Preußische Trilogie, 3 Bde. - Bruyn, Günter de

Günter de Bruyn 

Preußische Trilogie, 3 Bde.

Die Finckensteins; Preußens Luise; Unter den Linden

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
30 ebmiles sammeln
Statt EUR 51,95*
EUR 29,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
* Preisreduzierungen für Sonderausgaben,
teils in anderer Ausstattung
-42 %
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Preußische Trilogie, 3 Bde.

Über das gräfliche Geschlecht der Finckensteins führt Günter de Bruyn in diesem erzählerischen, oft romanhaften Buch in die Geschichte und Kultur Preußens ein. Literatur, Gesellschaft, die Wirren und Widersprüche der preußischen Geschichte spiegeln sich in dieser Familie, die über Jahrzehnte im Zentrum des Geschehens stand.

Königin Luise von Preußen ist weniger als historische Figur denn als Legende in Bildern, Büsten und zahllosen Büchern überliefert. Günter de Bruyn zeigt die Wirkungsmächtigkeit dieser Legende über zwei Jahrhunderte.

Keine der Straßen Berlins verbindet man bis heute so sehr mit der Geschichte Preußens und seiner Hauptstadt wie Unter den Linden. Günter de Bruyn führt uns auf die ihm eigene, unnachahmliche Weise durch die Geschichte des Boulevards und seiner Bewohner.


Produktinformation

  • Verlag: SIEDLER
  • 2004
  • Sonderausg.
  • Ausstattung/Bilder: Sonderausg. 2004. 270, 136, 191 S. m. zahlr. Abb.
  • Seitenzahl: 608
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 149mm x 66mm
  • Gewicht: 1316g
  • ISBN-13: 9783886808182
  • ISBN-10: 3886808181
  • Best.Nr.: 12846758

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Die Preußennostalgie hat Einzug gehalten, stellt Katharina Rutschky mit einem gewissen Bedauern fest, wozu der restriktive Umgang in der DDR mit dem historischen Erbe wohl viel beigetragen habe. Bei dem einstigen DDR-Schriftsteller Günter de Bruyn führte das laut Rutschky zu einem "Adels- und Preußenfimmel", der diese Ära und ihre kulturellen Hinterlassenschaften in Form von Schlössern, Gärten, Paradestrassen in sentimental verklärendes Licht taucht. De Bruyn hat in den vergangenen Jahren drei einzelne Bände zur Geschichte der preußischen Region veröffentlicht, die nun zusammengefasst in einem hübschen Schuber erschienen sind. Trotz ihrer restaurativen Tendenz mag Rutschky den Büchern nicht ihren informativen und unterhaltsamen Charakter absprechen: zu hübsch seien die Zitatfunde und die Abbildungen, soviel gibt sie zu. Aber auch harmlos, kritisiert sie. Als Beispiel führt sie den Band über die Familie Finckenstein an, die mit ihren "Musenhöfen" als beispielhaft im Dienste Preußens und der Kultur gelte. Typischerweise ignoriere de Bruyn das innovative Potenzial derselben, wo es beispielsweise um unkonventionelle Lebensformen ging. De Bruyn sei eben kein forschender Historiker, stellt Rutschky klar, er habe sich von Preußen "nicht faszinieren, sondern nur sentimentalisieren lassen".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Als schriebe Fontane über Kultur und Geschichte Preußens ..."
(Wolf Jobst Siedler)

"Dieser Essayist ist ein großer Zauberer."
(FAZ)

"Dieser Essayist ist ein großer Zauberer."
Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in einem märkischen Dorf. Seine beiden autobiografischen Bücher "Zwischenbilanz" und "Vierzig Jahre" machten Furore. "Preußens Luise" wurde 2002 mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Zu Günter de Bruyns zahlreichen Auszeichnungen zählen der Heinrich-Mann-Preis, der Thomas- Mann-Preis, der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste, der Jean-Paul-Preis und, 2002 verliehen, der Deutsche Nationalpreis.

