Old Ideas - Leonard Cohen
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Leonard Cohen 

Old Ideas

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Old Ideas

Der 77-jährige Kanadier legt auf seine alten, aber noch lange nicht gebrechlichen Tage ein Album vor, das an seine Meisterwerke der Siebziger und Achtziger anknüpft - an "Recent Songs" (1979) und "Various Positions" (1984). Bei diesen beiden Alben arbeitete Cohen mit der Songwriterin Jennifer Warnes zusammen - und jetzt arrangierte sie den ergreifenden Track "Show Me The Place", bei dem sie auch den Backgroundchor singt. Für die zehn Tracks seines zwölften Studioalbums hat Cohen neben Jennifer Warnes noch weitere Sängerinnen um sich geschart, die für sensible stimmliche Nuancierungen sorgen: Anjani Thomas, Dana Glover (engelsgleich auf "Come Healing"), die wunderbaren Webb Sisters Hattie und Charley, die ihn auf seiner Welttournee begleiteten, und seine langjährige Arrangeurin Sharon Robinson. Letztere zeichnete für den keyboardlastigen Sound seiner beiden letzten Alben, "Ten New Songs" (2001) und "Dear Heather" (2004), verantwortlich, die deshalb nicht wirklich überzeugten. Dass Cohen jetzt die Tändeleien mit Synthies und E-Piano zurückfährt, bekommt den neuen Aufnahmen ungemein gut. So entfaltet jeder Track seinen eigenen unwiderstehlichen Charakter, mal mit Geige, mal mit dem Kornett, mal mit hymnischen Untertönen, mal als Blues ("Darkness", gespielt mit seiner langjährigen Tourband). Auf "Crazy To Love You" singt der Meister sogar zur eigenen spärlichen Gitarrenbegleitung wie ganz am Anfang seiner Laufbahn Ende der 60er-Jahre. Und natürlich finden sich noch genug Keyboards in den Arrangements, und so freut man sich vor allem über den spärlichen, aber sinnvollen Einsatz der Hammond-Orgel. Ach ja, und dann noch diese Stimme: In Stücken wie "Going Home" ist sie zwar eher ein raues Raspeln als das, was man gemeinhin unter Gesang versteht. Dennoch wirkt sie nie abgekämpft oder müde. Mit 77 findet Cohen mühelos zur Bestform zurück, diese "alten Ideen" klingen frisch und jung wie eh und je. Der sieben Jahre jüngere Bob Dylan wirkt inzwischen im Vergleich wie Cohens Opa. Fazit: Reichhaltige Arrangements, sensible Kollaborateure, großartige Texte und die abgrundtiefe Baritonstimme - bei Cohens Zwölfter herrscht jetzt wieder wie früher die pure Magie. Möge er so alt werden wie Jopi Heesters und noch viele "Old Ideas" unters Volk bringen. Manfred Gillig-Degrave
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 27.01.2012
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.01.2012

Sportsmann, Beschützer, Mistkerl
Von Zeit zu Zeit hören wir den Alten ganz gern: Leonard Cohens neues Album

Einer betrügerischen Managerin haben wir es zu verdanken, dass Leonard Cohen überhaupt noch einmal auf die Konzertbühnen dieser Welt zurückgekehrt ist. Kelley Lynch hatte ihn um acht Millionen Dollar gebracht, Cohen brauchte Geld. Von seiner Welttournee 2008 bleiben nicht nur Erinnerungen an großartige Konzerte zurück, sondern auch das Doppelalbum "Live in London", auf dem Cohen sich als funkelnder Entertainer erweist, der immer ein paar knarzige altersweise Witze im Gepäck hat. "Es ist lange her, dass ich auf einer Bühne in London gestanden habe", sagt er da zum Beispiel. "Das war vor vierzehn oder fünfzehn Jahren, da war ich sechzig Jahre alt - nur ein verrücktes Kind mit einem Traum."

Cohens letztes Studioalbum erschien vor acht Jahren. Sein neues ist instrumental ähnlich reduziert wie die beiden letzten, von der Kritik verschmähten Platten "Ten New Songs" und "Dear Heather". "Seichte Säusellieder, umspült von den Wellen der Wellness", attestierte ihm der "Rolling Stone", und das ist sicher nicht ganz falsch, aber auch …

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Leonard Cohen, geboren 1934 in Montreal, als Sohn jüdischer Eltern, ist Sänger und Musiker - und vor allem ein großer Poet. Er begann seine künstlerische Laufbahn 1956 mit dem Gedichtband "Let Us Compare Mythologies" und veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter zwei Romane, und 17 Schallplatten. Im März 2008 wurde Cohen in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2011 erhielt er den spanischen "Prinz-von-Asturien-Preis" für Literatur.

Trackliste zu "Old Ideas" von Leonard Cohen


CD
1 Going Home 03:51
2 Amen 07:35
3 Show Me The Place 04:09
4 Darkness 04:29
5 Anyhow 03:08
6 Crazy To Love You 03:06
7 Come Healing 02:52
8 Banjo 03:22
9 Lullaby 04:46
10 Different Sides 04:05

Kundenbewertungen zu "Old Ideas" von "Leonard Cohen"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Konni aus Puchheim am 10.02.2012 ***** ausgezeichnet
Man muss wirklicher Leonhard Cohen Fan sein um die CD zu mögen.
Wir haben früher gespöttelt, dass, wenn Cohen sich so weiter entwickelt, er schließlich nur noch einen Ton singen wird; wir haben nicht vorausgeahnt, dass er schließlich nur noch auf einem Ton singsprechen wird.
Gleichwohl oder gerade deswegen entwickeln die Aufnahmen einen spezifischen Sog.
Seit dem zweiten- drittenmal hören bin ich sehr angetan

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