Eine nie vergessene Geschichte - Koneffke, Jan

Jan Koneffke 

Eine nie vergessene Geschichte

Roman

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Produktbeschreibung zu Eine nie vergessene Geschichte

Pommersche Doppelhochzeit und ein stummes Klavier

Felix Kannmacher wächst mit drei Brüdern im Ostseestädtchen Freiwalde auf. Felix' Vater, ein strenger Schulmeister, verehrt den Philosophen Immanuel Kant, die Mutter wird von wechselnden Stimmungen und bald auch von Wahnideen beherrscht. Der erste Bruder ertrinkt, der zweite veranstaltet Hahnenwettkämpfe, der dritte zieht freiwillig in den beginnenden Krieg. Felix flüchtet sich ins Klavierspiel - immerhin wurde ihm eine Zukunft als Konzertpianist prophezeit. Das Klavier verstummt, als seine Mutter die Saiten als kriegstauglichen Rohstoff zur Sammelstelle bringt. Felix verschenkt sein Herz an Emilie, die Tochter des Apothekers. Doch auf die hat auch sein älterer Bruder ein Auge geworfen. Felix bleibt nur Emilies widerspenstige Schwester Alma. Kurz vor der Doppelhochzeit nimmt er Reißaus...
"Eine nie vergessene Geschichte" entfaltet das Panorama vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zu Kriegsende und Flucht 1945. Jan Koneffke zeichnet das Bild einer untergegangenen Welt voller Menschen, die an der Geschichte Schaden nehmen - aber auch an ihren eigenen Vorstellungen. Wie sagte Postkutscher Weidemann immer schon: "Es kommt schlimmer, als es bereits ist."

Produktinformation


  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 317 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 146mm x 30mm
  • Gewicht: 480g
  • ISBN-13: 9783832179595
  • ISBN-10: 3832179593
  • Best.Nr.: 23814630
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2008

Wie kommt Großvater ins Goggomobil?
Mit epischer Wucht: Jan Koneffke hat einen überragenden Familienroman verfasst / Von Oliver Jungen

Das Ärgerliche am Paradies ist, dass es Anfang und Ende der Geschichte markiert, aber nie einfach da ist. Manchmal fällt ein himmlischer Vorschein ins irdische Jammertal, gerne in Bayern: So verwandelt sich im Sommer der amöne Erlanger Schlosspark in einen Garten Eden. Pausenlos singen die Paradiesvögel: der Literaturnachwuchs, der seine jüngsten Werke zu Gehör bringt. Auch an die, die von Luft und Lesungen noch nicht leben zu können glauben, ist gedacht; man hat das Gärtlein zum Schlaraffenland erklärt, in dem Wurst und Bier nie zur Neige gehen. Während sich die Arien der Solisten überbieten, lagern mehr und mehr Zuhörer ermattet in der Nähe der Bierquelle, auch in diesem Jahr.

Doch dann war da plötzlich diese Stimme: neu, alt, anders, eine überlegene, faszinierende Erzählerstimme, die direkt aus den goldenen Tagen des poetischen Realismus herüberzuschallen schien: Jan Koneffke trug aus seinem Roman "Eine nie vergessene Geschichte" vor. Man musste ihm folgen, sich hineinziehen lassen in die …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Eine Familiengeschichte im Zeitraffer hat Rezensent Tobias Heyl hier auf dreihundert Seiten gelesen, und sie hat ihm sehr gut gefallen. "Prestissimo" erzählt Koneffeke die Geschichte der Familie Kanngießer, an der "alle Ambition, die menschliche Fehlbarkeit zu überwinden, zu Schanden geht", wie es der Rezensent mit Bezug auf Kant formuliert. Der Urgroßvater war ein misanthroper Schulleiter, der Großvater spannte seinem Bruder die Braut aus, der Vater ist nur akademisch ein Außenseiter, und alle verbindet die philosophische Begeisterung für Kant. Dass Koneffke mit seinem Tempo nie in den Slapstick verfällt, liegt an seiner sorgsamen Arbeit am figürlichen Detail, meint der Rezensent, der zudem kolportiert, dass die Familie Kanngießer nicht ganz unbeeiflusst von der Geschichte der Familie Koneffke sei.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.12.2008

