Mit ihrer neuen CD "Simplified" schaffen Simply Red, die
Band um Mastermind Mick Hucknall es spielend, gleichzeitig vertraut
und doch neu zu klingen. Unabhängigkeit macht Mut. Den Beweis dafür
liefert Mick Hucknall mit seiner Band Simply Red in Form des neuen
Albums "Simplified". Bereits das Vorgängeralbum
"Home" war beim eigenen, unabhängigen Label Simplyred.com
erschienen, hielt sich aber noch weitestgehend an das bekannte
Simply Red-Erfolgsmuster. Mit "Simplified" gehen Hucknall
und Co. jetzt ein gutes Stück weiter, denn so divers wie in den
zwölf Songs des neuen Werks klang die Band um den charismatischen,
englischen Sänger nie. Das wird schon beim Opener "Perfect
Love" offensichtlich, der auffallend üppig mit der
rhythmischen Nonchalance Kubas ausgestattet ist. Feurige Percussion
und Latin-Bläsersätze sorgen in der ersten Singleauskopplung des
Albums für willkommene Abwechslung im Simply Red-Repertoire. Für
Fans hält Hucknall mit Neuinterpretationen sechs alter Simply
Red-Hits eine besondere Überraschung parat. Denn die neuen
Versionen machen dem Albumtitel alle Ehre. Bis auf den Kern der
Songs hat Hucknall die Nummern entkleidet und von ihrer Glasur
befreit. So erstrahlt "Something Got Me Started" in
neuem, latin-angehauchten Glanz. "Holding The The Years",
der erste Simply Red-Hit von 1985, erinnert mit seinem
spartanischen Arrangement an die Glanzzeiten des Jazz-Gesangs.
Überhaupt durchzieht das Album ein Hauch Nostalgie, was nicht
zuletzt an der Produktionstechnik liegt, die "Simplified"
zwar topaktuell, aber dennoch nach den warmen Sounds alter Blue
Note-Aufnahmen aus den Sixties klingen lässt. Mit "More"
liefert Hucknall einen Reggae in Rheinkultur ab, während "A
Song For You" mit seinem Streicherarrangement nach ganz großem
Kino für die Ohren klingt. Die Neufassung von "Your
Mirror" klingt emotional packender als zuvor, weil Hucknall
lediglich von Piano und Streichern begleitet wird.
"Simplified" ist vom ersten bis zum letzten Ton
organisch. Rhythmusmaschinen sucht man vergeblich, alles wirkt
spontan und live eingespielt. Dadurch gewinnt sogar noch Hucknalls
ohnehin schon unnachahmliche Stimme an Dynamik und Feinheit.
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