Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, 3 Bde. - Proust, Marcel

Marcel Proust 

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, 3 Bde.

In Swanns Welt - Im Schatten junger Mädchenblüte; Die Welt der Guermantes - Sodom und Gomorra; Die Gefangene - Die Entflohene - Die wiedergefundene Zeit

Aus d. Französ. v. Eva Rechel-Mertens
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Produktbeschreibung zu Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, 3 Bde.

Hauptthemenkomplexe sind Zeit, Liebe, Gesellschaft und Kunst. Das subjektive Wesen der Zeit, das der Erzählverlauf nachzeichnet, manifestiert sich in der nicht erzwingbaren, durch Sinneseindrücke ausgelösten glückhaften >>unwillkürlichen Erinnerung<<. Am berühmtesten ist die Episode um den wiedererkannten Geschmack eines in Tee getauchten Madeleine-Gebäcks. Die Liebe basiert primär auf dem willkürlichen Bedürfnis des Einzelnen, das sich auf einen beliebigen Gegenstand richtet, weshalb auch Freundschaft letztlich unmöglich bleibt. Verlangen wird indirekt, durch Eifersucht, erzeugt; daher sind alle Beziehungen auf Dauer unglücklich. Erotik ist oft durch Homosexualität verkörpert, von der bloßen >>Inversion<< bis zum Sadomasochismus. Nicht ohne satirische Distanz werden die Spielregeln der großen Welt geschildert, deren Falschheit besonders in der Dreyfus-Affäre zum Vorschein kommt. Ein riesiges Personeninventar, das sich aus dem Großbürgertum und dem adligen Faubourg Saint-Germain, aber ebenso der Welt der Domestiken zusammensetzt, wird in einem sich auch technisch verändernden Paris über mehrere Tausend Seiten vorgestellt. Das Panorama der meist impressionistischen Künste und ihrer Vertreter um die Jahrhundertwende schließlich wird vor allem für das Theater, die Musik, die Malerei und die Literatur repräsentiert durch die in den Salons mehr oder minder respektierten Künstler. Das Erleben ihrer Werke reflektiert sich in der nuancenreichen Sprache und den tiefen Reflexionen des Erzählers, der einer regelrecht platonischen Kunstmetaphysik huldigt: Angesichts des Zerstörungswerks der Zeit überlebt der Künstler in seinem Werk.

Produktinformation


  • Verlag: Suhrkamp
  • 2000
  • 2000.
  • Ausstattung/Bilder: 4195 S.
  • Seitenzahl: 4224
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3209
  • Best.Nr. des Verlages: 39709
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 140mm x 119mm
  • Gewicht: 2465g
  • ISBN-13: 9783518397091
  • ISBN-10: 3518397095
  • Best.Nr.: 08934542
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.02.1997

Der wasserdichte Abendanzug
Proust auf deutsch: Was die revidierte Übersetzung leistet · Von Friedmar Apel

Die Geschichte des deutschen Proust, man erfährt es in der Monographie der Berliner Übersetzerin Nathalie Mälzer, ist kurz und sonderbar. Sie begann mit einem Desaster: 1922 erwarb der ambitionierte Kleinverlag "Die Schmiede" die Proust-Rechte und beauftragte den jungen Altphilologen Rudolf Schottlaender mit der Übersetzung des ersten Bandes. Unter dem Titel "Unterwegs zu Swann" lag er 1926 vor. In verdächtig kurzer Frist erschien dazu in der "Literarischen Welt" eine vernichtende, pedantische Kritik des legendären Romanisten Ernst Robert Curtius, die das Urteil, das Werk Prousts sei "vom Verdeutscher übel zugerichtet worden", auf eine Liste gründete, die den Übersetzer mangelnder Französischkenntnisse und stilistischer Unfähigkeit überführen sollte. Curtius freilich hatte sich zuvor dem Verlag vergeblich als Übersetzer Prousts angedient und war so als Rezensent eigentlich nicht sehr schicklich. Von Hermann Hesse bis Thomas Mann gab es bald auch andere Meinungen über Schottlaenders Text, die jedoch niemand öffentlich kundtat. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.08.2010

Ewigkeitswert für einen Augenblick
Das Hörbuch: Es ist vollbracht – Peter Matic hat Marcel Prousts „Die wiedergefundene Zeit“ eingelesen
Weil alles seine Zeit hat, kommt nun auch diese an ihr Ende. Nach 9380 Minuten, festgehalten auf 128 CDs, nach 156 Stunden und 20 Minuten also oder sechseinhalb ununterbrochenen Tagen, mündet die erste komplette Lesung der „Recherche du temps perdu“ in das Wort, mit dem alles begann, das Wort namens Zeit. Diese und der Weltkrieg, der Erzähler und der Baron von Charlus sind die vier Hauptdarsteller des letzten, ausreichend monumentalen Teils „Die wiedergefundene Zeit“. Peter Matic liest ihn mit derselben noblen Geschmeidigkeit, derselben zurückhaltenden, leicht austriakisch eingefärbten Akkuratesse, die bereits während der 137 Stunden zuvor die „Landschaften unseres Lebens“ und deren innere Geographie plastisch auferstehen ließen.
Wie bannt man das Ich, wie fasst man die Zeit? Marcel Proust schichtet das Thema der „Recherche“ hier neu ineinander, greift sämtliche Themen und Tonlagen noch einmal auf, um sie in einem letzten Entschluss aufzuheben. Der bisher nicht durch sein Agieren, sondern sein …

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Marcel Proust, geb. am 10. Juli 1871 in Auteuil, starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' ist zu einem Mythos der Moderne geworden. Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem nur vermeintlich müßigen Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. 'In Swanns Welt', der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band 'Im Schatten junger Mädchenblüte' wurde Proust 1919

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Kundenbewertungen zu "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, 3 Bde."

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Frank aus Hamburg am 09.10.2001 ***** ausgezeichnet
Ich muss zugeben, mir dieses Mammutwerk nur aus einer Laune heraus, ohne groß etwas darüber zu wissen, gekauft zu haben.
Nach vier Wochen des Lesens bin ich bei Seite 1.000 angelangt und ratlos. Fragt mich jemand, was mich so sehr daran reizt, kann ich auf die schnelle keine Antwort geben.

Dieses Werk ist teilweise sehr anstrengend zu lesen und äußerst langatmig. Gleichzeitig strahlt es aber eine unglaubliche Ruhe aus. Ich fühle mich einfach nur gut und entspannt beim Lesen. Regelmäßig ertappe ich mich dabei, wie sich ein seliges Lächeln auf meine Lippen schleicht. Die Lektüre entwickelt sogar regelrecht einen meditativen Charakter der mich nicht mehr losläßt. Was soll ich sagen? Ich kann kaum erwarten dieses Meisterwerk durchgelesen zu haben!

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