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Wir befinden uns in Libreville. 2008. Der Hauptstadt Gabuns mit ihren glänzenden Fassaden und weiten Slums voller Ratten und Mücken. Der ehemaligen französischen Kolonie südlich der Sahara. In einem Land, in dem die Presse ebenso an der Vetternwirtschaft verdient wie Justiz und Polizei. Ein Jahr vor den Wahlen wird Roger Missang, Journalist der Èchos du sud, am Strand von Libreville nahe dem Palast des Präsidenten der Republik mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Wegen seiner kritischen Untersuchungen über die Korruption in Gabun war er den Mächtigen des Landes ein Dorn im Auge. Für die…mehr

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Produktbeschreibung
Wir befinden uns in Libreville. 2008. Der Hauptstadt Gabuns mit ihren glänzenden Fassaden und weiten Slums voller Ratten und Mücken. Der ehemaligen französischen Kolonie südlich der Sahara. In einem Land, in dem die Presse ebenso an der Vetternwirtschaft verdient wie Justiz und Polizei. Ein Jahr vor den Wahlen wird Roger Missang, Journalist der Èchos du sud, am Strand von Libreville nahe dem Palast des Präsidenten der Republik mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Wegen seiner kritischen Untersuchungen über die Korruption in Gabun war er den Mächtigen des Landes ein Dorn im Auge. Für die Presse ist sein Tod offensichtlich ein politischer Mord. Mit den Ermittlungen im Mordfall werden Pierre Koumba Owoula und Hervé Louis Boukinda Envame beauftragt, zwei Polizisten, die ohne die DNA-Analyse und Forensik auskommen müssen. Die technische Ausrüstung ihrer Einheit beschränkt sich auf eine Schreibmaschine aus der de-Gaulle-Zeit.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Polar Verlag
  • Seitenzahl: 340
  • 2017
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783945133446
  • ISBN-10: 3945133440
  • Best.Nr.: 47656365
Autorenporträt
Janis Otsiemi wurde 1976 in France­ville, Gabun, geboren. Dichter, Essayist und Autor von Kriminalromanen. Er erhielt 2010 den Le Prix du Roman Gabonais für sein Buch La vie est un sale boulot. Bei Edi­tions Jigal erschienen außerdem La bouche qui mange ne parle pas (2010) und Le chasseur de lu­cioles (2013) sowie sein Roman Les voleurs de sexe (2015), der für den Prix Ivoire 2016 nominiert ist. Er ist Secrétaire Général adjoint de l'Union des Écrivains Gabonais.
Rezensionen
Besprechung von 08.05.2017
Auch Autoren leben gefährlich
Krimis in Kürze: Otsiemi, Honert und Searle

Auch nach diesem Buch wird der Fußballer Pierre-Emerick Aubameyang der bekannteste Gabuner für all jene bleiben, die keine Afrika-Experten sind. Den Namen Janis Otsiemi sollte man sich dennoch merken. "Libreville" (Polar Verlag, 224 S., br., 14.- [Euro]) heißt sein Roman bei uns, das benennt den Schauplatz, aber der Originaltitel "African Tabloid" macht natürlich die Hommage an James Ellroys "American Tabloid" deutlich. Und wenn Otsiemi zum Glück auch nicht versucht, das Ellroy-Stakkato zu imitieren, so hat sein Sujet doch definitiv die Farbe Noir.

Es gibt hässliche Mordfälle, korrupte Politiker, Polizisten, die oft Interessen folgen, die nur schwer mit dem Gesetz kompatibel sind, und düstere Aussichten für Recht und Gerechtigkeit. Der Roman spielt im Jahr 2008, Otsiemi hält sich gefährlich nah an die realen Verhältnisse in Gabun, und Verbrechen und Politik finden da ganz zwanglos zusammen.

Nach der Ermordung eines kritischen Journalisten kommen die beiden Ermittlerteams, eines von der Gendarmerie, das andere von der Kriminalpolizei, schnell dorthin, wo es sehr schmerzhaft werden kann. Dass sie bei ihrer Arbeit fast ganz ohne digitale Technik, Rasterfahndung oder DNA-Analyse auskommen müssen, sorgt für zusätzlichen Reiz. Otsiemis Prosa ist knapp, pointiert und sehr anschaulich. So kommt ein neuer Schauplatz auf die Weltkarte der Kriminalliteratur und mit ihm ein selbstbewusster Erzähler, der im Interview mit Alf Mayer am Ende des Bandes eher beiläufig sagt: "Es ist immer gefährlich, in Gabun über das politische Leben zu schreiben."

