Sand - Herrndorf, Wolfgang
Videoclip

Wolfgang Herrndorf 

Sand

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik 2012

Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
***** sehr gut
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Sand

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Ein verwirrter Atomspion, eine platinblonde Amerikanerin, ein Mann ohne Gedächtnis - Nordafrika 1972.

Ein mitreißender Agententhriller - und noch viel mehr: ein literarisches Abenteuer, ein außerordentlicher Roman.


Produktinformation

  • Verlag: (Rowohlt, Berlin)
  • 2011
  • 5. Aufl. 2011.
  • Ausstattung/Bilder: 480 S. 205 mm
  • Seitenzahl: 480
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 140mm x 40mm
  • Gewicht: 568g
  • ISBN-13: 9783871347344
  • ISBN-10: 3871347345
  • Best.Nr.: 34162158
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.11.2011

Wo Schmuggler, Hippies, Künstler und Agenten auftanken

Im vergangenen Jahr begeisterte er mit der Ausreißergeschichte "Tschick". Jetzt legt Wolfgang Herrndorf einen literarischen Thriller vor: den grandiosen Wüstenroman "Sand".

Wer Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick" (2010) gelesen hatte, ein Buch von franker Lustigkeit und herzerwärmender Solidarität mit der Jugend, der konnte sich den Autor nur als einen glücklichen Menschen vorstellen. So ist es schockierend, aus seinem Blog zu erfahren, dass er schon länger mit dem Tod um die Wette schreibt. Und so erregt schon der Umschlag seines neuen Romans die Assoziationen, die sich seit biblischen Zeiten angesammelt haben. Sand, der unaufhörlich durch das Stundenglas rinnt, den wir uns gegenseitig in die Augen streuen, auf den alles Menschenwesen gebaut ist, der die Spuren verweht und bald vielleicht das Gesicht der Menschheit.

Die Befürchtung aber, es könnte sich bei dem Roman um ein deprimierendes Exemplar der Gattung tapferer Krankheitsbewältigungsbericht handeln, ist unbegründet, wie sich rasch herausstellt. Nach wie vor ist hier ein gewitzter und universal belesener Artist am Werk, der …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Leicht zu schultern ist dieser Roman nicht, warnt Peter Michalzik den Leser gleich vorneweg: Nur mit Blätterarbeit, detektivischer Aufmerksamkeit und engagierter Wühlarbeit komme man diesem "eigenartigen Roman" bei, der einem literarisch Basales wie Plot, Thema und klar benennbarers Figurenensemble sowieso vorenthalte. Eine vorsichtige Annäherung wagt der Rezensent dann aber doch: Genre? "Am ehesten ein Agentenroman". Spielort? Womöglich Marokko. Dramatis personae? Einige, skurrile, zuviele, so dass sich der Rezensent zwar bald ratlos den Kopf kratzt, nur um sich rasch der "entspannten Schönheit" dieses Verwirrspiels ganz hinzugeben. Explizit würdigt der Rezensent die "Genre- und Treffsicherheit" des Autors, dessen auch per Blog mit der Öffentlichkeit kommunizierte Tumorerkrankung dem Buch mit seinen wüsten Verfolgungsjagden dann doch noch ein Thema gebe: Das Umspielen des Todes, das dem nach Herrndorfs vorangegangenem Roman "Tschick" so nicht erwarteten Buch auf "bilderreiche, amüsierte, trashig-liebevolle" Art gelinge.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.12.2011

