Produktbeschreibung zu Das Maß des Menschen, Studienausgabe
Das Maß des Menschen Aporien der philosophischen Anthropologie und
ihre Auflösung in der Kulturphilosophie Ernst Cassirers Vorwort
ERSTER TEIL VON DARWIN BIS CASSIRER ZUR ENTSTEHUNG DER
PHILOSOPHISCHEN ANTHROPOLOGIE 1. Das Maß des Menschen oder: Die
Aufgabe der "Philosophischen Anthropologie" 2. Wahrheit
und Irrtum des Darwinismus 2.1 Charles Darwins Lehre als
Provokation 2.2 Grundlegung des Darwinismus 2.3 Der Kampf der
Philosophen um das teleologische Prinzip 3. Philosophische
Anthropologie avant la lettre 3.1 Friedrich Paulsens halbherziger
Naturalismus 3.2 Wilhelm Diltheys Grundlegung der
Geisteswissenschaften 3.3 Rudolf Euckens Philosophie des Lebens 3.4
Max Scheler und die Lebensphilosophie 4. Philosophische
Anthropologie als Grundwissenschaft vom Menschen 4.1 Die Aufgabe
der philosophischen Anthropologie 4.2 Max Schelers Metaphysik des
Menschen 4.3 Helmuth Plessners Einleitung in die philosophische
Anthropologie 5. Die Aporien der philosophischen Anthropologie 5.1
Martin Heideggers Kritik der philosophischen Anthropologie. 5.2 Die
anthropologische Wende in der Philosophie 5.3 Die Antwort der
Theologen 6. Philosophische Anthropologie und Naturphilosophie 6.1
Exkurs zu J. G. Herder als Begründer der modernen philosophischen
Anthropologie 6.2 Arnold Gehlens anthropo-biologische Perspektive
6.3 Nicolai Hartmanns Kritik der Teleologie ZWEITER TEIL ERNST
CASSIRERS TRANSFORMATION DER PHILOSOPHISCHEN ANTHROPOLOGIE IN EINE
PHILOSOPHIE DER MENSCHLICHEN KULTUR 7. Der Weg zur
anthropologischen Grundlegung der Kulturphilosophie 7.1
Substanzbegriff und Funktionsbegriff 7.2 Philosophie der
symbolischen Formen 7.3 Das Symbolproblem als Grundproblem der
philosophischen Anthropologie 8. Zur Geschichte der philosophischen
Anthropologie und humanistischen Begründung der Klturphilosophie
8.1 Exkurs zu Wilhelm Dilthey und Bernhard Groethuysen: Die
Funktion der philosophischen Anthropologie 8.2 Ernst Cassirers
Göteborger Vorlesung (1939/40). 8.3 Zur humanistischen Begründung
der Kulturphilosophie 8.4 Zur Logik der Kulturwissenschaften9.
Philosophische Anthropologie und Kulturphilosophie 9.1 Die
"Lecture on Symbolism and Philosophy of Language"
(1941/42) 9.2 An Essay on Man. A philosophical Anthropology (1943)
9.3 An Essay on Man. An introduction to human culture (1944) 10.
Das Maß des Menschen oder: Die Aufgabe einer Philosophie der
menschlichen KulturBibliographie 1. Primärliteratur 2.
Sekundärliteratur Was ist das Maß des Menschen? Wo liegt der
archimedische Bezugspunkt, der es uns möglich macht, Maß zu nehmen?
Traditionell dienen uns Begriffe als Maßstäbe und
Orientierungshilfen. Die klassischen Antworten lauten, Maßstab sei
der Kosmos, dessen kleine Form, oder Gott, dessen Ebenbild wir
sind. Seit dem 18. Jahrhundert setzt sich die Ansicht durch, daß es
sich um die Natur handle, deren Summe oder geschichtlicher Endpunkt
wir Menschen sind. Dem entgegen steht die Vorstellung, daß der
Mensch sich selbst in der Kultur als Summe seiner schöpferischen
Leistungen einen Maßstab schafft. Gerald Hartung zeigt, daß diese
Ansichten nicht nur verschiedene Epochen der Geistesgeschichte
repräsentieren, sondern durchaus gleichzeitig möglich sind. Dies
Faktum ist einerseits Ausdruck einer Pluralisierung der Weltbilder,
aber es ist andererseits auch das Resultat eines langfristigen
Prozesses der Destabilisierung kultureller Leitvorstellungen. Diese
Situation beherrscht die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, das
unter dem Einfluß der Lehre Darwins dazu aufbricht, das
"Rätsel Mensch" zu lösen, und sich in weltanschaulichen
Konflikten verstrickt. Hartung legt dar, daß die philosophische
Anthropologie vor allem bei Scheler, Plessner, Gehlen und Hartmann
den Versuch markiert, Darwins Einsichten und seine Methode zu
akzeptieren - und doch nicht vor dem Problem der Sinndeutung
menschlichen Lebens zu kapitulieren. Mit Cassirers Transformation
der philosophischen Anthropologie in eine Philosophie der
menschlichen Kultur gelangt die Geschichte der philosophischen
Anthropologie in systematischer Hinsicht an ihr Ende. Die Aporien,
die sich aus der These einer ontologischen Vorprägung (Wesen des
Menschen) sowie durch die naturalistische Niveausenkung (Natur des
Menschen) ergeben, sind in einer Funktionsanalyse des Menschseins
und der kulturellen Existenz des Menschen aufgelöst. Als Aufgabe
einer kulturphilosophisch gewendeten philosophischen Anthropologie
verbleibt jedoch, der Frage nach dem Menschen einen Ort zu geben:
Als demjenigen Wesen, das - wie Cassirer prägnant formuliert hat -
um seine Endlichkeit weiß und in diesem Wissen seine Endlichkeit
überwindet. "Man is to be explained by humanity", so
lautet die neue Antwort auf die Frage nach dem Maß des Menschen. In
diesem Sinn erfüllt die Kulturphilosophie im Wissenschaftsdiskurs
eine zentrale Funktion, denn sie reflektiert die Voraussetzungen
und Methoden kulturwissenschaftlicher Forschungen, in denen der
Umkreis der kulturellen Existenz des Menschen vermessen wird.
Der Autor kritisiert die in der Erziehungswissenschaft
vorherrschende Raummetaphorik. Als alternative Begründung
pädagogischer Wissenschaft schlägt er vor, das metaphorische
Potential der Zeit zu nutzen. Zentrale Begriffe der
Erziehungswissenschaft lassen sich im Rahmen einer modalen
Zeitauffassung neu bestimmen. Die zeitliche Konstruktion
pädagogischer Wirklichkeit erschließt der Disziplin die Dimension
der Sozialität und verhilft der pädagogischen Theorie zu einer
sozialwissenschaftlichen Grundlage.
Produktinformation
- Verlag: Velbrück
- 2006
- Nachdr.
- Ausstattung/Bilder: Nachdr. 2006. 394 S.
- Seitenzahl: 394
- Velbrück Wissenschaft
- Deutsch
- Abmessung: 224mm x 144mm x 31mm
- Gewicht: 520g
- ISBN-13: 9783938808221
- ISBN-10: 3938808225
- Best.Nr.: 20857447
Gerald Hartung (Dr. phil. habil.) lehrt Philosophie an der Universität Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kulturphilosophie und politische Philosophie.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20