Ökologie und Gesellschaftskritik - Marcuse, Herbert

Ökologie und Gesellschaftskritik

Einl. v. Iring Fetscher

Herbert Marcuse 

Herausgeber: Jansen, Peter-Erwin
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Ökologie und Gesellschaftskritik

Die Ausgabe der 'Nachgelassenen Schriften' Herbert Marcuses bietet eine Auswahl aus dem umfangreichen Nachlass des bedeutenden Sozialphilosophen. Die wichtigsten bisher unpublizierten oder auf Deutsch nicht zugänglichen Schriften Marcuses werden thematisch gruppiert, vom Herausgeber erläutert und mit einer Einleitung versehen.

In "Ökologie und Gesellschaftskritik", dem abschließenden Band der "Nachgelassenen Schriften", tritt Herbert Mar cuse als Visionär der aufkeimenden Ökologiebewegung hervor.

Die destruktive Kraft der kapitalistischen Produktionsweise war zeitlebens ein zentrales Thema in den Schriften Herbert Marcuses. Immer wieder hat er die zerstörerische Umlenkung der menschlichen Triebkräfte im fremdbestimmten Arbeitsprozess analysiert, den Zusammenhang von autoritären Charakterstrukturen und autoritärem Staat aufgezeigt, das aggressive Potential der imperialistischen Blöcke gegeißelt. In seinen späten Schriften thematisiert Marcuse ein weiteres Moment der Ausbeutung: Nach der Unterdrückung der inneren Natur des Menschen rückt die Ausbeutung und Unterdrückung der äußeren Natur durch den Menschen immer stärker in den Focus seines Denkens. Ökologie und Gesellschaftskritikversammelt entscheidende Texte aus allen Schaffensperioden Marcuses und zeigt ihn als einen frühen Visionär der Ökologiebewegung - ohne deren Schwanken zwischen Schrebergartenperspektive und Untergangsprophetie.


Produktinformation

  • Nachgelassene Schriften
  • Bd.6
  • Verlag: Zu Klampen
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 175 S.
  • Seitenzahl: 170
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 146mm x 20mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783924245870
  • ISBN-10: 3924245878
  • Best.Nr.: 08255985
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.12.1999

Ein Marcuse ist nicht genug

Schafft ein, zwei, viele Vietnams, so lautet ein bekannter Slogan der Studentenbewegung der sechziger Jahre. Daraus ist zum Glück nichts geworden. Einer ihrer Mentoren aber, Herbert Marcuse, scheint die Parole auf sich selbst bezogen und sich darangemacht zu haben, ein, zwei, viele Marcuses zu schaffen. Und dieses Unternehmen war erfolgreich. Der erste Band, seine nachgelassenen Schriften, der sechs Texte von den fünfziger bis zu den siebziger Jahren vereint, zeigt eine solche Fülle von Marcuses, dass man Mühe hat, sie alle unter einen Hut zu bekommen (Herbert Marcuse: "Nachgelassene Schriften". Band 1: Das Schicksal der bürgerlichen Demokratie. Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Peter-Erwin Jansen. Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt. Dietrich zu Klampen Verlag, Lüneburg 1999. 176 S., geb., 38,- DM). Da ist ein Jefferson-Marcuse, der mit beredten Worten beklagt, was aus life, liberty, and the pursuit of happiness in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft geworden ist. Ein William-Morris-Marcuse, der von einer Vervollkommnung der verschandelten Objektwelt nach den Maßgaben der Schönheit träumt. Ein …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Von für die Allgemeinheit doch recht begrenztem Interesse scheint dieser Band mit nachgelassenen Schriften Herbert Marcuses aus den dreißiger und vierziger Jahren. Es geht um eher interne Einschätzungen und Diskussionen im Zusammenhang des Instituts für Sozialforschung. Zwar war Marcuse als Kenner sehr verschiedener philosophischer Schulen (und als intimer Heidegger-Kenner) sehr gut in der Lage, über die Entwicklungen der Philosophie der Zeit kundig zu informieren. Den Ertrag findet der Rezensent Stefan Dornuf, der leider keinen wirklichen Überblick über die Zusammensetzung des Buches vermittelt, dennoch eher bescheiden. Jedenfalls schließt er mit der Anmerkung, dass Max Horkheimer in der Anwendung der systematischen Einsichten "konsequenter" vorging.

© Perlentaucher Medien GmbH
Herbert Marcuse, geboren 1898 in Berlin, wird nach dem Militärdienst im 1. Weltkrieg für kurze Zeit Mitglied eines Soldatenrates in Berlin. Ab 1919 studiert er Literaturwissenschaft und Philosophie in Freiburg/Breisgau (u.a. bei Husserl und Heidegger). 1932 wird er Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und emigriert 1934 nach New York, wo er am Institute of Social Research tätig ist und Mitbegründer der Kritischen Theorie der Gesellschaft wird. Während des 2. Weltkriegs arbeitet Marcuse für den amerikanischen Geheimdienst, um die Kriegsanstrengungen der Aliierten gegen Nazideutschland zu unterstützen. Nach dem Ende des Krieges kehrt er nicht, wie Horkheimer und Adorno, nach Europa zurück, sondern lehrt an verschiedenen renommierten Universitäten der USA: An der Harvard University, der Brandeis University, der Princeton University, der University of California. Hier verfasst er seine großen Werke. Am 29. Juli 1979 stirbt Herbert Marcuse während eines Deutschlandaufenthalts in Starnberg.

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