Auslaufmodell Staat? - Eppler, Erhard

Erhard Eppler 

Auslaufmodell Staat?

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Auslaufmodell Staat?

In seinem umsichtig argumentierten und durch viele Beispiele belegten Plädoyer macht Erhard Eppler deutlich, wie wichtig der Staat ist und daß wir keineswegs auf ihn verzichten können. Dabei wird sichtbar, daß der frühere Entwicklungsminister auch den Süden der Erde im Blick hat.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2005
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 240 S. 177 mm
  • Seitenzahl: 229
  • Edition Suhrkamp Bd.2462
  • Best.Nr. des Verlages: 12462
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 108mm x 15mm
  • Gewicht: 146g
  • ISBN-13: 9783518124628
  • ISBN-10: 3518124625
  • Best.Nr.: 14115797

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Überzeugend findet Rezensent Johanno Strasser dieses Buch von Erhard Eppler, in dem sich der frühere SPD-Minister gegen die Auflösungsprozesse des Staates unter dem Diktat des neoliberalen Marktfundamentalismus wendet. Wie er berichtet, führt Eppler vor Augen, wie der Vormarsch der neoliberalen Ideologie zu einer gefährlichen Schwächung der Staatlichkeit geführt hat. Angesichts der wachsenden ökologischen und sozialen Probleme dürfe die Entwicklung nicht weiter den Kräften des Marktes überlassen werden. Eppler zeige "mit aller Eindringlichkeit", dass die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, nicht dadurch zu lösen sind, dass wir die Verantwortung auf den Markt abschieben. Ihre Lösung bedürfe der Politik. Zustimmend zitiert Strasser Epplers Fazit: "Der Staat ist kein Auslaufmodell. Ohne sein Gewaltmonopol ist die technische Zivilisation des 21. Jahrhunderts nicht lebensfähig."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.07.2005

Die Sünde wider den Markt
Der frühere SPD-Minister Erhard Eppler verteidigt die Notwendigkeit des starken Staates
Dass der Staat im 21. Jahrhundert schlechte Karten hat, wird niemanden wundern, der ins 20. Jahrhundert zurückblickt.” Der Satz steht im einleitenden Kapitel von Erhard Epplers Buch, in dem es darum geht, die Gründe der heute so verbreiteten Staatsfeindschaft zu beleuchten. In der Tat, wer an den Staatsterror der Nazis und der Stalinisten denkt, wer sich daran erinnert, wie auch in der Bundesrepublik nach 1945 obrigkeitsstaatliches Denken und Handeln zunächst vielfach fortlebte, der wird verstehen, dass viele den Staat eher mit Skepsis betrachten.
Aber Skepsis oder Misstrauen ist etwas anderes als die heute gängige Auffassung, dass der Staat und jede Form der staatlichen Regulierung nicht nur ineffizient und unzumutbar teuer, sondern auch freiheitsfeindlich seien. Heute haben wir es vielfach mit einer pauschalen Gegnerschaft zu tun, die den fundamentalen Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und den Unrechtsstaaten der Nazis und Stalinisten verwischt. Die modische Staatsfeindschaft speist sich aus zwei Quellen: aus einer romantischen …

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"Erhard Eppler hat mit diesem Buch - wieder einmal - einen wichtigen Beitrag zur politischen Debatte geleistet. [...]
Der Staat mag zwar unpopulär sein, aber er ist auch unentbehrlich." Gerhard Schröder Deutschlandfunk

»Die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, das zeigt dieses Buch mit aller Eindringlichkeit, sind nicht dadurch zu lösen, dass wir die Verantwortung auf den Markt abschieben. Ihre Lösung bedarf der Politik. Und eben darum kann das Fazit nur lauten: Der Staat ist kein Auslaufmodell. Ohne sein Gewaltmonopl ist die technische Zivilisation des 21. Jahrhunderts nicht lebensfähig.«

Fabian Löhe schätzt Erhard Eppler als "feingeistigen SPD-Vordenker" und diese Schrift hat seiner Meinung im anstehenden Wahlkampf besondere Aktualität. Vor allem für Sozialdemokraten dürfte das Buch Bedeutung haben, da Eppler ihnen das notwendige theoretische Rüstzeug zur Verteidigung des Staates liefere. Weit holt Eppler dabei aus, um zu erklären, dass der starke Staat zwar nicht alles sei, aber ohne den starken Staat alles nichts: Der Markt brauche ihn, die Gesellschaft zur Durchsetzung des Rechts und selbst die europäische Integration. Inhaltlich scheint Löhe nichts gegen Epplers Ausführungen einzuwenden zu haben, er stört sich allerdings an den allzu häufigen rhetorischen Fragen.

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Dr. phil. Erhard Eppler wurde 1926 geboren. Er war Mitglied des Bundestages von 1961 bis 1976 und Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit von 1968 bis 1974. Zahlreiche Veröffentlichungen.

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