Gebt den Juden Schleswig-Holstein! - Broder, Henryk M.; Follath, Erich

Henryk M. Broder Erich Follath 

Gebt den Juden Schleswig-Holstein!

Wenn Deutsche Israel kritisieren - ein Streit

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Produktbeschreibung zu Gebt den Juden Schleswig-Holstein!

Zwei streitbare Autoren und eine heikle Frage: In welcher Form darf man als Deutscher Israel kritisieren? Die Erfolgsautoren Erich Follath und Henryk M. Broder haben sich scharfzüngig und debattenfreudig dieses heiklen Themas angenommen. Aus ihrer Auseinandersetzung entstanden ist ein ebenso erhellendes wie unterhaltsames Buch, das zum Weiterdiskutieren herausfordert.

Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten - aber auch eine Besatzungsmacht, die Menschenrechte verletzt. Sollen wir uns als Deutsche angesichts unserer Geschichte mit Kritik an diesem Staat zurückhalten? Oder verpflichtet uns die Vergangenheit im besonderen Maße dazu, Missstände anzuprangern? Und geht das überhaupt: Israel wie jedes x-beliebige Land zu behandeln?

Zwischen den SPIEGEL-Reporter Erich Follath und Henryk M. Broder hat sich über diese brisanten Fragen eine Debatte entsponnen. Mit großer Lust an der Auseinandersetzung und mit sprachlicher Brillanz feuern die beiden Israel-Kenner die Argumente aufeinander ab - als befreundete Kollegen, was sie jedoch nicht daran hindert, vom Dialog zum Angriff überzugehen.

¢Eine Polemik, die sich gewaschen, in der Politik nichts ihresgleichen und einen Reichtum an prima Pointen hervorgebracht hat. Das reine Lesevergnügen!¢

Mein schönes Zuhause, 06/10 ¢Ein Streitgespräch (?x20AC;¦) zwischen intelligenten, unterhaltsamen, klug argumentierenden älteren Herren.¢

General-Anzeiger ¢Da fetzen sich zwei sehr ernsthafte und kompetente Betrachter der Szene und schaffen es, die so komplexe Situation im Verhältnis Israels zu seinen Nachbarn - und auch die historische Rolle Deutschlands und "der Deutschen" - um fassend und doch übersichtlich zu beschreiben.¢Leserstimme im SPIEGEL

Produktinformation


  • Abmessung: 222mm x 144mm x 20mm
  • Gewicht: 350g
  • ISBN-13: 9783421044822
  • ISBN-10: 3421044821
  • Best.Nr.: 28106560
"Eine Polemik, die sich gewaschen, in der Politik nichts ihresgleichen und einen Reichtum an prima Pointen hervorgebracht hat. Das reine Lesevergnügen!" (Mein schönes Zuhause, 06/10)

»Da fetzen sich zwei sehr ernsthafte und kompetente Betrachter der Szene und schaffen es, die so komplexe Situation im Verhältnis Israels zu seinen Nachbarn - und auch die historische Rolle Deutschlands und "der Deutschen" - um fassend und doch übersichtlich zu beschreiben.«

»Da fetzen sich zwei sehr ernsthafte und kompetente Betrachter der Szene und schaffen es, die so komplexe Situation im Verhältnis Israels zu seinen Nachbarn - und auch die historische Rolle Deutschlands und "der Deutschen" - um fassend und doch übersichtlich zu beschreiben.«

"Eine Polemik, die sich gewaschen, in der Politik nichts ihresgleichen und einen Reichtum an prima Pointen hervorgebracht hat. Das reine Lesevergnügen!" (Mein schönes Zuhause, 06/10)
Erich Follath, geboren 1949 in Esslingen, ist promovierter Politikwissenschaftler und bekannter Sachbuchautor. Der Diplomatische Korrespondent des SPIEGEL bereist jedes Jahr mehrmals Israel und hat zahlreiche Titelgeschichten und Reportagen über den Nahen und Mittleren Osten geschrieben.

Leseprobe zu "Gebt den Juden Schleswig-Holstein!"

»Meine Kippa liegt im Ring« (S. 124-125)

Warum ich für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden kandidiere 

Von Henryk M. Broder  

Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, mich um das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland zu bewerben. Das Prozedere ist nicht ganz einfach, man muss der Repräsentantenversammlung einer jüdischen Gemeinde angehören und von dieser nominiert werden. Nachdem mir aber zwei kleine Gemeinden ihre Unterstützung zugesagt haben, sind das keine unüberwindlichen Hindernisse. In zwei Jahren werde ich 65, ich habe immer das getan, was ich tun wollte. Jetzt ist die Zeit gekommen, das zu tun, was ich tun sollte. Die offizielle Vertretung der Juden in Deutschland befindet sich in einem erbärmlichen Zustand.

