Chantal Mouffe, eine der profiliertesten politischen
Theoretikerinnen der Gegenwart, unterwirft in diesem Text die
gegenwärtige globalisierungskritische Bewegung einer solidarischen
Kritik. Will die Antiglobalisierungsbewegung irgendwelche Effekte
haben, muss sie, so Mouffe, zu einer politischen Organisationsform
finden und das Politische selbst ernst nehmen. Viele der Theorien,
die derzeit im Zentrum der globalisierungskritischen Debatte
stehen, tun allerdings genau das Gegenteil. Chantal Mouffe entwirft
eine Kritik der Konzepte von "Empire" und
"Multitude", wie sie von Michael Hardt und Antonio Negri
entworfen wurden, und kritisiert zugleich die liberalen Spielarten
der Globalisierungskritik, etwa die einer kosmpolitanen Philosophie
im Gefolge von Habermas. In beiden Fällen würde Politik in ihrem
fundamentalen, radikalen Sinne aufgegeben und ersetzt durch
Spontaneismus einerseits und tendenzielle Konfliktumgehung
andererseits. Solche Theorien hätten damit erstaunliche Ähnlichkeit
mit dem apolitischen "Blairismus" und dessen sogenannten
Dritten Weg.