Von Auschwitz nach Jerusalem (Mängelexemplar) - Grosser, Alfred

Alfred Grosser 

Von Auschwitz nach Jerusalem (Mängelexemplar)

Über Deutschland und Israel

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Von Auschwitz nach Jerusalem (Mängelexemplar)

Der Gaza-Krieg hat die Fragen wieder aufgeworfen: Wie scharf darf man Israel kritisieren? Messen die Israel-Kritiker mit zweierlei Maß oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten? Wenn es um den jüdischen Staat geht, kochen sechzig Jahre nach dessen Gründung die Emotionen regelmäßig hoch. Das hat insbesondere in Deutschland damit zu tun, dass in der Debatte unterschiedliche Auffassungen darüber aufeinanderprallen, welche Lehren aus Auschwitz zu ziehen seien. Aus der Perspektive eines Franzosen, der als jüdischer Deutscher geboren wurde, bringt Alfred Grosser Klarheit in dieses von Polemik, Unterstellungen und Verzerrungen geprägte Feld. Er würdigt die deutsche Erinnerungspolitik und zeigt zugleich auf, wo diese doktrinär erstarrt ist. Für ihn kann die Konsequenz aus der Shoah nur lauten: Die Menschenrechte sind unteilbar und immer und überall einzufordern. Sie müssen für Muslime ebenso gelten wie für Juden in Palästina, aber auch in Europa selbst. Kaum ein Publizist hat diese Grundhaltung so konsequent vertreten, wie Grosser es seit mehr als fünfzig Jahren tut.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 203 S.
  • Seitenzahl: 203
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 149mm x 20mm
  • Gewicht: 355g
  • ISBN-13: 9783498025151
  • ISBN-10: 3498025155
  • Best.Nr.: 33726716
Bemerkenswert findet Rolf Steininger das Buch von Alfred Grosser wegen der darin sichtbaren Entwicklung des Autors und seinem Verhältnis zu Israel. Die "Bilanz seines Lebens" eröffnet dem Rezensenten die gesamte deutsche Nachkriegsgeschichte, die Nürnberger Prozesse wie die Rolle der Kirche vor und nach '45. Wenn Grosser schließlich auf sein eigentliches Thema kommt, das "schwierige Israel", sieht er ebenfalls nichts ausgelassen. Von der Gründung des Staates, dem Verhalten Israels gegenüber den Arabern bis zur aktuellen Politik und einer Kritik an der Hamas reicht der Bogen. Grossers Weg von der Beschäftigung mit der Entwicklung in Deutschland hin zur "Tragik Israels und der Palästinenser" sieht er als bemerkenswerte Entwicklung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Bemerkenswert findet Rolf Steininger das Buch von Alfred Grosser wegen der darin sichtbaren Entwicklung des Autors und seinem Verhältnis zu Israel. Die "Bilanz seines Lebens" eröffnet dem Rezensenten die gesamte deutsche Nachkriegsgeschichte, die Nürnberger Prozesse wie die Rolle der Kirche vor und nach '45. Wenn Grosser schließlich auf sein eigentliches Thema kommt, das "schwierige Israel", sieht er ebenfalls nichts ausgelassen. Von der Gründung des Staates, dem Verhalten Israels gegenüber den Arabern bis zur aktuellen Politik und einer Kritik an der Hamas reicht der Bogen. Grossers Weg von der Beschäftigung mit der Entwicklung in Deutschland hin zur "Tragik Israels und der Palästinenser" sieht er als bemerkenswerte Entwicklung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.01.2010

Bilanz eines Lebens
Alfred Grossers Essay über Deutsche und Juden

Alfred Grosser, 1926 als jüdischer Deutscher in Frankfurt/Main geboren, 1933 mit seiner Familie nach Frankreich emigriert und seit 1937 französischer Staatsbürger, legt so etwas wie eine Bilanz seines Lebens vor. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat er sich mitverantwortlich gefühlt für die demokratische Entwicklung Deutschlands und hat sich für die deutsch-französische Verständigung eingesetzt. Durch zahlreiche Beiträge und Auftritte in den Medien ist er in Deutschland bekannt geworden. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, so 1975 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der vorliegende Essay ist wie eine tour d'horizon der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Kapitel "Schuldfrage" geht es um den Nürnberger Prozess, um die Entnazifizierung, aber auch um das Ermächtigungsgesetz 1933 und über die Debatte über die Wehrmacht in der Bundesrepublik, über Antisemitismus und Diskriminierung der Juden im "Dritten Reich" - "die versuchte Vernichtung aller greifbaren Juden" -, über die Rolle der Kirche vor und nach 1945. Beim "Vergleichen" zwischen Hitler, Stalin und Mao stellt Grosser …

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Dr. Alfred Grosser, geb. 1925 in Frankfurt, ist seit 1937 französischer Staatsbürger. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Institut d'Etudes Politiques in Paris und Journalist, außerdem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Träger des großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland, der Wilhelm-Leuschner-Medaille 2004 sowie vieler anderer Auszeichnungen und Preise. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und versteht sich dabei als 'Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kulturen'.