Feindanalysen - Marcuse, Herbert Marcuse, Herbert

Marcuse, Herbert Marcuse, Herbert 

Feindanalysen

Über die Deutschen

Herausgeber: Jansen, Peter-Erwin, Hrsg. v. Peter-Erwin Jansen
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Produktbeschreibung zu Feindanalysen

Herbert Marcuses bahnbrechende Arbeiten für den US-Geheimdienst über die Mentalität der Deutschen im NS-Staat.

Herbert Marcuse arbeitete von 1942 bis 1951 für den US-amerikanischen Geheimdienst, um aktiv an der Bekämpfung des NS-Systems teilzunehmen. Er fertigte Analysen über die psychische und ideologische Verfassung des autoritären deutschen Kollektivs an. Die Feinde, aus deren Mitte er selbst hervorgegangen war, wollte er begreifen, bekämpfen und, nachdem der Sieg errungen, wieder in die Zivilisation zu integrieren helfen. Marcuse zeigt, wie sich die technologische Rationalität und der Pragmatismus der Deutschen mit ihrem Hang zu mythischer Irrationalität zu einer neuen deutschen Mentalität verbinden. Jedes Projekt einer Befreiung und Reeducation Deutschlands, so lautet Marcuses Fazit, habe diese spezifische Mentalität in ihr Kalkül aufzunehmen.

Produktinformation


  • Nachgelassene Schriften
  • Bd.5
  • Verlag: Zu Klampen
  • 2007
  • 2., erw. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: ca. 180 m. SW-Fotos u. Dok.
  • Seitenzahl: 168
  • Nachgelassene Schriften
  • Best.Nr. des Verlages: 30003
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 149mm x 22mm
  • Gewicht: 336g
  • ISBN-13: 9783866740037
  • ISBN-10: 3866740034
  • Best.Nr.: 22489702

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

So richtig glücklich scheint Tim B. Müller nicht mit dieser von Peter-Erwin Jansen besorgten Edition von Herbert Marcuses nachgelassenen Schriften aus der Zeit seiner Arbeit für das amerikanische "Office of Strategic Services". Zwar sieht er Marcuses grundlegende Analysen des Faschismus und seinen Schock angesichts des nationalsozialistischen Terrors hier "verdienstvoll" dokumentiert. Ein vollständiges Bild, eine "intellektuelle Archäologie des Kalten Krieges" kann der Band seiner Auffassung nach jedoch nicht bieten. Dafür, meint er, fehlt der umfassende Blick in die Archive der "akademischen Unterwelt" der 50er Jahre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.11.2007

Im Nachrichtendienst
Herbert Marcuses Studien über die Deutschen unter Hitler
Sogar der „Playboy”, ideologisch damals ein verlässlich neulinkes Blatt, berichtete 1970 davon. Am Anfang des Kalten Krieges, von 1948 bis 1951, war Herbert Marcuse Leiter der Mitteleuropa-Sektion in der Nachrichtendienstabteilung des amerikanischen Außenministeriums – „eine Tatsache, die sowohl er als auch das State Department am liebsten vergessen würden”.
Wenn man bedenkt, dass dieser Nachrichtendienst des State Department unter dem Namen INR noch heute besteht, 1969 gegen den Vietnam-Krieg und 2003 gegen Bushs Waffengang im Irak opponierte, dann könnte man leicht ein Liedchen trällern. Den Lobgesang der Dissidenz im Apparat, das Klagelied ihres Scheiterns.
Dass man mit Marcuse gegen Marcuse argumentieren kann, weist ihn als großen Denker aus. Er hat seine Leser nicht ohne Gebrauchsanweisung gelassen. 1965 schrieb er über seine frühen Aufsätze: „Dass all dies vor Auschwitz geschrieben wurde, trennt es so tief von der Gegenwart.” Ein anerkennendes Wort zur bürgerlichen Gesellschaft findet sich da, und auch der Satz: „Hier war das Ende einer …

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Herbert Marcuse, geboren 1898 in Berlin, wird nach dem Militärdienst im 1. Weltkrieg für kurze Zeit Mitglied eines Soldatenrates in Berlin. Ab 1919 studiert er Literaturwissenschaft und Philosophie in Freiburg/Breisgau (u.a. bei Husserl und Heidegger). 1932 wird er Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und emigriert 1934 nach New York, wo er am Institute of Social Research tätig ist und Mitbegründer der Kritischen Theorie der Gesellschaft wird. Während des 2. Weltkriegs arbeitet Marcuse für den amerikanischen Geheimdienst, um die Kriegsanstrengungen der Aliierten gegen Nazideutschland zu unterstützen. Nach dem Ende des Krieges kehrt er nicht, wie Horkheimer und Adorno, nach Europa zurück, sondern lehrt an verschiedenen renommierten Universitäten der USA: An der Harvard University, der Brandeis University, der Princeton University, der University of California. Hier verfasst er seine großen Werke. Am 29. Juli 1979 stirbt Herbert Marcuse während eines Deutschlandaufenthalts in Starnberg.

Leseprobe zu "Feindanalysen"

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Inhaltsangabe

_ Die neue deutsche Mentalität _ Darstellung des Feindes _ Staat und Individuum im Nationalsozialismus _ Über psychologische Neutralität _ Über soziale und politische Aspekte des Nationalsozialismus _ Kriegs- und Nachkriegsgeneration _ Deutsche Philosophie im zwanzigsten Jahrhundert _ 33 Thesen _ Ist eine freie Gesellschaft gegenwärtig möglich?