Mord
und
Schuld
und
CIA
Man ist begeistert:
Wolfgang Herrndorf streut
uns „Sand“ in die Augen
und wischt ihn wieder aus
Von Stephan Speicher
In einem nordafrikanischen Land 1972: Ein sonderbarer Prediger ruft bei Sonnenaufgang die Kinder des Elendsviertels zusammen. In der Polizeiverwaltung werden planlos Akten weggeworfen. Eine Kommune wird überfallen, vier Hippies aus Nordamerika und Europa erschossen. In einem Suq kommt es zu einer Verfolgungsjagd. Waffenschieber und Schwarzmarktkönige treten auf; ein fetter Polizeigeneral treibt seine eigenen Interessen voran, und einer seiner Offiziere wird erwürgt. Eine blonde Illustriertenschönheit, um auch vom Norden zu sprechen, sieht dumm aus und erweist sich als so scharfsinnig wie tatkräftig. Neben Mord spielen Raub, Körperverletzung, Entführung, Vergewaltigung, Folter und die CIA wichtige Rollen. Kurzum, es ist viel los in Wolfgang Herrndorfs neuem Roman „Sand“.
Der Leser wird davon tüchtig verwirrt. Er liest einen Agentenroman, so viel ist rasch klar. Aber wo verlaufen die Frontlinien? Was für die Haupthandlung von Belang ist und was nur zufällig den Gang …

Weiter lesen

"In Sand sieht man, was für ein großartiger, lapidar-berührender Autor er ist. Es ist ein lächelnder, freundlicher, sehr sympathischer Nihilismus, der aus seinen Sätzen spricht." (Frankfurter Rundschau)

"Ebenso rätselhaft wie bewegend." (Die Zeit)
Wolfgang Herrndorf, geboren 1965 in Hamburg, ist ein deutscher Schriftsteller, Maler und Illustrator. 2002 erschien sein Debütroman In Plüschgewittern . 2004 nahm er mit der Erzählung Diesseits des Van-Allen-Gürtels am Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis teil, wo er den Publikumspreis gewann.

Videoclip zu "Sand"

Kundenbewertungen zu "Sand" von "Wolfgang Herrndorf"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Sand" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Borux aus München am 25.02.2013 ***** gut
Sie dürfen Watson zu mir sagen

Titel wie Umschlagbild dieses Romans deuten zwar auf den Schauplatz der Handlung hin, Genaueres erfährt man aber nicht, man darf vermuten - Marokko, glauben viele. In seiner vielfach hoch gelobten und entsprechend prämierten Parodie eines Agententhrillers bleibt die Örtlichkeit nicht das Einzige, was nebulös ist. Und wenn der Klappentext den palästinensischen Terroranschlag bei der Olympiade erwähnt, ist damit zwar 1972 als Zeit bestimmt, der Leser so aber auch auf eine falsche Fährte geführt, die Untat der Gruppe «Schwarzer September» in München hat nämlich keinerlei Bezug zur Handlung.

Unglaublich einfallsreich schildert Herrndorf in diesem für den Leser mitunter psychedelischen Roman eine haarsträubende Geschichte, bei der man keinen festen Boden unter die Füße bekommt, sondern im Treibsand des Aberwitzigen versinkt. Man kann den Plot als abenteuerliches Verwirrspiel in der Wüste bezeichnen, findet dort ein wahrhaft irres Szenario vor und bekommt auch noch viel Sand in die Augen gestreut. Total skurrile Figuren geraten in völlig absurde Situationen, geschrieben ist dieser bilderreiche literarische Slapstick jedoch in einer knappen, kristallklaren, punktgenauen Sprache, die blitzgescheit und tiefgründig ist, aber Gott sei Dank nicht manieriert.

Wie so oft in anspruchsvolleren Büchern liegt das Besondere in den vielen kleinen, unscheinbaren Details, die ich passend zum Handlungsort als dichterische Arabesken bezeichnen möchte. Köstlich zum Beispiel die Mentalitätsbeschreibung der Araber oder der Lehrlingsschabernack mit Siemens Lufthaken und dem verlängerten Augenmaß. Erstaunt erfährt man sogar von einer zweiten Dreyfus-Affäre: Ein der künstlichen Intelligenz ablehnend gegenüberstehender Philosoph namens Dreyfus ist nach dem verlorenen Schachspiel mit einem frühen Computer der erste Mensch, «der dümmer war als ein paar Kupferdrähte»! Oder der falsche Psychiater, der seinen unter Amnesie leidenden Patienten wegen dessen Schlussfolgerungen erstaunt als Sherlock Holmes bezeichnet und nonchalant hinzufügt: «Sie dürfen Watson zu mir sagen»!