Ein Schlangenei wird Pianist
Jan Koneffkes „Eine nie vergessene Geschichte” ist ein Familienroman, aber rasanter, als es das Genre erwarten lässt
Eine richtige Familie braucht ein schwarzes Schaf: einen bankrotten Onkel, einen politisch kompromittierten Bruder, eine Cousine zweiten Grades mit fragwürdiger erotischer Vergangenheit. Sie braucht das schwarze Schaf, weil im Familienkreis ja eigentlich nur jene Gespräche wirklich interessant sind, die hinter vorgehaltener Hand geführt werden. Sie braucht das schwarze Schaf zu pädagogischen Zwecken: So einer sollst du nicht werden, mein Sohn! Und sie braucht das schwarze Schaf, um sich permanent an die Chancen zu erinnern, die ein Ausbruch aus den Erwartungen und Gepflogenheiten der Familie bietet. So gesehen verspricht das schwarze Schaf evolutionären Nutzen: Es steigert die innerfamiliäre Artenvielfalt, wovon die Sippe langfristig profitieren kann.
Jan Koneffkes jüngster Roman ist ein klassischer Familienroman, der über drei Generationen bis zum Vater des Erzählers reicht, von der Kaiserzeit bis zum Ende des Krieges, mit einem Nachspiel, das bis fast in die Gegenwart führt. Es ist aber nicht die …

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"Ein erfrischend geschriebener Roman... Koneffke versteht es, seine Figuren in dieser auch sprachlich liebevoll überfließenden Familienpartitur zum Leben zu erwecken. Das charmante Portrait eines Nachgeborenen, der im "verheimlichten Onkel" die alte Figur des Taugenichts aufspürt- und in dessen Schatten unaufdringlich große Geschichte erzählt." FR " Der souveräne Gestus, Sätze, bei denen jedes Wort am Platz ist, nostalgische Wendungen, die keineswegs betulich klingen, sondern in ihrer Authentizität wie Juwelen funkeln im wunderlich perfekten Text. Über das gesamte Spektrum der Sprache scheint dieser Autor zu verfügen (...) Vollends manifestiert sich Koneffkes stilistische Brillanz in dem Umstand, dass all dies wie mit leichter Hand hingeworfen wirkt - ein einziges Lesevergnügen. Wie und auf welchem Niveau Jan Koneffke aus pommerscher Sicht ein Panorama der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts entwirft, das ist große, größte Erzählkunst." FAZ "Eine eindrucksvolle Familiensaga des 20. Jahrhunderts, die ganz vom Trauma des Verdrängens bestimmt ist." FOCUS "Obwohl sich Jan Koneffke auf unabsehbare Historienfelder hinauswagt, ist er ein Erzähler mit feinem …

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Jan Koneffke, geb. 1960 in Darmstadt, studierte Philosophie und Germanistik in Berlin und lebt als Schriftsteller und Publizist seit seinem Villa-Massimo-Stipendium (1995) in Rom. Er erhielt u.a. den Leonce- und Lena-Preis für Lyrik und den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis.