Es ist aber auch nicht so, dass in der westlichen Welt alles jederzeit geschrieben oder gesendet werden könnte, während Geheimdienste, Interessenverbände und andere schattenhafte Instanzen untätig oder sogar reuig zur Kenntnis nehmen, was Journalisten über sie herausgefunden haben. In Hans-Werner Honerts Roman "Maria und der Patriot" (Verlag Das Neue Berlin, 336 S., geb., 19,99 [Euro]) geht es um einen Dokumentarfilm, dessen konfliktreiche Entstehung die Handlung bildet und der am Ende auch denselben Titel wie der Roman tragen wird. Ausgangspunkt ist die Ermordung des damaligen Treuhand-Chefs Detlev Karsten Rohwedder im Jahr 1991, zu der sich die RAF bekannte. Allerdings ist bis heute nicht gesichert, ob der Schütze tatsächlich Wolfgang Grams war.

Honert, der Drehbücher geschrieben und das Leipziger "Tatort"-Duo Ehrlicher und Kain in die Welt gesetzt hat, lässt sich dabei nicht auf krude Verschwörungstheorien ein. Er macht sich geschickt die Lücken und Unklarheiten des Falls zunutze. Seine fiktive Heldin ist die Tochter von Rohwedders Leibwächter, einem ehemaligen Ost-Polizisten, der nach dem Mord spurlos verschwunden ist. Diese Maria, die mit ihrer Mutter schon 1990 nach Amerika ausgewandert ist, soll einen Film über die Suche nach ihrem Vater drehen. Erst allmählich begreift sie, dass der gutdotierte Auftrag ein Köder und sie das Instrument von Leuten ist, die im Umfeld der Rohwedder-Ermordung etwas zu verbergen haben. Sogar einen "Romeo" stellt man ab für sie, der sich in sie verliebt und damit die Komplikationen steigert.

Der Weg des Romans führt von New York über Berlin und Namibia bis nach Toronto. Honert hat als erfahrener Drehbuchautor einen guten Sinn für Spannung und für Überraschungen, die nicht plump und ohne Plausibilität über das Geschehen hereinbrechen. Das Lektorat hätte sich nur, da recht häufig indirekte Rede auftaucht, ein bisschen sorgfältiger um den Unterschied zwischen Konjunktiv I und II kümmern dürfen. Zumal Honerts Lesart der jüngeren Zeitgeschichte selbst mit den feineren Schattierungen der Möglichkeitsform spielt. Wenn das Buch daran erinnert, dass Rohwedder gegen den schnellen Ausverkauf und die umstandslose Abwicklung der DDR-Wirtschaft war, wird deutlich erkennbar, dass er damit auch ganz anderen Interessenten ein Dorn im Auge war als nur der RAF.

Von Übervorteilung und Überlistung, vom Versuch, den perfiden Plan eines Gegners zu durchkreuzen, während dieser ein naives Opfer vor sich zu haben glaubt, handelt auch Nicholas Searles Roman "Das alte Böse" (Kindler Verlag, 368 S., geb., 19,95 [Euro]). Es ist eine amüsante Idee, zwei Eightysomethings über ein Datingportal im Internet zusammenzubringen, den nicht mehr so ganz taufrischen Berufskriminellen Roy und die pensionierte Lehrerin Betty. Searle entwickelt mit Hintersinn und angenehm dezenter Ironie, wie die beiden einander belauern und den jeweils übernächsten Zug des anderen zu antizipieren versuchen, während wir als Leser neugierig bleiben, worin denn nun Bettys verborgene Agenda bestehen könnte.

Diese reizvolle Konstellation verblasst dann leider zusehends, wenn Searle die britische Gegenwart mit einer recht komplizierten, aber wenig überzeugenden Hintergrundstory versieht, die auch noch zurück in die Nazizeit führen muss und in der mehr seltsame Fügungen und Zufälle benötigt werden, als es selbst der geduldige Leser verkraften mag.

PETER KÖRTE

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