Ein sehr zu lobendes Stilmittel des Autors ist das häufige Rekapitulieren des bisher Geschehenen durch die Protagonisten, im Gespräch oder rein gedanklich. Man kann dem turbulenten Geschehen so leichter folgen, auch wenn man kein Detektivspiel aus der Lektüre machen, nicht alles genau analysieren will. Zartbesaitete müssen dann gegen Ende allerdings einiges aushalten, geradezu sadistisch wir da gefoltert, aber diese Brutalitäten sind natürlich ebenfalls satirisch überzeichnet. Und auch die Zitate am Anfang jedes der 68 Buchkapitel relativieren den nachfolgenden Text, bilden somit ein Gegengewicht zu manch Brutalem.

«Mit einigen harmonischen Akkorden könnte man das Buch also ausklingen lassen» schreibt Herrndorfer gegen Ende und macht damit die Fiktion überdeutlich, auch für Diejenigen also, die immer alles ganz ernst nehmen. Folglich werden in den letzten zwei Kapiteln amüsant und locker, als Zugabe quasi, noch einige Fragen geklärt, die dem braven Leser auf der Seele brennen, und dazu gehört auch der Verbleib jener Minen, denen man auf 475 Seiten irritiert hinterher gehechelt ist, wobei man sich bestens unterhalten hat - die entsprechende Mentalität vorausgesetzt.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig am 12.02.2012 ***** ausgezeichnet
Wolfgang Herrendorf schildert in seinem neuen Roman "Sand" die Irrungen und Wirrungen seiner Hauptfiguren in der Wüstenoase eines nordafrikanischen Staates im Jahr 1972. Korrupte Polizisten, skrupellose Spione und heilssuchende Kommunenmitglieder sind teils bewusst, teils unbewusst verstrickt in die Weltpolitik. Einige bleiben im Wüstensand auf der Strecke, andere werden unbeeindruckt weiter machen. Mehr darf ich nicht verraten, denn "Sand" ist vordergründig ein ungemein spannender Krimi.

Dahinter aber seziert Herrendorf die politischen Landschaften des Jahres 1972, kurze Zeit nach dem Anschlag palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft in München. Keiner kommt dabei gut weg: Nicht die Touristen aus aller Welt, mit ihren wohlmeinenden aber flachen Analysen der Weltpolitik, auch nicht die sympathischen, aber korrupten Polizisten in Nordafrika und schon gar nicht die Spione für eine "gute" Sache.

Mehr noch als der Krimiplot oder die Gesellschaftskritik beeindruckt mich die Sprache Herrendorfs. Nichts scheint ihm unbeschreiblich zu sein. Er hat eine so reiche, mächtige Sprache wie nur wenige andere deutschsprachige Autoren der Gegenwart. Kein Wunder, dass er zu den Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik 2012 gehört.

15 von 19 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Sand" von Wolfgang Herrndorf ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

16 Marktplatz-Angebote für "Sand" ab EUR 5,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 5,00 1,65 Banküberweisung Be 3 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,90 2,00 Banküberweisung Handelsagentur Antiquitäten und Antiquar 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 6,00 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung lesebus 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 6,00 2,00 Banküberweisung bakri 97,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 7,90 2,10 Banküberweisung susebert 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 8,80 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Buchhandlung Vaternahm 99,5% ansehen
9,95 3,80 Banküberweisung Medium Buchmarkt 99,0% ansehen
wie neu 10,90 2,00 Banküberweisung m.g.3 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 12,50 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung mayali 100,0% ansehen
wie neu 13,00 1,80 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Trisha71 100,0% ansehen
wie neu 13,50 2,00 Banküberweisung skuhlmann 100,0% ansehen
wie neu 14,80 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung udo polzer 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 15,00 2,00 PayPal, Banküberweisung Bücherhaus Dipl.Ing.Sylvester Mayr KG 99,3% ansehen
wie neu 15,90 2,00 Banküberweisung balu0503 100,0% ansehen
wie neu 18,80 0,00 Banküberweisung gregorgille 97,8% ansehen
gebraucht; wie neu 18,95 0,00 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung jo1u 98,4% ansehen
Andere Kunden kauften auch