Die großen Philosophen in Alltag und Denken
"Wie fände sich ohne Studium, ohne wissenschaftlich geschultes
Denken und Lesen der Zugang zu Aristoteles, Descartes, Kant oder
Hegel und deren weltbewegenden Erkenntnissen? Wie wollte man seinem
noch minderjährigen Sohn die vertrackten Seinsreflexionen eines
Heidegger, seinem kaufmännischen Freund Russells "Zweifel an
den Prämissen" oder einem Ingenieur der Industrie
Wittgensteins "Tractatus" und die Ergebnisse der
Philosophischen Untersuchungen etwa plausibel machen, und zwar so,
daß ein zu eigenen Fragen und Reflexionen befähigendes Verständnis
vermittelt wird?
Wilhelm Weischedel [...] hat die Masse gelehrter, aber schwer
verständlicher Literatur beiseite geschoben und in vierunddreißig
Aufsätzen die Quintessenz des Denkens und Lebenswerkes ebenso
vieler Philosophen in unkonventioneller Weise so dargestellt, daß
die jeweilige Kernproblematik und Kernantwort leicht verständlich
ist, ohne daß gefährliche Verkürzungen zu verschmerzen wären.
Die philosophische Hintertreppe wird zur sozialen Einrichtung, sie
führt über nur geringe Umwege der anekdotischen Einführung in das
Zentrum des jeweiligen Denkens, ohne beim Leser auch nur die
geringste Vorkenntnis vorauszusetzen. Der Stoff von
zweieinhalbtausend Jahren Philosophiegeschichte von Thaies, dem
philosophierenden Handelsmann aus Milet, bis hin zu Ludwig
Wittgenstein, dem modernen Künder des Untergangs der Philosophie,
wird hier ohne wissenschaftliche Arroganz und lehrmeisterhafte
Attitüde erzählt, mit allen Mitteln dieser Kunst." Rheinischer
Merkur
»Weischedel machte die überraschende Entdeckung, dass der Weg zum Verständnis großer Philosophen einfacher und direkter über die Hintertreppe durch Küche und Schlafzimmer führt als durch dickleibige Folianten oder über gescheite Interpretationen ihrer Werke.« Der Spiegel
Wilhelm Weischedel, geb. 1905 in Frankfurt a.M., studierte in Marburg evangelische Theologie, Philosophie und Geschichte. 1932 Promotion zum Dr. phil. in Freiburg. Nach 1945 Dozent, dann Professor der Philosophie in Tübingenund in Berlin; 1970 emeritiert. Er starb 1975 in Berlin.
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