Die jungen Hunde - Vargas Llosa, Mario

Mario Vargas Llosa 

Die jungen Hunde

Erzählung

Neu übers. aus d. Span. v. Susanne Lange
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Die jungen Hunde

Wie junge Hunde im Käfig der Gesellschaft läßt Mario Vargas Llosa seine jugendlichen Protagonisten aufeinander los. Ihr Leben wird behütet von Bourgeoisie, Kirche und Militär, und doch bricht sich eine unterschwellige Gewalt Bahn.
In Peru, das Mario Vargas Llosa bereits verlassen hatte, fiel der Text der Zensur zum Opfer; so war es ein aufstrebender spanischer Verlag in Barcelona, der 1967 die Erstveröffentlichung wagte, versehen mit 35 Schwarzweißfotografien von Xavier Miserachs. Der damals ebenfalls junge katalanische Fotograf hatte sich einen Namen gemacht als Bildeinfänger , und so zog er aus, die vitale Atmosphäre des Romans mit seinem eigenen Blick einzufangen.
Entstanden ist ein eindrucksvolles Ensemble aus Text und Bildern, in dem beide für sich stehen können und ihre Ausdruckskraft gegenseitig noch verstärken. Jetzt ist der Band zum erstenmal auf deutsch erhältlich in der brillanten Neuübersetzung der vielfach mit Preisen ausgezeichneten Susanne Lange.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 96 S. m. Fotos v. Xavier Miserachs.
  • Seitenzahl: 96
  • Best.Nr. des Verlages: 42271
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 217mm x 20mm
  • Gewicht: 534g
  • ISBN-13: 9783518422717
  • ISBN-10: 3518422715
  • Best.Nr.: 33390773

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Von illustrierter Literatur hält Jakob Strobel y Serra grundsätzlich zwar denkbar wenig, im Falle dieser symbiotischen Zusammenarbeit macht er aber gern eine Ausnahme - und einen Knicks in Richtung Verlag, der dieses "wunderbare Buch" nach der katalanischen Originalausgabe von 1967 auflegt. Gut gefällt ihm die auch in der "fabelhaften Neuübersetzung" von Susanne Lange ungestüme, temporeiche Sprache, die der Autor dem "zähen Lebensalter" der Adoleszenz entgegen stelle. Die "ungeduldige Ahnung" auf deren Zukunftsverheißungen nehme Xavier Miserach wiederum in seinen Schwarzweißfotografien adäquat in den Blick. Zufrieden schlägt der Rezensent das Buch zu, nicht ohne es abschließend "kurios" zu finden, dass es seinerzeit in Peru nicht an der Zensur vorbeikam.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2011

Das Drama der Adoleszenz

Literatur und Fotografie in sinnvoller Symbiose: Xavier Miserachs hat Mario Vargas Llosas Erzählung "Die jungen Hunde" bebildert. Herausgekommen ist ein Buch wie ein Gewittersturm.

Jakob Strobel y Serra

Gute Sprache muss nicht bebildert werden, weil sie sich ihre eigenen Bilder schafft. Illustrierte man sie trotzdem, wäre das so, als würde man im Projektionsraum der Phantasie das Licht anmachen. Das ist ein Grundgesetz der schönen Literatur. Der Suhrkamp Verlag hat es jetzt gebrochen und Mario Vargas Llosas Erzählung "Die jungen Hunde" mit den Duoton-Schwarzweißaufnahmen des katalanischen Fotografen Xavier Miserachs aus der spanischen Originalausgabe von 1967 neu herausgebracht. Wir schulden Suhrkamp Dank für diese Missetat. Denn der schmale Band beweist, wie sinnvoll Symbiose in der Literatur manchmal doch sein kann: Sprache und Bilder leben beide ihr eigenes Leben und scheinen doch erst durch den jeweils anderen ihr Glück zu finden.

Vargas Llosa erzählt die Geschichte einer Clique von Jungen aus den höheren Ständen der peruanischen Hauptstadt Lima, die bei strengen Fratres zur Schule gehen, langsam …

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»Diese mitreißende Geschichte ist das Resultat eines gelungenen symbiotischen Zusammenwirkens von Mario Vargas Llosa und dem katalanischen Fotographen Xavier Miserachs. … Das Komische und das Tragische liegen hier so eng beieinander, daß man nicht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll, denn das ist harter, dem Leben abgeschauter dramatischer Stoff, den Vargas Llosa hier auf 96 Seiten verdichtet hat.«

"Das ist deswegen so herrlich, weil beide, der Fotograf wie der Autor, von der herrlichsten wie allerdings auch der grausamsten Sache der Welt erzählen. Der Jugend. … Langsam und zerstörerisch schiebt sich bei Vargas Llosa die ganze elende Grausamkeit der Erwachsenenwelt unter die Leichtigkeit des Daseins als junge, hoffnungsvolle weiße Schnöselkinder in den Standortvororten von Lima."
Peter Richter Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Ein hastiger, packender und nervenaufreibender Bericht. … Atemlos, bissig und rasant geschrieben von Mario Vargas Llosa - und wunderbar bebildert mit den lakonischen Schwarzweiß-Fotografien von Xavier Miserachs.«
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber . Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde ), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). 2010 erhält er den Nobelpreis für Literatur "für seine Kartografie von Machtstrukturen und seine energischen Bilder des individuellen Widerstands, der Rebellion und Niederlage". Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in Madrid und Lima.
Er gehört zu den bekannten lateinamerikanischen Autoren. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst neben Romanen auch Erzählungen, politische Betrachtungen, Theaterstücke und Essays. 1977 gewählt zum Präsidenten des Internationalen P.E.N.-Clubs. 1996 ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2008 mit dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung. 2010 erhielt Mario Vargas Llosa den Nobelpreis für Literatur.

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