Wenn wir etwas von Politikern erfahren, dann geschieht das meist
über die Medien. Ganz gleich ob Zeitungen, Fernsehen, Hörfunk oder
das Internet, sie alle berichten über Politik und deren Akteure und
nehmen so Wertungen vor, mit denen wir konfrontiert werden. Stellt
sich die Frage, ob es diese Politiker-Images sind, die einen
Politiker in unseren Augen sympathisch oder unsympathisch,
kompetent oder inkompetent, wählbar oder unwählbar erscheinen
lassen. Im Falle von George W. Bush muss man kein Wissenschaftler
sein, um festzuhalten, dass der noch amtierende US-Präsident
hierzulande zu den unbeliebtesten US-Präsidenten aller Zeiten
zählt. Glaubt man den Umfragen, wurde seine Wiederwahl im November
2004 von den wenigsten goutiert. Fragt sich nur: Warum eigentlich?
Warum hätten die meisten Deutschen Bushs Kontrahenten John Kerry
gewählt? Liegt es möglicherweise daran, dass das Bild, das von
George W. Bush in den Medien gezeichnet wurde, derart verheerend
war? Dieser Frage geht der Autor dieses Buches nach, indem er die
Berichterstattung deutscher Tageszeitungen vor der Präsidentenwahl
mithilfe von Methoden der Publizistikwissenschaft analysiert.
Jan Müller, Jahrgang 1981, studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kommunikationswissenschaft, Politische Wissenschaft und Wirtschaftspsychologie. Im Anschluss an sein Studium absolvierte er ein Programmvolontariat beim Bayerischen Rundfunk, wo er seither als freier Mitarbeiter für Hörfunk und Fernsehen tätig ist.