Axel Cäsar Springer - Jens, Tilman

Tilman Jens 

Axel Cäsar Springer

Ein deutsches Feindbild

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Axel Cäsar Springer

»Enteignet Springer« war eine der zentralen Forderungen der 68er-Bewegung. Die Abneigung gegen Springer und die Springer-Presse eint 68er wie politische Linke bis heute, die alten Reflexe funktionieren noch immer. In der DDR war Springer einer der meistgehassten Protagonisten des Westens. Auf Springer-Seite wird hingegen gerne jede Kritik an Axel Cäsar Springer ausgeblendet. Entweder Verdammung oder Heiligsprechung. Tilman Jens porträtiert einen großen, aber auch zutiefst zerrissenen Menschen. Vor allem aber interessiert Jens, welche Rolle das Feindbild Springer für die politische Identitätsbildung der 68er wie ihrer Gegner spielte. Ein Lehrstück darüber, wie Helden und Bösewichte gemacht werden, und über die deutsche Unfähigkeit, die Ambivalenz großer Persönlichkeiten zu akzeptieren.


Produktinformation

  • Verlag: Herder, Freiburg
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 177 S. m. 20 Abb.
  • Seitenzahl: 180
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 135mm x 21mm
  • Gewicht: 307g
  • ISBN-13: 9783451305429
  • ISBN-10: 3451305429
  • Best.Nr.: 34562593

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Von wegen Axel Springer! Eher als den Verleger trifft Michael Hanfeld in diesem Buch (Hanfeld nennt es einen kulturkritischen Essay) von Tilman Jens auf die Projektionsfläche Springer. Der Autor, so erfahren wir, kompiliert eigene Recherchen zum Springer-Verlag, etwa zur spitzelnden Springer-Sekretärin Rosie. Im Übrigen, dem Menschlichen nämlich, verlässt er sich auf die bekannten Biografien von Jürgs und Schwarz. In Ordnung, findet Hanfeld, der sich jedoch an der rhetorisch mächtig dicken Hose des Autors und mancher überflüssigen Verallgemeinerung stört. Sympathische Erkenntnisse, wie jene zum Feindbild- und Schwarzweißdenken, das dem Menschen mit Licht und Schatten nicht gerecht wird, scheinen ihm zu wenige in diesem Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.05.2012

Das Vermächtnis eines Zerrissenen

Heute vor hundert Jahren wurde Axel Cäsar Springer geboren. Drei Bücher arbeiten sich jetzt an seiner Person ab - der erfolgreiche Zeitungsverleger polarisiert noch immer.

Der nach Axel Cäsar Springer benannte Konzern, das mächtigste Medienhaus im Land, bittet in Berlin anlässlich des Hundertsten seines Gründers zum verlagseigenen Staatsakt. Und man darf darauf wetten, dass es an Spitzenpersonal aus Politik und Gesellschaft beim Stelldichein nicht fehlen wird. Denn um das Erbe dieses Verlegers kommt man nicht herum, schon gar nicht um die "Bild"-Zeitung, die sogar Bundespräsidenten gefährlich werden kann.

Will man sich ein halbwegs vollständiges Bild über diesen Axel Springer machen und in Erinnerung rufen, wer dieser Mann eigentlich war, sollte man unter den aus gegebenem Anlass dieser Tage erschienenen Büchern gleich drei lesen. Sie fallen denkbar unterschiedlich aus, ergänzen sich aber fabelhaft. Was dem einen fehlt, ist Thema des anderen. Wobei das eine im Grunde genommen ein schöner Etikettenschwindel ist, das andere eine profunde Wirtschaftsgeschichte und das dritte ein echter Krimi, ein Kampf …

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Tilman Jens, geb. 1954 in Tübingen, lebt als freier Autor in Frankfurt/M. Schon als Schüler bestand am späteren Berufswunsch kein Zweifel. Journalist: Reisen und Schreiben. Mit 15 Jahren erste Versuche beim Schwäbischen Tagblatt und bei der Sylter Rundschau. Abitur auf der Odenwaldschule. Studium in Konstanz. Daneben, zunächst in den Semesterferien, erste Filmbeiträge für das "Bücherjournal" des NDR-Fernsehens.
Bald darauf regelmäßige Mitarbeit in der ttt-Redaktion des Hessischen Rundfunks. Seit Mitte der 80er Jahre verstärkt auch Arbeit an längeren Formaten. Über 100 Fernsehfeatures, meist für die ARD, in denen Jens die Schnittstellen von Kultur, Theologie und Politik interessieren, sei es im Porträt des Dirigenten Kurt Masur oder in der kritischen Dokumentation über christlichen Fundamentalismus oder die Aktivitäten der Sekte "Scientology". Von der ersten Ausgabe an: Arbeit für 3sat-Kulturzeit.

Leseprobe zu "Axel Cäsar Springer"

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