Lethargie (Mängelexemplar) - Kuczok, Wojciech

Wojciech Kuczok 

Lethargie (Mängelexemplar)

Roman

Übersetzung: Schmidgall, Renate
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Lethargie (Mängelexemplar)

Der Roman "Dreckskerl" verschaffte Wojciech Kuczok den Ruf, der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller der polnischen Gegenwartsliteratur zu sein. Sein neues Buch handelt von drei Menschen und ihrem Beschluß, das eigene Leben zu verändern.

Adam, ein junger Arzt, flieht vor seinem dominanten Vater vom Dorf in die Stadt. In der Liebe zu einem jungen Mann, einem homophoben Kleinkriminellen, findet er sein Glück. Robert ist ein alternder Schriftsteller, den seine Schreibblockade, seine hysterische Ehefrau und seine Schwiegereltern in die Verzweiflung treiben. Eines Tages erfährt er von etwas, das sein Leben verändert. Róza, eine erfolgreiche Schauspielerin und Werbeikone, lebt in unglücklicher Ehe. Doch sie beschließt, aktiv zu werden und ihrer Lethargie ein Ende zu setzen.

Mit psychologischer Präzision und sprühendem Witz gelingt Kuczok die schonungslose Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen - und nebenbei eine bitterböse Satire der zwischen Popkultur und erzkonservativen Positionen zerrissenen polnischen Gesellschaft.

"Wojciech Kuczok ist ein Star der jungen polnischen Literatur" -- Der Spiegel

"Wojciech Kuczok ist ein bemerkenswerter Stilist ... Man möchte mehr lesen von diesem Autor!" -- Tageblatt


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 250 S.
  • Seitenzahl: 250
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 131mm x 33mm
  • Gewicht: 398g
  • ISBN-13: 9783518421833
  • ISBN-10: 3518421832
  • Best.Nr.: 36057089
Was genau ist nun Trägheit, einzig möglicher Daseinmodus" oder Sünde? Wiebke Porombka ist sich am Ende der Lektüre von Wojciech Kuczoks zweitem Roman nicht mehr so sicher, weil die Figuren der drei Episoden einfach nicht aufzuwachen scheinen und weil der Erzähler das reichlich ungerührt mitteilt. Soviel Mitleidlosigkeit ist für Porombka schwer zu ertragen. Dass sie das Buch dennoch zuende gelesen hat, ist eigentlich erstaunlich. Liegt's am wahren Kern einer derartig pessimistischen Sicht auf die Welt beziehungsweise auf die polnische Gesellschaft? Oder einfach an der Meisterschaft des Autors im nüchternen Umgang damit? Das hätten wir gern noch erfahren.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Kuczoks Roman ist ein überaus unterhaltsames, nicht selten witziges Buch darüber, worunter recht unterschiedliche Menschen im heutigen Polen und nicht nur dort leiden "
Martin Sander Deutschlandradio Kultur

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Was genau ist nun Trägheit, einzig möglicher Daseinmodus" oder Sünde? Wiebke Porombka ist sich am Ende der Lektüre von Wojciech Kuczoks zweitem Roman nicht mehr so sicher, weil die Figuren der drei Episoden einfach nicht aufzuwachen scheinen und weil der Erzähler das reichlich ungerührt mitteilt. Soviel Mitleidlosigkeit ist für Porombka schwer zu ertragen. Dass sie das Buch dennoch zuende gelesen hat, ist eigentlich erstaunlich. Liegt's am wahren Kern einer derartig pessimistischen Sicht auf die Welt beziehungsweise auf die polnische Gesellschaft? Oder einfach an der Meisterschaft des Autors im nüchternen Umgang damit? Das hätten wir gern noch erfahren.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.11.2010

Irgendwie so unlüstern, so angenehm berührt
Der neue Roman des famosen Wojciech Kuczok variiert unser aller Existenzkampf gegen die Lethargie
In Zeiten, da Romane auffallend unmemorable Namen tragen wie „Dinge, die wir heute sagten“ oder „Was davor geschah“, freut man sich über einen so klaren, einfachen Titel wie „Lethargie“. Und man freut sich erst recht, wenn man hört, wer diesen Roman geschrieben hat, nämlich Wojciech Kuczok, einer der besten polnischen Schriftsteller seiner Generation. „Dreckskerl“, ebenfalls ein gut zu merkender Titel, hieß sein Debütroman aus dem Jahr 2003 (die deutsche Ausgabe erschien 2007), ein Feuerwerk von einem Buch, anti-heldisch, sarkastisch, burlesk, brutal, allem Katholischen abhold und mit absolut sicherem Stilgefühl geschrieben. Ein Coup, der einschlug wie eine Stinkbombe in die (in Kuczoks Augen) bigotte polnische Gesellschaft; auch hierzulande wurde „Dreckskerl“ begeistert aufgenommen.
Und nun der zweite Roman des mittlerweile 38-Jährigen, aus dem oberschlesischen Chorzów gebürtigen Kuczok. Bei einem Autor, dem man so viel zutraut, fällt es nicht leicht zuzugeben, dass man enttäuscht ist. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.01.2011

Des Lebens träge Wege
Lob der Lethargie: Wojciech Kuczoks zweiter Roman

Acedia, die Trägheit, ist wohl diejenige unter den Todsünden, die den Mitmenschen am wenigsten Schaden zufügt. Dafür zerrt sie umso mehr an demjenigen, der von ihr befallen ist. Je eigene Varianten der Lethargie sind es, an denen die Protagonisten der drei Episoden des gleichnamigen Romans von Wojciech Kuczok kranken, und doch ist den dreien eines gemeinsam: eine tief sitzende Melancholie. "Adam war müde", lautet der erste Satz des Romans, "Robert sah ungesund aus", beginnt die zweite Episode, und zu Anfang der dritten läuft ein Hund aufgeregt um Rosa herum, die wieder einmal umgefallen ist in einer Mischung aus Schlaf und Bewusstlosigkeit.

Eine sonderbare Form der Narkolepsie ist es, an der Rosa, die junge Schauspielerin, leidet und die sie in Momenten großer emotionaler Aufgewühltheit in Schlaf fallen lässt. Nach dem Erwachen ist der Anlass ihrer Absence aus ihrem Gedächtnis getilgt. Eine für Rosas halbseidenen Ehemann nachgerade unfassbar ideale Fügung: Kann er sie doch betrügen, so oft er will. Immer, wenn sie nahe daran ist, ihm auf die Schliche zu kommen, …

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»Die Spannung zwischen kitschiger Story und Kuczoks lebendiger Sprache erzeugt einen subtilen Effekt, der an die schrägen Tricks der Liebessüchtigen in Woody Allens letzten Filmen erinnert.«
Wojciech Kuczok, 1972 in Chorzów/Oberschlesien geboren, debütierte 1996 als Lyriker, er arbeitete als Journalist, Filmkritiker und Drehbuchautor. Bekannt wurde er mit seinen Erzählungen und seinem Roman Dreckskerl , für den er 2004 den wichtigsten polnischen Literaturpreis, den NIKE, erhielt. Die Verfilmung des Textes nach einem Drehbuch des Autors gewann 2004 auf dem Filmfestival in Gdynia den Hauptpreis. Das Buch wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt.
Der Autor lebt in Chorzów.
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