Das Buch beabsichtigt, mit den Mitteln einer phänomenologischen
Semantik, einen Beitrag zum Verständnis der Modallogik und ihrer
philosophischen Implikationen zu liefern. Es richtet sich in erster
Linie an Phänomenologen, aber auch an analytische Philosophen und
an philosophisch interessierte Logiker.
Bereits im vorigen Jahrhundert begannen Mathematik und Logik, sich
zu abstrakten Wissenschaften zu entwickeln. Husserl nannte die
schließlich resultierende Einheit beider `Mathesis
Universalis'. Diese bildet nicht nur den Boden aus dem Husserls
philosophische Arbeit erwuchs, sondern auch den Rahmen, in den die
moderne Modallogik zu stellen ist. Als abstrakte Disziplin der
Mathesis Universalis erfordert ihre phänomenologische Aufklärung
detaillierte Analysen der Genese von Modalisierung, die weit in die
kognitiven Strukturen von (vorsprachlicher) Wahrnehmung
hineinreichen. Das so gewonnene Verständnis von Modalisierung
erbringt ein zweifaches Resultat: Zum einen kann die insbesondere
im Rahmen der analytischen Philosophie geführte Diskussion der
erkenntnistheoretischen und ontologischen Schwierigkeiten der
Modallogik eine phänomenologische Aufklärung erfahren. Zum anderen
erlaubt die Tatsache, daß der Beweisbegriff als mathematische
Modalität zu verstehen ist, eine präzise phänomenologische
Bestimmung des Verhältnisses von formaler Logik und Mathematik.
Erster Teil: Abstrakte Logik, Abstrakte Mathematik. I. Husserls Begriff der Mathesis Universalis. II. `Axiome als Definitionen': Das Charakteristikum der Mathesis Universalis. III. Übergang zur Protologik: Die Extensionsgleichheit der formalen Logik und der formalen Mathematik in der Mathesis Universalis. Zweiter Teil: Phänomenologische Semantik. IV. Die Genesis des individuellen Gegenstandes und die Stufen der Modalisierung. V. Modalisierung auf der Ebene protologischer passiver Synthesis. VI. Modalisierung auf der Ebene protologischer aktiver Synthesis. VII. Modalisierung auf der Ebene der Prädikation. Dritter Teil: Phänomenologische Semantik und Semantik Möglicher Welten. VIII. Systeme der Modallogik: eine Bestandsaufnahme. IX. Phänomenologisch-semantische Kritik der Modallogik. X. Der Beweisbegriff als mathematische Modalität. Die Extensionsgleichheit von formaler Logik und Mathematik auf dem Hintergrund der Beweistheorie. Literaturverzeichnis. Personenindex. Sachindex.
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