Leseprobe zu "Preußische Trilogie, 3 Bde." von Günter de Bruyn

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Preußische Trilogie, 3 Bde." von Günter de Bruyn

Um die außergewöhnliche Verehrung der Königin Luise von Preußen entstehen, andauern und sich über ganz Deutschland ausbreiten zu lassen, mußten verschiedene Ereignisse und Umstände zusammenkommen. Schönheit und Anmut mußten selten gewesen sein auf preußischen Thronen; bürgerliche Tugenden mußten öffentliche Wertschätzung genießen; ein früher Tod mußte die Königin in der Erinnerung jung erhalten, Preußen die schlimmste Niederlage seiner Geschichte erleiden, und die Periode seiner Demütigungen mußte siegreich zu Ende gehen.

Daß aber Luise, die siebente von insgesamt elf preußischen Königinnen, für das Deutsche Reich von 1871 mit dem Hohenzollernkaiser an der Spitze zu einer Art Ursprungsmythos werden konnte, hing sowohl mit dem zu ihren Lebzeiten erstarkenden deutschen Nationalbewußtsein und der besonderen Rolle Preußens in den Befreiungskriegen zusammen als auch - und das in erster Linie - mit ihrem Sohn Wilhelm, der sechzig Jahre nach ihrem Tode deutscher Kaiser wurde.

Passend dazu war die Verflechtung ihres Lebens mit außerpreußischen deutschen Ländern. Sie war eine mecklenburgische Prinzessin, wurde aber in Hannover geboren und hatte ihre Jugend südlich des Mains verbracht. Sie sprach Hochdeutsch mit hessischen Dialektanklängen und war schon als junges Mädchen mit der Mutter des in ganz Deutschland verehrten Goethe bekannt und vertraut gewesen. In ihr verbanden sich, wie man später in völkischer Tonart sagte, "die schlichte Treue und das Pflichtbewußtsein der schweren norddeutschen Stämme" mit der "Herzenswärme und Heiterkeit süddeutschen Blutes". Und da sie zu den blonden und blauäugigen Schönheiten gehörte, eignete sie sich auch vom Äußeren her für eine Lichtgestalt deutscher Art.

Die schönen Schwestern In Hannover war die Mecklenburgerin geboren worden, weil ihr Vater, bevor er regierender Großherzog von Mecklenburg-Strelitz wurde, als Gouverneur der Stadt in englischen Diensten gestanden hatte, und ins Hessische war sie mit sechs Jahren geraten, als ihre Mutter, eine geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, gestorben war. Bei der Großmutter war sie im Darmstädter Alten Palais aufgewachsen und mit siebzehn Jahren in Frankfurt am Main gezielt mit dem preußischen Kronprinzen zusammengebracht worden. Und da die beiden sich ineinander verliebten und der König diese Verbindung wünschte, waren sie wenige Wochen später verlobt.

Am 10. März 1776 war Luise zur Welt gekommen, am 22. Dezember 1793 kam sie als Braut nach Berlin. Den Triumphzug der Einholung durch Bürger und Soldaten erlebte die Siebzehnjährige an der Seite ihrer jüngeren Schwester Friederike, die die Braut des jüngeren Bruders des Kronprinzen war. Schadow war so entzückt von den beiden, daß er ihren hessischen Dialekt als "die angenehmste aller deutschen Mundarten" bezeichnete. Er spricht von einem "Zauber", der sich durch den Liebreiz der Schwestern über der Residenz ausbreitete und die Berliner durch die Frage entzweite, welche die Schönere von beiden sei. Er selbst entzog sich dieser Entscheidung, indem er beide in seinem heute berühmten Marmorstandbild, der sogenannten Prinzessinnengruppe, vereinte und so Luise, noch bevor sie Königin wurde, als Gebilde der Kunst in die Unsterblichkeit hob.

Für die Ausformung der Luisen-Legende hatte die Prinzessinnengruppe allerdings kaum eine Bedeutung, sieht man von einer indirekten, über die Literatur vermittelten Wirkung ab. Schuld daran war Luises Gatte, Friedrich Wilhelm III., der noch Kronprinz war, als der König das Kunstwerk in Auftrag gegeben hatte, bald nach dessen Fertigstellung aber selbst König wurde und es, wie vieles, das sein Vater getan oder veranlaßt hatte, verwarf.