Die Präsidentin – intern »Tante Charly« genannt – scheint von dem Job überfordert. Wer die Pressemitteilungen liest, die von ihrem Büro herausgegeben werden, erfährt, dass ein Besuch bei der Frau des Bundespräsidenten zu den wichtigsten Erfahrungen ihres Lebens gehört. Ihre Stellvertreter belauern sich gegenseitig und warten darauf, wer als Erster aus der Deckung geht. Was der Zentralrat tut oder unterlässt, das entscheidet dessen Generalsekretär, der die schwindende Bedeutung der Organisation durch taktische Allianzen und sinnfreien Aktionismus auszugleichen versucht. Zuletzt hat er den ehemaligen Berliner Finanzsenator, Thilo Sarrazin, wegen dessen kritischen Äußerungen über integrationsunwillige Migranten in eine Reihe mit Hitler und Goebbels gestellt und sich bald darauf für diese Entgleisung auf eine Weise entschuldigt, die vor allem eines demonstrierte: dass er keine Ahnung hat, wovon er redet.

Der Zentralrat vertritt eine kleine Minderheit, etwa 100000 Juden, von denen die meisten nach 1989 aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik gekommen sind, sein Wort hat aber Gewicht. Besser gesagt: Es hatte Gewicht. Inzwischen werden dessen Stellungnahmen kaum noch wahrgenommen, weil er sich inflationär zu allem und jedem äußert. Den Rücktritt eines Ministerpräsidenten zu fordern, weil dieser sich in der Wortwahl vergriffen und von einer »Pogromstimmung gegen Manager« gesprochen hat, ist nicht nur unangemessen sondern auch dumm. Man soll keine Forderungen erheben, zu deren Durchsetzung man nicht in der Lage ist.

Es sei denn, man will sich vorsätzlich blamieren. Der Zentralrat versteht sich als eine Art Frühwarnsystem gegen politischen Extremismus und andere aufziehende Gefahren. Das war die Rolle, die den kapitolinischen Gänsen im alten Rom zukam. Dennoch haben sie den Untergang Roms nicht verhindern können. Es kann nicht die Aufgabe des Zentralrates sein, sich als das gute Gewissen Deutschlands aufzuführen. Es bringt auch nichts, »Wehret den Anfängen!« zu schreien, wenn eine Handvoll Neonazis durch Möllenhagen in Mecklenburg-Vorpommern marschiert, und das Verbot der NPD zu fordern, was die Partei, die im Begriff ist, sich selbst zu zerlegen, nur in ihrer Scheinbedeutung bestätigt.

Leseprobe zu "Gebt den Juden Schleswig-Holstein!"

