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Ilija Trojanow 

Der Weltensammler

Der Weltensammler - Trojanow, Ilija

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik 2006

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Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 473 S. m. 2 Ktn.
  • Seitenzahl: 473
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20652
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 156mm x 34mm
  • Gewicht: 685g
  • ISBN-13: 9783446206526
  • ISBN-10: 3446206523
  • Best.Nr.: 20747041

Produktbeschreibung zu "Der Weltensammler"

Beschreibung

Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.

Leseprobe zu "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow

Mit weniger als zwölf Dienern kann ich den Haushalt nicht organisieren, hatte Naukaram beteuert. Burton hatte ihm daraufhin erlaubt, zwölf Diener auszusuchen und vorzuführen. Wer weiß schon, wie und wo er sie aufgetrieben hat. Es interessierte ihn nicht. Er hatte beschlossen, Naukaram bis auf weiteres gewähren zu lassen. Er akzeptierte sie, die zwölf unbekannten, dunklen Gestalten, die ins Zimmer glitten, wortlos ihre Arbeit verrichteten und ansonsten in kaum sichtbarer Unterwürfigkeit verharrten, die Handflächen übereinandergelegt, der Blick auf Burton fixiert. Manchmal vergaß er sie und erschrak, wenn sie ein Geräusch verursachten. Er teilte die Tage im Bungalow mit ihnen; die hellen Tage, die heißer und zäher wurden, saß er am Schreibtisch, hinter Jalousien, die das Draußen abblendeten. So konnte er lesen und schreiben, einigermaßen bequem, einigermaßen erträglich. Was sollte er sonst tun? Er brachte einer beliebig rekrutierten und miserabel motivierten Truppe das Alphabet des Exerzierens bei, in den Stunden nach dem Morgengrauen, und es hätte einiges an Verblendung bedurft, in der Ausbildung dieser imperialen Hosenträger eine bedeutsame Aufgabe zu sehen. Die …

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05.03.2006

Unser Mann in Mekka
Ilija Trojanow erzählt von Richard Burton, einem der großen Abenteurer des 19. Jahrhunderts

Die Mail kam aus Lissabon und doch nicht aus Kapstadt, und außerdem war der Absender vorher in Bulgarien, wo er für sein neues Buch recherchiert hat. In zwei Tagen werde er von München aus wieder nach Indien fliegen, sagt Ilija Trojanow, und im übrigen sei das sein erster Winter seit fünf Jahren, weil er immer gerade dort gelebt hat, wo die Sonne schien. Es ist dann doch ganz praktisch, daß es heute E-Mail und Telefon gibt, wenn man mit einem reiselustigen Schriftsteller wie Trojanow Kontakt aufnehmen will, und nicht, wie zu Sir Richard Francis Burtons Zeiten, schleppenden Briefverkehr. Burton ist die Titelfigur in Trojanows Roman "Der Weltensammler", einem wunderbaren und wundersamen Buch, das tief im 19. Jahrhundert spielt und doch so gegenwartsnah ist, wie man sich das nur wünschen kann.

Es ist die Geschichte eines Mannes, der als erster Europäer über seine heimliche Pilgerfahrt nach Mekka und Medina im Jahr 1853 schrieb, der später in Afrika nach der Quelle des Weißen Nils suchte und seine Karriere als Offizier in …

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18.03.2006

Portwein gegen Wortschatz
Wie man Welten sammelt: Ilija Trojanows Abenteuerroman
Hier hat ein Mann seinen Biografen gefunden. Und der Biograf fand einen Mann, dessen ungezähmter, widersprüchlicher Charakter nur in einem Roman zu fassen ist. Richard Francis Burton hat von 1821 bis 1890 tatsächlich gelebt, auch wenn sich sein Leben wie ein Abenteuerroman liest. Einen Abenteuerroman hat auch Ilija Trojanow verfasst, allerdings einen, der sich bei aller Erzählfreude gegen die Verlockungen des Genres, spannende Episoden aneinanderzureihen und mit exotischen Schauplätzen zu renommieren, zu behaupten weiß.
„Der Weltensammler” ist ein vielschichtiges Werk, in dem sich der 1965 in Sofia geborene Autor von seinem Helden merklich fasziniert zeigt, ohne ihm gänzlich zu verfallen. Außer Bewunderung und Sympathie, die das geradezu hochmütige Unterfangen fast 500 Seiten vorantreiben, bringt er ihm auch jene Distanz entgegen, die dafür sorgt, dass dies kein Hymnus auf einen titanischen Charakter wurde, sondern ein historischer Roman, der so spannend und intelligent, so farbenprächtig und reflexiv zugleich ist, dass er seinesgleichen sucht.
Richard …

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Kundenbewertungen zu "Der Weltensammler" von "Ilija Trojanow"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 3 Bewertungen): **** sehr gut

