Smith oder List: Wer gewinnt?Lists "Nationales System" in neuer AuflageEs gibt Zufälle, die scheinen von einer unsichtbaren Hand gesteuert. Hier ist so einer: die Neuausgabe des Buches "Das nationale System der politischen Ökonomie" von Friedrich List (1789 bis 1846). Jedenfalls dürften die Initiatoren und der Herausgeber der Neuauflage, Eugen Wendler, wohl kaum damit gerechnet haben, dass dieser erste international erfolgreiche deutsche Klassiker der politischen Ökonomie, der 1841 zum ersten Mal erschienen ist und nun in einem Neudruck vorliegt, so brandaktuell werden könnte.
Denn die Diskussion über die Rolle des Staates in der Wirtschaft und die Frage, ob der Staat ordnend in die Entscheidungen der Akteure eingreifen sollte, wird nach der Finanzkrise und der sich dadurch verschärfenden Rezession mit so viel Sympathie für Interventionen geführt wie schon lange nicht mehr. Der klassische Wirtschaftsliberalismus steht am Pranger, die Idee des geregelten oder gezügelten Kapitalismus gewinnt neue Kraft. Und in dieses Schema passt so einiges, was Friedrich List vor mehr als 160 Jahren formuliert, empfohlen und gefordert …