Denken bis an die Grenzen der Maschine - Stiegler, Bernard

Bernard Stiegler 

Denken bis an die Grenzen der Maschine

Hrsg. v. Erich Hörl
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Denken bis an die Grenzen der Maschine

Bernard Stiegler zählt zu den zentralen philosophischen Akteuren und Diagnostikern der Gegenwart. Der vorliegende Band versammelt die mittlerweile fast schon legendären Gespräche, die Elie During auf France Culture mit ihm führte. Stiegler gibt darin Einblick in seine erstaunliche Durcharbeitung und Reformulierung der Technikfrage, die seit den 1990er Jahren mit einer unerhörten Intensität und bis heute ungebrochen in Gang ist. Das Denken einer ursprünglichen Prothetizität und einer originären Exteriorität oder Entäußerung des Menschen wird ebenso zum Thema wie die Frage nach der primären Technizität des Gedächtnisses und der technischen Kondition von Erinnerung, die Untersuchung der neuen industriellen Zeitobjekte und die sich daran anschließende Theorie der Hyperindustrialisierung, die Stieglers gesamte Analytik der Gegenwart bis hin zu seiner neuen Kritik der Programmindustrien und Technowissenschaften trägt. Nach Abschluss seines dreibändigen Grundlagenwerks "Technik und Zeit" markieren Stieglers Gespräche mit During einen Moment des Innehaltens. Hier lässt sich die Gewordenheit dieses Denkens resümieren, hier erscheinen auch bereits die Projekte, die seither in Angriff genommen wurden und die Stiegler zu einem vielbeachteten philosophischen Zeitdiagnostiker machen. Der Band ist somit auch als Einführung in das Denken Stieglers anzusehen.


Produktinformation

  • Verlag: Diaphanes
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 108 S.
  • Seitenzahl: 153
  • Transpositionen Bd.35
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 137mm x 15mm
  • Gewicht: 232g
  • ISBN-13: 9783037340578
  • ISBN-10: 3037340576
  • Best.Nr.: 25833224
Konturen einer neuen Ökologie des Geistes

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.06.2010

Eine Überdosis
Schwarzwald
Bernard Stiegler ringt mit der
Technikvergessenheit
Wenn wir etwas von iPhones, Facebook und Lifestyle-Drogen gelernt haben, dann ist das vor allem eines: Technik ist sexy und sie beißt nicht. Doch das war nicht immer so. 1994 etwa, als Bernard Stiegler den ersten Band seines Opus „Technik und Zeit“ veröffentlichte, war das World Wide Web eine eher esoterische Einrichtung, waren Mobiltelefone ebenso klobig wie selten. Es ist trotzdem ein Fortschritt, dass das Buch des französischen Philosophen und Ex-Häftlings nun endlich auf Deutsch erschienen ist. Denn Stiegler entwirft darin eine Ursprungserzählung der Technik, die gerade unsere Gegenwart der „permanenten Innovation“ erklären möchte. Am Anfang, so Stiegler, steht nicht der Mensch, sondern die Technik. Wenn etwas erfunden werde, sei dies nicht auf den „Genius einer besonderen Kultur“ oder auf einen Einzelnen zurückzuführen, sondern der Eigendynamik der Technik geschuldet.
„Das technische Ökosystem“ organisiere sich selbst als „organisiertes Unorganisches“ und strebe nach permanenter Innovation. Die Eigendynamik habe sich kontinuierlich …

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Bernard Stiegler, geb. 1952, promovierte an der École des hautes études en sciences sociales, war 1988-2001 Professor für Philosophie an der Universität von Compiègne und ist seit 2002 Direktor des Institut de recherche et coordination acoustique musique (IRCAM) in Paris.

Inhaltsangabe

Bernard Stiegler zä
hlt zu den zentralen philosophischen Akteuren und Diagnostikern der Gegenwart. Der vorliegende Band versammelt die mittlerweile fast schon legendä
ren Gesprä
che, die Elie During auf France Culture mit ihm fü
hrte. Stiegler gibt darin Einblick in seine erstaunliche Durcharbeitung und Reformulierung der Technikfrage, die seit den 1990er Jahren mit einer unerhö
rten Intensitä
t und bis heute ungebrochen in Gang ist. Das Denken einer ursprü
nglichen Prothetizitä
t und einer originä
ren Exterioritä
t oder Entä

erung des Menschen wird ebenso zum Thema wie die Frage nach der primä
ren Technizitä
t des Gedä
chtnisses und der technischen Kondition von Erinnerung, die Untersuchung der neuen industriellen Zeitobjekte und die sich daran anschließ
ende Theorie der Hyperindustrialisierung, die Stieglers gesamte Analytik der Gegenwart bis hin zu seiner neuen Kritik der Programmindustrien und Technowissenschaften trä
gt. Nach Abschluss seines dreibä
ndigen Grundlagenwerks "Technik und Zeit" markieren Stieglers Gesprä
che mit During einen Moment des Innehaltens. Hier lä
sst sich die Gewordenheit dieses Denkens resü
mieren, hier erscheinen auch bereits die Projekte, die seither in Angriff genommen wurden und die Stiegler zu einem vielbeachteten philosophischen Zeitdiagnostiker machen. Der Band ist somit auch als Einfü
hrung in das Denken Stieglers anzusehen.