Johann Gottfried Schadow, 1764 in Berlin geboren, Schüler des Hofbildhauers Tassaert, seit 1788 dessen Amtsnachfolger, hatte schon Meisterwerke wie die Quadriga des Brandenburger Tores und das Zieten-Denkmal für den Wilhelmplatz in Berlin geschaffen, so daß der Minister von Heynitz, als er Friedrich Wilhelm II. vorschlug, die Schönheit der Schwestern von Schadow verewigen zu lassen, ihn mit Recht als einen Künstler bezeichnen konnte, "der jetzt unter allen Bildhauern Europas den ersten Platz" beanspruchen könne. Und der König, selbst vom Reiz seiner Schwiegertöchter beeindruckt, stimmte dem zu.

Getraut wurde Luise, als habe man mit ihrem späteren Heiligenschein schon gerechnet, am Heiligen Abend 1793, ihre Schwester am zweiten Weihnachtstag. Danach wohnten die jungen Paare benachbart, Friedrich Wilhelm und Luise im Kronprinzenpalais Unter den Linden, Prinz Ludwig und Friederike in dem durch einen Torbogen verbundenen Nachbargebäude, das später, da Luises Töchter hier bis zu ihrer Verheiratung lebten, den Namen Prinzessinnenpalais erhielt. Schadow wurde ein Arbeitszimmer im Seitenflügel des Kronprinzenpalais angewiesen, und täglich um die Mittagsstunde kam Friederike, die jetzt Prinzessin Ludwig oder Louis genannt wurde, herüber, um ihm zu sitzen, mit ihm zu plaudern und die Reize ihrer knapp siebzehn Jahre auszuspielen, die manchen Männern des Hofes gefährlich wurden. Ihr Mann aber, der sie nur aus Gehorsam geheiratet hatte und sein Junggesellenleben auch in erotischer Hinsicht weiterführte, machte sich wenig aus ihr.

Die Arbeit mit der Kronprinzessin dagegen war weniger intim und gemütlich. Sie kam immer in Begleitung ihres steifen, mit Zeit und Worten geizenden Gatten, saß dem Künstler auch nicht in seinem Arbeitszimmer, sondern ließ sich von ihm während der Audienzen des Kronprinzenpaares studieren, so daß Schadow von seiner Saalecke her meist nur die offizielle Luise sah.

Zuerst entstanden die Büsten der Schwestern, von denen die Friederikes lebendiger wirkt. Vielleicht ist das auch ein wenig auf die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen zurückzuführen, bestimmt aber entspricht es den von Schadow erkannten unterschiedlichen Charakteren der Schwestern. Luise, die ältere, hat trotz ihres jugendlichvollen Gesichts etwas Feierliches und Hoheitsvolles, der geradeaus gerichtete Blick macht das schöne Gesicht unlebendig. Die pflichtbewußte Königin, zu der sich das lebensfrohe, oft ausgelassene und tanzwütige Mädchen entwickeln sollte, ist hier von Schadow vorweggenommen. Auch das tiefe Dekollete, das übrigens nach Einspruch des Gatten in einer späteren Fassung verändert wurde, vermittelt keinen sinnlichen Reiz.

Friederike dagegen, vielseitig begabt, aber leichtlebiger und koketter als ihre Schwester, ist bei Schadow, fern von antiken Schönheitsidealen, fern auch von Repräsentation und Etikette, nichts als ein reizendes junges Mädchen, dessen geschlossene Lippen die Andeutung eines Lächelns ziert und dessen seitlich geneigter Kopf Ungezwungenheit zeigt. Sie ist mehr Ika, wie sie in der Familie gerufen wurde, als Frau des preußischen Prinzen. Der Zauber, den sie auf den Künstler ausübte, liegt auch in ihren träumerisch nach unten gerichteten Blicken.

6 Marktplatz-Angebote für "Preußische Trilogie, 3 Bde." ab EUR 12,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 12,00 4,90 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung primobuch 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 14,99 4,50 Banküberweisung, PayPal Dirks Bücherstrand 97,3% ansehen
gebraucht; gut 22,00 3,00 offene Rechnung, Kreditkarte Celler Versandantiquariat 98,6% ansehen
22,00 4,30 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal Antiquariat Neue Kritik 100,0% ansehen
wie neu 28,40 0,00 Banküberweisung gregorgille 97,9% ansehen
wie neu 28,70 0,00 Banküberweisung Hamleh 96,4% ansehen