  • 4 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung von Lisega am 07.07.2009
  • ****
  • sehr gut
  • Die historische Figur Richard Francis Burton kannte ich bisher nur aus dem tollen Abenteuerfilm „Land der schwarzen Sonne“, in dem die Expedition mit John Speke zu den Quellen des Nils erzählt wird. Dass dieser Burton in seinem Leben noch viel mehr Abenteuer erlebt hat und eine der interessantesten Figuren der britischen Kolonialgeschichte ist, wurde mir erst mit Ilja Trojanows Buch klar. Die genannte Afrika-Expedition ist hier die letzte Station von insgesamt drei Teilen des Buches; zuvor beschreibt Trojanow in einer gelungenen Mischung aus Fakten und Fiktion Burtons längere Aufenthalte in Indien und Arabien. Sehr gut gefallen hat mir dabei die Erzählweise des Autors: Jeder Teil wird aus zwei Sichtweisen dargestellt, zum einen gibt es einen auktorialen Erzähler, zum anderen entweder Dialoge von Burtons Diener mit einem Schreiber, dem er von seinen Jahren mit dem exzentrischen Offizier erzählt (Indien), oder das Protokoll einer geheimdienstlichen Untersuchung seiner Hadsch (Arabien) oder die märchenhafte Erzählung der Nil-Expedition aus der Sicht eines ehemaligen Sklaven (Afrika). Für mich ist der Indien-Teil des Buches mit Abstand der beste, hier ist es Trojanow sehr gut gelungen, die Leser in die exotische Welt des Subkontinents eintauchen zu lassen. Die Hadsch nach Mekka gibt zwar einen guten Einblick in die arabische Welt und Mentalität, zieht sich aber gerade wegen der Detailverliebtheit etwas in die Länge. Und die Expedition nach Afrika schließlich ist zwar schön zu lesen, sie scheint aber plötzlich von einer ganz andere Person geleitet: Während Burton in Indien und Arabien sich perfekt in die Kultur der jeweiligen Länder eingelebt hat, bleibt er hier als kolonialer Karawanenführer auf Distanz. Er interessiert sich zwar für die Landschaft und nimmt alles für seine Berichte auf, aber die Einheimischen und ihre Sprache sieht er als minderwertig an. Wo bleibt hier der weltoffene, neugierige Kosmopolit? Ein Rätsel, dass der Autor nicht zu lösen vermag. Sicherlich erhebt Trojanow auch gar nicht den Anspruch, den Menschen Burton durchschaut zu haben. Aber die Afrika-Expedition passt irgendwie nicht so recht ins Bild, das von Burton im Rest des Buches entworfen wird. Sei’s drum, „Der Weltensammler“ ist trotzdem ein spannender, schön geschriebener historischer Roman.
  • Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch
  • War diese Bewertung für Sie hilfreich? janein (Inhalt anstößig?)
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  • 3 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung von unbekanntem Benutzer am 12.02.2007
  • *****
  • ausgezeichnet
  • Ein wirklich faszinierendes Buch. Ilija Trojanow nimmt einen mit auf die Expeditionen von Richard Francis Burton und zeigt einem auf seine ganz eigene Art Kultur, Religionen und Länder.
    Es wird immer abwechselnd aus Sicht von Burton und aus Sicht von eines Einheimischen, der für ihn gearbeitet und ihn auf seiner Reise begleitet hat, erzählt. Auf diese Weise begleitet man Burton durch Indien, auf seiner Pilgerreise nach Mekka und durch Afrika. Absolut empfehlenswert!
  • War diese Bewertung für Sie hilfreich? janein (Inhalt anstößig?)
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  • 3 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung von unbekanntem Benutzer am 11.07.2006
  • ***
  • gut
  • laaaangsam, umständlich, die erzählung schleppt sich dahin, konfus die vielen perspektiven. öööööööö. echt nervig!!!
  • War diese Bewertung für Sie hilfreich? janein (Inhalt anstößig?)
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

15.03.2006

Aus der Biografie von Richard Francis Burton ließen sich leicht "mehrere Abenteuerromane" machen, Ilija Troganow hat aber darauf verzichtet, konstatiert Hilal Sezgin. Der in Sofia geborene Autor, der in Deutschland und Afrika aufgewachsen ist, bietet in seinem Buch so etwas wie "historisch gesättigte Reiseberichte", die von den vielen Reisen Burtons erzählen und dabei auch noch nebenbei "unzählige wohl recherchierte" Informationen über Gegebenheiten in verschiedenen Ländern im 19. Jahrhundert bieten, stellt die Rezensentin anerkennend fest. So erhält der staunende Leser Einblick in die Welt des Opium- oder Sklavenhandels, erfährt etwas über "Sultanzölle" oder die "Bordelle Karachis", teilt die Rezensentin beeindruckt mit, die aber darauf hinweist, dass auf diese Weise dennoch keine "anschauliche Kulisse" entsteht. Denn dem Autor gehe es nicht um die aufregende, bunte Welt eines "großen Reisenden", sondern vielmehr drehe sich das Buch um das "Meta-Thema der "Fremdheit" und der verschiedenen Versuche, sich das Fremde anzueignen, erklärt Sezgin interessiert. Dabei stören Sezgin nicht nur die elend lange "Personalliste", sondern auch einige allzu "unrealistischen Passagen" sowie "politische Überlegungen", die eher aus der heutigen Zeit stammen. Insgesamt aber scheint Sezgin von diesem Buch dennoch recht angetan zu sein.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezensionen und Kritik

"Eine Abenteuergeschichte, eine Entdeckungsreise ins innerste Selbst und eine kluge Parabel vom Zusammenprall der Kulturen." Brigitte, 07.06.06

Autorenporträt zu "Ilija Trojanow"

Ilija Trojanow, geb. 1965 in Bulgarien, aufgewachsen in Kenia, studierte und arbeitete viele Jahre in Deutschland. Seit 1998 lebt er in Bombay. Trojanow ist Autor, Herausgeber und Verleger. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit afrikanischer Geschichte, Kultur und Literatur.
Der Autor erhielt zahlreiche Preise: 1995 den Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf sowie ein Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., 1996 den Marburger Literaturpreis, 1997 den Viktor-von-Scheffel-Preis und Thomas-Valentin-Preis der Stadt Lippstadt und 2000 den Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2009 wurde ihm der Preis der Literaturhäuser verliehen und 2010 wurde er als "poetischer Chronist der großen Exil- und Migrationsphänomene der Moderne" mit dem Würth-Preis geehrt.

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