Was aus der Depression hilft - Reiners, Holger

Holger Reiners 

Was aus der Depression hilft

Das Leben akzeptieren - Verantwortung übernehmen - Schritte wagen

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Was aus der Depression hilft

Wege aus der Depression

Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.

Selbsthilfe für Depressive
So finden Betroffene zurück in ein erfülltes Leben
Die heilende Kraft der Selbstverantwortung



Wege aus der Depression. Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Heute weiß er, was Betroffene wirklich brauchen: im Akutfall einen Arzt oder Therapeuten, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet, mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht und dem Patienten nicht wertvolle Jahre seiner Lebenszeit stiehlt. Daneben ist Eigeninitiative gefragt. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.


Produktinformation

  • Verlag: Kösel
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 208 S. 215 mm
  • Seitenzahl: 240
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 135mm x 24mm
  • Gewicht: 350g
  • ISBN-13: 9783466308613
  • ISBN-10: 3466308615
  • Best.Nr.: 27946678
Holger Reiners ist Architekt, Unternehmensberater und Autor. Bekannt wurde er darüber hinaus durch sein Buch "Das heimatlose Ich. Aus der Depression zurück ins Leben", in dem er von seinen Erfahrungen als langjähriger und inzwischen geheilter Depressionspatient berichtet.

Leseprobe zu "Was aus der Depression hilft" von Holger Reiners

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Leseprobe zu "Was aus der Depression hilft" von Holger Reiners

Wenn Angst den Willen zerfrisst (S. 122-123)

Angst? Das Verständnis von Angst ist recht homogen, allein der Schweregrad unterliegt der individuellen Einschätzung - die allerdings hat ein breites Spektrum. Bei der Angst in der Depression geht es nicht um eine singuläre, krankhafte Phobie, wie etwa die Schlangen-, Spinnen- oder Fahrstuhlphobie, sondern um eine diffuse Angst, die ebenso kräftezehrend ist wie hohes Fieber.

Das hohe Fieber hat unterschiedlichste Ursachen und ist als Reaktion ein äußerst vielschichtiger Indikator für ein körperliches Ungleichgewicht, dessen Behandlung vom Leben rettenden Akuteingriff bei einer schweren Infektion bis zum geduldigen Abwarten bei einem leichten grippalen Infekt reichen kann. Angst weist ein ähnlich gefährliches Spektrum auf wie das Fieber und ist in der Depression meist mit Mitteln der »Hausapotheke« nicht zu kurieren.

Vor allem dann nicht, wenn dem Außenstehenden die Angstsymptomatik besonders harmlos erscheint. Das Gleichnis vom Esel, der zwischen zwei gleich großen Heuhaufen in ebenso gleicher Entfernung steht und sich nicht entscheiden kann, von welchem er zuerst fressen soll und am Ende verhungert, soll das Dilemma in der depressionsbedingten Angst verdeutlichen - das Gefangensein im nicht aufzubrechenden Unvermögen, eine Entscheidung treffen zu müssen.

Aristoteles, Dante und Spinoza haben sich mit diesem gedanklichen Entscheidungsprozess, der Willensfreiheit ebenso wie der Befangenheit, als philosophische Problemstellung beschäftigt, aber dabei noch nicht an eine krankheitsbedingte Fehlschaltung des Gehirns gedacht, die gerade die freie Willensentscheidung unmöglich macht. Die Blockade heißt Angst, Angst in der Depression. In Asien wird von ersten Fällen berichtet, dass Spielsüchtige vor ihrem Computer verdurstet sind, weil sie die Entscheidung pro Flüssigkeitsaufnahme versus Spielunterbrechung nicht mehr zu treffen in der Lage waren.

Man mag dieses Beispiel unter tragischer Kuriosität abtun, aber genau dieses Gefangensein in der Angst um die richtige Abwägung wird in der Depression häufig zum lebensbedrohenden Scheideweg, oder besser: zu einer gefährlichen Sackgasse, aus der es kein Zurück gibt - wie in einer Reuse für den Aal, der den Weg hinaus nicht mehr findet und damit gefangen ist. Nichts anderes wollte der Fischer, der die Reuse ausgelegt hat, bezwecken.

In der Depression legen wir uns selbst diese Reuse aus, nicht voller Absicht, nicht fahrlässig oder einfach nur unbedacht. Nein, das Bild der Angstreuse steht für ein Krankheitssymptom, dem sich mit dem Werkzeugkasten der eigenen Erfahrungen nicht begegnen lässt. Wie der Aal der Reuse nicht entkommen kann, können wir in der Depression der Angst nicht entkommen - der unüberwindlichen Angst vor uns selbst.

Es ist die Angst vor dem inneren Ausland, wie Freud die Seele genannt hat. In der Depression nehmen wir unsere eigene Seele, das, was uns ausmacht, unseren Lebensmotor, nicht nur als unzuverlässig, sondern auch als gefährlich wahr. Wir können dann unser Volumen und unser Potenzial, unsere Kräfte und unsere Kompetenz nicht mehr verlässlich einschätzen. Das Gegenteil von Angst ist Zuversicht. Und Selbstvertrauen ist das Schmiermittel dieses Motors der Zuversicht.///

Kundenbewertungen zu "Was aus der Depression hilft" von "Holger Reiners"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 20.04.2010 ***** ausgezeichnet
Depressionen sind als Krankheit anerkannt. Aber sie ist auch die Krankheit der man mit vielen Vorurteilen und Unkenntnis begegnet.

"Das unterschätzte Leid" nennt der Autor Depressionen. Er selbst muss es am besten wissen, litt er doch selbst viele Jahre unter schwersten Depressionen.

"In der Depression erliegt der Kranke dem Gedankenstrudel der Selbstbefragung - bis zur Erschöpfung und immer ohne Ergebnis. Wer bin ich und warum bin ich krank, wird zur Fessel der eigenen Lebensmöglichkeiten." So beschreibt Holger Reiners diese Krankheit.

Die Vorteile dieses Buches liegen klar auf der Hand: Der Autor beschreibt eine Krankheit die er selbst einmal hatte, die ihn in Besitz genommen hatte und von der er sich nicht ohne Hilfe befreien konnte.

Holger Reiners schreibt aus der Krankheit heraus. Er macht eine allgemeine Bestandsaufnahme und macht klar, dass diese Krankheit viele Gesichter hat und deshalb so schwierig zu behandeln ist.

Entschieden tritt der Autor dem Vorurteil entgegen, dass Psychopharmaka süchtig machen. Ihm haben sie geholfen und er wurde nicht süchtig, er präsentiert wissenschaftliche Studien die dies belegen. Psychopharmaka, so schreibt Holger Reiners: "bieten Entlastung im Leid, Entlastung im Schmerz, Entlastung in der Hoffnungslosigkeit, Entlastung auf dem Weg zur Genesung."

Der Autor schreibt als ehemals Betroffener authentisch und klärt über eine Krankheit auf, die viele nicht richtig kennen und ihr deshalb mit Vorurteilen begegnen. Betroffenen wie Außenstehenden wird dieses Buch einen Erfahrungsbericht liefern, der es wert ist gelesen zu werden. Ein beeindruckendes Buch.

Christian Döring , www.buecherveraendernleben.npage.eu

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