Leseprobe zu "Eine nie vergessene Geschichte" von Jan Koneffke

Im August 1968, auf dem Weg zur Beerdigung eines Bekannten, der wie sie von der pommerschen Seenplatte stammte, kamen meine Großeltern bei einem Unfall ums Leben. Ein Mercedes zerquetschte bei Ahrensburg Großvaters Goggomobil mit dem Modellnamen 'Limousine'. Aus dem Autowrack barg man zwei Leichen, zur Unkenntlichkeit entstellt, und einen mit Schleifen versehenen Beerdigungskranz, der keinen Schaden erlitten hatte. Mitte August fuhren wir nach Lensahn, um Emilie und Ludwig Kannmacher zu bestatten. Beim Leichenschmaus in einer Wirtschaft am Friedhof fing Großtante Alma zu schimpfen an, es sei Großvaters Schuld, wenn sie tot seien, er habe sein Goggomobil ja nicht abstoßen wollen. Erregt schob sie den Teller mit Suppe beiseite. Bis ans Ende der Mahlzeit, von der sie nichts zu sich nahm, schwieg sie uns vorwurfsvoll an. 'Sie vertreibt sich den Kummer mit Groll', meinte Vater, als sich Großmutters Schwester ins Gastwirtschaftsklo verzog. 'Man kann es verstehen, sie hatte ein bitteres Leben. 'Ich wollte vom Leben der mageren Großtante nichts wissen. Alma war nicht besonders beliebt bei uns Kindern, meinem Bruder und mir, und sie machte sich nichts aus uns. Kinder waren aufdringlich, fand sie, und vorlaut. Kinder hatten nichts anderes verdient, als mit eiserner Strenge behandelt zu werden. Wenn wir sie mit unseren Eltern besuchten, war Alma begierig darauf, uns bei einem Vergehen zu erwischen, das sie ins Recht setzte. Heimlich nannten wir sie 'Krokodil' oder 'Drachen'. Alma blieb auf der Toilette, was niemand bemerkte - das heißt, außer mir, und ich war zu erleichtert, um etwas zu sagen. Ohne von meiner Großtante verwarnt zu werden, konnte ich bei den Obsttorten zuschlagen. Ich verschlang einen halben Rhabarberkuchen. Nebenbei lauschte ich meinem Vater und Tante Helene, die in Kindheitserinnerungen schwelgten. Sie sprachen vom 'Sumpf der Kraut-Glawnitz', vom 'Buckower See', von 'Alt-Kugelwitz', 'Zizow' und 'Schlawe'. Und von 'Freiwalde', versteht sich. 'Freiwalde' und wieder 'Freiwalde'. Wenn sie von der Heimatstadt redeten, konnte man meinen, sie sei ferner als Mond oder Mars. 'Und unsere Eltern verstanden sich blendend', sagte Vater zu Schwester Helene, 'sie haben sich niemals gestritten, nicht wahr?' - 'Nein', sagte Helene, 'sie stritten sich nie.' - 'Und sie waren grundverschieden', fuhr Vater fort, 'Mutters Neugier und Lebenslust passten nicht zu Vaters praktischem Buchhalterwesen. Er musste sie mit seiner Langmut auffangen.' - 'Sie liebten sich', sagte Helene, 'das war es.' Vater und seine Schwester verfielen ins Schweigen, und ich leckte den Sahnetopf sauber. 'Diese Ehe hat keiner von beiden bereut', sagte Tante Helene, und Vater erwiderte: 'Ja. Trotz unseres verschollenen Onkels, von dem man zu Hause nicht sprechen durfte.' Ich vergaß meine Absicht, ein Achtelchen Kirschstreusel auf meinen Teller zu laden. 'Warum ist Onkel Felix verschollen?' fragte ich. Vater griff aus Verlegenheit zu seiner leeren Kaffeetasse. 'Wissen wir nicht', sagte er. Er blinzelte Schwester Helene zu, die heftiger nickte, als es notwendig war. Mein Großvater hatte den kleineren Bruder in seinen Familiengeschichten beharrlich verschwiegen. Ludwig Kannmacher war ein erinnerungsseliger Mensch, der es liebte, von seinem Freiwalde zu sprechen. Er plauderte Lausbubenstreiche aus, die er als halbstarker Junge begangen hatte, und unterhielt uns mit pommerschen Schauerlegenden. Seinen kleineren Bruder verheimlichte Großvater, es sei denn, er verplapperte sich. Im Schwung eines Schnacks, der sich um eine Kindheitsbegebenheit drehte, in die Bruder Felix verwickelt war, konnte aus heiterem Himmel sein Name fallen. Und wenn wir erfahren wollten: 'Felix? Wer war das?', zuckten Oma Emilie und Großtante Alma zusammen. Großvater Ludwig bekam einen Schluckauf und mit seiner Mitteilsamkeit war es aus. Vater wiederum wollte sich nichts aus der Nase ziehen lassen. 'Felix Kannmacher war Pianist', mehr verriet er nicht. Vater wandte sich ruckartig an seine Schwester. 'Was ist eigentlich mit Alma? Wo steckt sie?' Zum Beunruhigt sein hatten sie allen Anlass, Almas Stuhl war seit zwanzig Minuten verwaist. 'Sie ist auf der Toilette', versetzte ich schadenfroh. Gleichzeitig sprangen Vater und Schwester Helene auf, um zum Gastwirtschaftsklo zu eilen, das sich im Keller befand. Ich starrte pappsatt von den Torten- und Obstkuchenresten zum Fenster mit seiner vergilbten Gardine. Es scherte mich nicht, was mit Alma passiert war. Lieber wollte ich mit meinem Bruder spielen, der auf dem sandigen Parkplatz im Sonnenschein mit einem Lederball kickte und dribbelte. Wir donnerten unseren Ball ans Garagentor, als ein Ambulanzwagen scharf auf den Parkplatz einbog. Staubwolken aufwirbelnd hielt er vorm Gasthof, und es verging keine halbe Minute, bis man eine Bahre ins Freie bugsierte. Almas Gesicht war kalkweiß und verknittert. Sie bewegte zwei Finger und winkte mich zu sich. 