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  • 2007
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  • Seitenzahl: 168
  • Nachgelassene Schriften
  • Best.Nr. des Verlages: 30003
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 149mm x 22mm
  • Gewicht: 336g
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Kurzbeschreibung

Herbert Marcuses bahnbrechende Arbeiten für den US-Geheimdienst über die Mentalität der Deutschen im NS-Staat.

Beschreibung

Herbert Marcuse arbeitete von 1942 bis 1951 für den US-amerikanischen Geheimdienst, um aktiv an der Bekämpfung des NS-Systems teilzunehmen. Er fertigte Analysen über die psychische und ideologische Verfassung des autoritären deutschen Kollektivs an. Die Feinde, aus deren Mitte er selbst hervorgegangen war, wollte er begreifen, bekämpfen und, nachdem der Sieg errungen, wieder in die Zivilisation zu integrieren helfen. Marcuse zeigt, wie sich die technologische Rationalität und der Pragmatismus der Deutschen mit ihrem Hang zu mythischer Irrationalität zu einer neuen deutschen Mentalität verbinden. Jedes Projekt einer Befreiung und Reeducation Deutschlands, so lautet Marcuses Fazit, habe diese spezifische Mentalität in ihr Kalkül aufzunehmen.

Inhaltsangabe

_ Die neue deutsche Mentalität _ Darstellung des Feindes _ Staat und Individuum im Nationalsozialismus _ Über psychologische Neutralität _ Über soziale und politische Aspekte des Nationalsozialismus _ Kriegs- und Nachkriegsgeneration _ Deutsche Philosophie im zwanzigsten Jahrhundert _ 33 Thesen _ Ist eine freie Gesellschaft gegenwärtig möglich?

16.11.2007

Im Nachrichtendienst
Herbert Marcuses Studien über die Deutschen unter Hitler
Sogar der „Playboy”, ideologisch damals ein verlässlich neulinkes Blatt, berichtete 1970 davon. Am Anfang des Kalten Krieges, von 1948 bis 1951, war Herbert Marcuse Leiter der Mitteleuropa-Sektion in der Nachrichtendienstabteilung des amerikanischen Außenministeriums – „eine Tatsache, die sowohl er als auch das State Department am liebsten vergessen würden”.
Wenn man bedenkt, dass dieser Nachrichtendienst des State Department unter dem Namen INR noch heute besteht, 1969 gegen den Vietnam-Krieg und 2003 gegen Bushs Waffengang im Irak opponierte, dann könnte man leicht ein Liedchen trällern. Den Lobgesang der Dissidenz im Apparat, das Klagelied ihres Scheiterns.
Dass man mit Marcuse gegen Marcuse argumentieren kann, weist ihn als großen Denker aus. Er hat seine Leser nicht ohne Gebrauchsanweisung gelassen. 1965 schrieb er über seine frühen Aufsätze: „Dass all dies vor Auschwitz geschrieben wurde, trennt es so tief von der Gegenwart.” Ein anerkennendes Wort zur bürgerlichen Gesellschaft findet sich da, und auch der Satz: „Hier war das Ende einer …

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Perlentaucher-Notiz zur SDZ-Rezension

16.11.2007

So richtig glücklich scheint Tim B. Müller nicht mit dieser von Peter-Erwin Jansen besorgten Edition von Herbert Marcuses nachgelassenen Schriften aus der Zeit seiner Arbeit für das amerikanische "Office of Strategic Services". Zwar sieht er Marcuses grundlegende Analysen des Faschismus und seinen Schock angesichts des nationalsozialistischen Terrors hier "verdienstvoll" dokumentiert. Ein vollständiges Bild, eine "intellektuelle Archäologie des Kalten Krieges" kann der Band seiner Auffassung nach jedoch nicht bieten. Dafür, meint er, fehlt der umfassende Blick in die Archive der "akademischen Unterwelt" der 50er Jahre.

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Autorenporträt zu "Marcuse, Herbert Marcuse, Herbert"

Herbert Marcuse, geboren 1898 in Berlin, wird nach dem Militärdienst im 1. Weltkrieg für kurze Zeit Mitglied eines Soldatenrates in Berlin. Ab 1919 studiert er Literaturwissenschaft und Philosophie in Freiburg/Breisgau (u.a. bei Husserl und Heidegger). 1932 wird er Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und emigriert 1934 nach New York, wo er am Institute of Social Research tätig ist und Mitbegründer der Kritischen Theorie der Gesellschaft wird. Während des 2. Weltkriegs arbeitet Marcuse für den amerikanischen Geheimdienst, um die Kriegsanstrengungen der Aliierten gegen Nazideutschland zu unterstützen. Nach dem Ende des Krieges kehrt er nicht, wie Horkheimer und Adorno, nach Europa zurück, sondern lehrt an verschiedenen renommierten Universitäten der USA: An der Harvard University, der Brandeis University, der Princeton University, der University of California. Hier verfasst er seine großen Werke. Am 29. Juli 1979 stirbt Herbert Marcuse während eines Deutschlandaufenthalts in Starnberg.

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