"Land der Täter, Land der Opfer" oder "Mein Feind, der Freund"
Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten - aber auch eine Besatzungsmacht, die Menschenrechte verletzt. Sollen sich Deutsche mit Kritik zurückhalten? Verpflichtet die Geschichte sie besonders, Missstände anzuprangern? Oder geht das: Israel wie jedes x-beliebige Land behandeln?
Ob beim Antrittsbesuch des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Berlin im Sommer 2009 und dessen hinter den Kulissen erhobenen Forderung, die Frage der möglicherweise völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten Gebiet auszuklammern; ob während des Gaza-Kriegs und der Aufarbeitung seiner Gräuel, die der Uno-Bericht Richard Goldstones wie die Recherchen der meisten Menschenrechtsorganisationen neben der Hamas auch und vor allem der israelischen Armee anlasten; ob beim Besuch des israelischen Kabinetts bei den deutschen Amtskollegen zur gemeinschaftlichen Sitzung in Berlin Anfang 20i0, eine Ehre, die ansonsten nur den Franzosen gewährt wird und bei dem strittige Punkte zum Ärger mancher und zur Freude vieler in einer Harmonie-Sauce ertränkt wurden: Wenn es um Israel geht, kochen in Deutschland die Emotionen hoch.
Darf man, soll man, muss man als Deutscher den Judenstaat kritisieren - und in welcher Form? Zwingt die deutsche Geschichte uns zu besonderer Rücksichtnahme - oder erfordert sie, im Gegenteil, besondere Klarheit im Umgang mit Israel? Messen die Israel-Kritiker mit zweierlei Maß - oder die Israel-Verteidiger? Vor allem aber: Ab wann nimmt die Kritik an Israel antisemitische Züge an und verletzt so ein Tabu, das kein Deutscher gebrochen sehen sollte - und welche Institution, welche Person entscheidet darüber?
Wie fixiert wirken manche deutsche Politiker besonders von der Linken auf eine scharfe Israel-Kritik und scheuen dabei oft vor Formulierungen aus der Nazi-Zeit nicht zurück. Gegen die Palästinenser würde ein "Vernichtungsfeldzug" geführt, äußerte beispielsweise Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm nach einem Nahostbesuch; auch hochrangige Vertreter der evangelischen Kirche scheuen nicht davor zurück, die Zustände im Westjordanland mit dem Attribut der "Ghettoisierung" zu belegen; der katholische Kardinal Meisner fand nichts dabei, legalisierte Abtreibungen mit dem Holocaust zu vergleichen. Kein sprachliches Minenfeld bleibt unberührt.
Wenn Worte zu Waffen werden, fehlt freilich auch die andere Seite nicht. Denn den Radikalkritikern gegenüber stehen die Apologeten: Israel als Unschuldslamm. "Europa dämonisiert Israels sechs Millionen Juden, obwohl sie sich nur gegen einen von blindem religiösen Hass angetriebenen Feind wehren", besonders die Deutschen seien geradezu "besessen von arabischem Leid", schreibt der holländische Schriftsteller Leon de Winter in der "Zeit". Vertreter konservativer deutscher Parteien äußern, wenn überhaupt, nur extrem vorsichtig Kritik an der Regierung in Jerusalem, als gelte es, sie in Watte zu packen. Und auch die deutsche Presse bleibt bei ihrer Verurteilung israelischer Übergriffe gegen Palästinenser weit hinter dem zurück, was in Israel täglich in Zeitungen erscheint - in besonderem Maß gilt das für die Organe aus dem Springer-Verlag, der immer vorneweg ist, wenn es darum geht, Israels Politik ohne Wenn und Aber zu verteidigen. Die "Aussöhnung mit Israel" zählt zu den Grundregeln, für die sich jeder Angestellte des Verlags einsetzen muss. Das Diktum des Axel Caesar Springer wird offensichtlich bis heute weitgehend als bedingungsloser Einsatz für die jeweilige Regierung in Jerusalem verstanden. Als stünde Israels Existenz noch genauso in Frage wie zu Lebzeiten des 1985 verstorbenen Verlegers, als sei Israel nicht längst Atommacht und stärkste militärische Kraft in Nahost - und zumindest teilweise und zeitweise in der Region nicht nur Opfer, sondern auch Täter...."

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Kundenbewertungen zu "Gebt den Juden Schleswig-Holstein!"

Durchschnittliche Kundenbewertung 1 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** schlecht
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von limelight am 16.09.2010 ***** schlecht
Broder die Nervensäge der Nation hat sich nun auch an das Superthema Nahost heran gewagt.

Er hätte es besser gelassen.

Herr Broder wir leben im Jahre 2010, der 2. Weltkrieg liegt 65 Jahre zurück. Das Thema ob sich auch Deutsche an der Kritik an Israel beteiligen dürfen ist durch. Muss ich mir als Deutscher wirklich die Frage stellen, ob ich weniger Rechte auf diesem Planeten habe als ein Herr Ahmadinedschad oder sonst wer? Nein.

Am besten ist noch ihre Bezeichnung Israels als die einzige Demokratie im Nahen Osten. Herr Broder, der Staat Israel ist ein Unterdrückerstaat der sich sein Territorium durch Kriege erworben hat, die er ohne die Hilfe der von ihnen so umschwärmten USA gar nicht hätte gewinnen können. Israel ist ein Staat der seine Staatsbürgerschaft an der Religion festmacht. Immerhin kann jeder Israelischer Staatsbürger werden, wenn er Jude ist. Mann stelle sich dass in Deutschland vor! Staatsbürger kann sofort werden wer christlicher Religion ist. Israel ist ein Staat der für sich in Anspruch nimmt aus einer erlittenen Verfolgung heraus UN-Sanktionen und Resolutionen nicht anerkennen zu müssen, der eine Mauer durch sein Land baut um die ehemals größere Volksgruppe auszusperren. Sie reden und schreiben in wenig sachkundiger Art über ein Thema von dem sie offensichtlich keine Ahnung haben. Der Staat Israel darf genau so kritisiert werden wie jeder andere Staat auf diesem Planeten. Er genießt weder Artenschutz noch verdient er besondere Rücksichtnahme.
Denn, Herr Broder, es gibt einen Unterschied zwischen der Kritik an einem Staat, der kritik an seinen Bürgern oder Rassenhass. Ich pflege Kritik am Staat. Ab und zu auch an den Bürgern des Staates Israel, ich neige jedoch nicht zum Rassenhass. Dies gestattet mir Kritik an Israel.

Von daher ist die Frage überflüssig, das Buch sinnlos und sie ....

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