'Wenn ich sterbe, wirst du an mich denken, nicht wahr?' Ob sie in Sorge war, einer der Menschen zu werden, die in unseren Familiengeschichten nicht vorkamen? Vor Sonnenuntergang stiegen wir in den blauen VW, einen Firmenwagen von Dr. Oetker, bei dem Vaters Schwager als Puddingvertreter arbeitete. 'Alma muss eben im Mittelpunkt stehen', seufzte Tante Helene vom Beifahrersitz, 'und auf Mutters und Vaters Beerdigung konnte sie dummerweise nicht Mittelpunkt sein. Bis zu diesem Zusammenbruch im Klo.' Ich nickte bald ein auf der Fahrt bis nach Kiel, wo Vaters Schwester und Schwager zu Hause waren. Wer mich schlafen legte, bekam ich nicht mit. Ich versank in dem riesigen Bett mit seiner weichen Matratze wie in einer Wolke. Tief in der Nacht weckte mich ein Gewitter. Blitze tauchten das Dachbodenzimmer in grelles Weiß, und bei einem Donnerschlag schob ich mich zu meinem Vater. Er kam mit seinem Schnarchen nicht an gegen peitschenden Regen und knatternden Wind. Ich sog seinen Geruch ein, bei dem es mir schauderte, dieses Gemisch aus Zigarrenqualm und saurem Schweiß, und rieb meine Stirn an der stacheligen Wange. 'Es tut mir leid', sagte ich. 'Was tut dir leid?' fragte Vater, der schlagartig wach war. 'Es tut mir um Oma und Opa leid', sagte ich, 'wir werden sie nie mehr besuchen.' - 'Nein, wir werden sie nie mehr besuchen', erwiderte er. Er richtete sich mit dem Ellbogen auf. 'Willst du nicht mehr schlafen, mein Junge?' Seine schimmernden Augen betrachteten mich. 'Ich weiß nicht', entgegnete ich. Ich wollte Vater zu Oma und Opa befragen und zu meinem verschollenen Großonkel Felix. Schwer zu sagen, ob Vater erriet, was ich dachte, oder lediglich vorhatte, mich zu beruhigen. Er stieg aus dem Bett, um sich eine Zigarre zu holen. Er knipste das schmalere Ende ab, steckte sie mit einem Streichholz an und setzte sich in einen Sessel beim Dachbodenfenster. Abwechselnd war er ein Schatten mit glutrotem Punkt vor den Lippen oder eine aufzuckende, weiße Gestalt, die mir fremd vorkam, unheimlich. Was mich beschwichtigte, war seine Stimme. Ich erinnere mich bis zum heutigen Tag an sie, diese warme und liebevoll raunende Stimme.'In unserem Ostseeort lebte ein preußischer Offizier, der im Siebzigerkrieg gegen Frankreich ein Bein verloren hatte. Als bejubelter Held aus der Schlacht um Paris ritt er auf einem Pferd in der Heimatstadt ein. Dieses Pferd war ein starkes Ross, muss es gewesen sein, wenn es einen Karren mit sieben Kanonen zog. Und mit sieben Kanonen im Schlepptau, behauptete man in Freiwalde, tauchte er vor der Stadtmauer auf. Du weißt ja, Freiwalde besaß eine Stadtmauer.' Vater strich seine hochstehenden Haare glatt. 'Was er anfangen wollte mit seinen Kanonen, verriet er nicht. Das bekam man erst spitz, als er sie auf den Steilhang zur Ostsee verfrachten ließ. Sie standen in Reih und Glied nebeneinander, im Abstand von je sieben Metern. Und wenn ein Gewitter vom Meer aufzog oder sich weißlicher Nebel verbreitete, der Freiwaldes Fischer am Auslaufen hinderte, beschoss er mit seinen Kanonen die Wolken.' 'Er schoss auf die Wolken?' versetzte ich staunend. Vater zog an der Zigarre und nickte. 'Einbeinig sprang er von einer Kanone zur anderen, und es dauerte keine Minute, bis es wieder vom Steilufer donnerte.' - 'Und was passierte, wenn er seine Kugeln zum Himmel schoss?' wollte ich wissen. 'Anfangs habe er Unwetterwolken und Nebel vertrieben, behauptete man in Freiwalde, in meiner Kindheit verscheuchte er sie leider nicht mehr. Unsere Scheiben vibrierten bei dem Artilleriefeuer, das er auf dem Steilhang veranstaltete, trotzdem suchten uns Nebel und Unwetter heim.' - 'Er war zu alt', spekulierte ich. 'Wer weiß, ob es das war', erwiderte Vater, 'als Kind stieg ich zigfach zum Steilhang hoch, um seine Kanonen von nahem zu betrachten. Und was soll ich dir sagen, ich fand keine. Ich konnte nie eine Kanone entdecken. Und dem einbeinigen Offizier bin ich niemals begegnet.' Vater, der wieder ins Bett kroch, nahm mich in den Arm. Ich war nicht zufrieden mit seiner Geschichte. 'Du hast sie erfunden', bemerkte ich grollend. 'Nein', sagte Vater, 'das habe ich nicht. Und ob sie erfunden ist oder wahr, spielt keine Rolle. In der Zwischenzeit donnert und blitzt es nicht mehr, und mit einer Geschichte im Kopf kann man viel besser einschlafen. Merkst du es nicht?' Ja, ich merkte es. Ich ruckelte mich neben Vater zurecht und fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

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