Mit seinem dritten Hit-Album in Folge avanciert Juanes endgültig zu
Kolumbiens heißestem Anwärter auf eine internationale
Rock-Karriere. Mit einem Paukenschlag trat Juan Esteban Aristizabal
2001 auf die Bühne. "Album Of The Year", "Song Of
The Year", "Best New Artist" u.s.w. ... in nicht
weniger als sieben Kategorien wurde der Kolumbianer damals für den
Latin-Grammy nominiert. Drei Trophäen konnte der Senkrechstarter
aus Südamerika schließlich mit nach Hause nehmen. "Fíjate
Bien", das in bittersüßer Stimmung gehaltene Debüt des
kolumbianischen Cantautors, kam ohne Weichspülmittel oder
synthetische Zusätze aus und gewann dem Rock en Español definitiv
neue Facetten ab. Um einiges radiofreundlicher war der Nachfolger
ausgefallen. "Un Día Normal" entstand 2003 erneut unter
der Regie des argentinischen Produzenten Gustavo Santaolalla -
ebenso wie sein drittes Hit-Album in Folge. Auf "Mi
Sangre" perfektioniert der Musiker aus Medellin seine
mitreißende Mixtur aus Rock, Reggae und südamerikanischen
Elementen. Erneut trumpft der 32-jährige Cantautor mit solidem
Songwriting auf und schüttelt scheinbar mühelos zwölf
hitverdächtige Rocksongs aus dem Ärmel - mit ausnahmslos spanischen
Texten und ohne Konzessionen an ein internationales Publikum.
Ohrwürmer wie das kecke "Amame", das idealistische
"Sueños", das hymnische "No Siento Penas" oder
das leidenschaftliche "La Camisa Negra", die erste
Hitsingle, sprechen eben für sich selbst. Bei Shakira spielt
sicherlich die Optik eine wichtige Rolle für ihren Erfolg. Bei
Juanes steht dagegen die Musik im Vordergrund: unverstellte,
geradlinige Rocksongs, die ihren Ohrwurm-Charakter erst beim
zweiten oder dritten Hören entfalten, sich jedoch dann umso
nachhaltiger im Gehörgang festsetzen.
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