ eingelesen
Weil alles seine Zeit hat, kommt nun auch diese an ihr Ende. Nach 9380 Minuten, festgehalten auf 128 CDs, nach 156 Stunden und 20 Minuten also oder sechseinhalb ununterbrochenen Tagen, mündet die erste komplette Lesung der „Recherche du temps perdu“ in das Wort, mit dem alles begann, das Wort namens Zeit. Diese und der Weltkrieg, der Erzähler und der Baron von Charlus sind die vier Hauptdarsteller des letzten, ausreichend monumentalen Teils „Die wiedergefundene Zeit“. Peter Matic liest ihn mit derselben noblen Geschmeidigkeit, derselben zurückhaltenden, leicht austriakisch eingefärbten Akkuratesse, die bereits während der 137 Stunden zuvor die „Landschaften unseres Lebens“ und deren innere Geographie plastisch auferstehen ließen.
Wie bannt man das Ich, wie fasst man die Zeit? Marcel Proust schichtet das Thema der „Recherche“ hier neu ineinander, greift sämtliche Themen und Tonlagen noch einmal auf, um sie in einem letzten Entschluss aufzuheben. Der bisher nicht durch sein Agieren, sondern sein …

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Eifersucht und Einsamkeit Die Gefangene ist Teil von Prousts Lebenswerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Der Ich-Erzähler berichtet darin u. a. von seinem Versuch, seine lebenslange Schreibblockade zu überwinden und seinem müßigen Leben einen Sinn zu verleihen. In diesem fünften von sieben Bänden kommt er seinem Ziel keinen Zentimeter näher, ganz im Gegenteil: Von morgens bis abends hockt er in seinem stickigen Pariser Zimmer und zermartert sich das Hirn über seine aussichtslose Beziehung zu Albertine. Er hat sie bei sich einziehen lassen, vor allem damit er sie auf Schritt und Tritt überwachen kann. Die Mutmaßungen über ihre lesbischen Eskapaden machen ihn zwar rasend – doch ohne diesen Verdacht langweilt er sich tödlich mit ihr. Proust schuf mit diesem klaustrophobischen Eifersuchtsdrama eine Art Vorläufer des existenzialistischen französischen Beziehungsfilms: Zwei Menschen, auf engem Raum miteinander eingesperrt, machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle und steuern mit schlafwandlerischer Sicherheit am Happy End vorbei. Prousts Figuren sind letztlich zur Einsamkeit verdammt – wir dürfen sie uns als moderne Menschen vorstellen!
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Marcel Proust, geb. am 10. Juli 1871 in Auteuil, starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' ist zu einem Mythos der Moderne geworden. Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem nur vermeintlich müßigen Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. 'In Swanns Welt', der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band 'Im Schatten junger Mädchenblüte' wurde Proust 1919

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