Antonio Gramsci erweiterte den Staatsbegriff um
zivilgesellschaftliche Institutionen, welche die notwendige
Hegemonie, d.h. den aktiven gesellschaftlichen Konsens,
organisieren. Der Band fragt danach, wie diese Konzeption die
aktuelle Staatsdiskussion und die Theorie Internationaler
Beziehungen erweitern kann.
Geradezu sensationell finden Josef Esser und Benjamin Werner, dass in der Reihe "Staatsverständnisse" mit dem vorliegenden Band in die Staatstheorie des Schriftstellers und Philosophen Antonio Gramsci eingeführt wird. Schließlich, so glauben sie, gelte doch in der deutschsprachigen Politikwissenschaft marxistische Theorie nicht viel. Der Band versammelt ihren Informationen zufolge neun Beiträge zum fragmentarischen Werks des italienischen Autors, der von den Faschisten 1926 inhaftiert wurde und in Folge der Haftbedingungen 1936 starb, wie die Rezensenten einnern. Sie zeigen sich vom ungewöhnlichen Staatsverständnis Gramscis und vor allem von seiner Auffassung der Zivilgesellschaft, der er eine maßgebliche Rolle im Staatsgebilde zuschreibt, beeindruckt und finden die Einführung der Herausgeber Sonja Buckel und Andreas Fischer-Lescano lobenswert informativ. Großen Kenntnisreichtum schreiben Esser und Werner überhaupt allen Beiträgen des Bandes zu und zeigen sich damit rundum zufrieden.
Sonja Buckel, geb. 1969, studierte sowohl Politik- als auch Rechtswissenschaft, promovierte in Frankfurt am Main und arbeitet dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin am gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereich.