Das böse Mädchen - Vargas Llosa, Mario

Mario Vargas Llosa 

Das böse Mädchen

Roman

Aus d. Span. v. Elke Wehr
Broschiertes Buch
 
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Das böse Mädchen

Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend "bösen Mädchen"?


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • 18. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 395 S.
  • Seitenzahl: 395
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3932
  • Best.Nr. des Verlages: 45932
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 119mm x 29mm
  • Gewicht: 372g
  • ISBN-13: 9783518459324
  • ISBN-10: 3518459325
  • Best.Nr.: 22804484
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Raus aus Peru, aus dem Land, das so gar keine Zukunft zu bieten hat. Das will auch Ricardo, der in den 50ern in Lima aufwächst. Dort trifft er das Mädchen, das sein Leben bestimmen soll - ein Mädchen, das ihren Namen ständig wechselt. Ricardo schafft den Absprung nach Europa, wie auch sein Mädchen, das sich ihm vom ersten Moment an verweigert. Sie treffen sich im Laufe des Buches, im Laufe der Jahrzehnte, immer wieder, in Paris, in Tokio, in London, in Madrid. Doch das Mädchen heiratet reich, lässt sich für Geld demütigen und verleugeugnet ihre wahre Liebe: den eher mittellosen Ricardo. "Das böse Mädchen" ist Vargas Llosas europäischster Roman. Sein Blickwinkel, der bisher eher innerhalb Perus ruhte, richtet sich nun von außen auf sein Heimatland. Dafür aber, dass er die Geschichte einer erotischer Obsession schreibt, bleibt er merkwürdig akademisch. (bl)

"Der Leser fühlt sich von diesem großen Autor einmal wieder bewegt, belehrt und belustigt und...beinahe gerührt an Zeiten erinnert, in denen alles besser werden sollte." Héctor Canal Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Insgesamt ist ... Das böse Mädchen ein sehr lesenswerter Roman über die Streiche der Liebe, über den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge. Vor allem aber bietet der Roman eine anregende Reflexion über die Literatur überhaupt, den Roman im Speziellen und vor allem über Literaturübersetzung. Mario Vargas Llosas langjährige Übersetzerin Elke Wehr vermochte dem deutschen Leser in einer ihrer letzten Arbeiten eine dem virtuosen Stil des Nobelpreisträgers angemessene Übersetzung zu liefern.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.02.2007

Porträt des Autors als guter Junge
Mario Vargas Llosa und sein Roman „Das böse Mädchen”
„An Altersschwäche in Paris sterben”, so antwortet der Erzähler auf die Frage nach seinen langfristigen Plänen. Er tut es nur halb im Scherz, denn seine Arbeit als Übersetzer und Dolmetscher bei internationalen Konferenzen bringt eigentlich schon genug Bewegung in das Leben dieses Exilperuaners. Sein Schicksal könnte sich also in jener Spurlosigkeit verlieren, die ein illusionsloser Kollege seinem Berufsstand nachsagt – wenn es das böse Mädchen nicht gäbe. Das böse Mädchen lässt ihn seit dem Sommer 1950 nicht los, als es ihm, dem damals Fünfzehnjährigen in Miraflores den Kopf verdrehte. Es verlässt ihn und verfolgt ihn doch, weil er der „gute Junge” ist, der trotz aller Zurückweisungen und Betrügereien als Einziger niemals aufhören wird, es zu lieben. So liebt er in den folgenden Jahrzehnten eine kleine Chilenin, die keine ist, die Gefährtin eines kubanischen Revolutionshelden, die Gattin eines hohen französischen Beamten und eines reichen englischen Pferdenarren, die Sklavin eines japanischen Gangsterbosses und eine von Leben zerstörte …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Wie macht sich mein Chronist im Bett?
Memoiren eines armen Teufels: Mario Vargas Llosa will von Entsagung noch nichts wissen / Von Friedmar Apel

In seinem Spätwerk geht der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa noch einmal auf imaginäre Reise an die Schauplätze seiner Biographie. Die politischen Passionen erscheinen gedämpft, die Triebe nicht.

Böse Mädchen kommen bekanntlich überall hin. Auch die Titelheldin von Mario Vargas Llosas neuem Roman gelangt mittels ihres schlechten Charakters von Lima aus nach Paris, Havanna, London, Tokio und Madrid, und immer führt ihr Streben nach Luxus und Abenteuer durch die Betten reicher Männer. Zum Schluß aber findet der Leser sie in einem schlichten, kleinen Garten in Südfrankreich wieder, "von dem aus man das schöne Meer sehen konnte, das Valéry in ,Le cimetière marin' besungen hatte". Das erinnert flüchtig daran, daß nach dem letzten Wechselfall des Lebens auch die bösesten Mädchen nur dahin kommen, wo alle Menschen hin müssen.

Mario Vargas Llosas niña mala aber kommt vor allem ins Buch. Sie ist eine überzeitliche Kunstfigur aus literarischen Versatzstücken: femme …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Was Karin Ceballos Betancur einem unbedeutenderen Autor als Debütroman vielleicht gerade noch hätte durchgehen lassen, kann sie dem von ihr verehrten Mario Vargas Llosa kaum verzeihen. Sie ist geradezu erschüttert von dem geballten Kitsch und der machohaften Haltung, die aus diesem Roman spricht. Die Geschichte - es geht um den peruanischen Ricardo, der den geheimnisvollen Reizen des "bösen Mädchens" verfällt, die ihn aber bei ihren wiederkehrenden Begegnungen an verschiedensten Orten der Welt stets grausam zurückstößt - findet die entsetzte Rezensentin ziemlich platt. Redundant die Geschehnisse, süßlich die Dialoge und insbesondere die Figurenzeichnung des bösen Mädchens allzu offensichtlich dem Lolita-Charme verpflichtet: die Rezensentin stöhnt laut auf. Am überzeugendsten findet sie noch diejenigen Nebenfiguren, die der historischen Realität entnommen wurden. Ach, hätte Llosa seine Geschichte einer unmöglichen Liebe doch zum Ausgangspunkt für ein Charakterbild des ausgehenden 20. Jahrhunderts gewählt, dann wäre die Flachheit der Figuren auch nicht derart ins Gewicht gefallen, seufzt Karin Ceballos Betancur. Durch das Erzähltalent des Autors zwar unterhaltend gestaltet, aber nicht erinnerungswert, lautet das enttäuschte Fazit der Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Der Leser fühlt sich von diesem großen Autor einmal wieder bewegt, belehrt und belustigt und...beinahe gerührt an Zeiten erinnert, in denen alles besser werden sollte." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber . Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde ), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und

Kundenbewertungen zu "Das böse Mädchen" von "Mario Vargas Llosa"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(3)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
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Bewertung von Lector apasionado aus Berlin am 14.02.2011 ***** weniger gut
Nachdem ich zuletzt "La casa verde" gelesen habe, war für mich "Las travesuras de la niña mal" schon ein schockierender Kontrast. Leicht und flüssig geschrieben, fordert es den Leser so gut wie gar nicht. In der ersten Hälfte folgt man der Geschichte noch mit großem Interesse. Vargas Llosa ist auch in seinen weniger gelungenen Werken ein großartiger Erzähler. Aber irgendwann fängt die Geschichte an zu langweilen und in Kitsch abzugleiten. "El niño bueno" dieses Romans ist in seinem Gutmenschentum und seiner schmachtenden Liebe irgendwann kaum zu ertragen. Wer Schmachtfetzen mag, aber auf kunstvolle Sprache und gut konstruierten Aufbau nicht verzichten mag, der ist mit dem bösen Mädchen jedoch gut bedient.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

6 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Fr. F. am 08.02.2011 ***** ausgezeichnet
Ein wundervolles Buch über die Liebe und dabei so gar nicht schnulzig. Ich werde es immer und immer wieder lesen.

3 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von FMe aus Halle am 27.12.2010 ***** ausgezeichnet
Ein wundervolles Buch, dass man einfach nicht aus der Hand legen kann. Sehr guter Lesestoff, der auch zum Reflektieren des eigenen Treibens animierent. Dieses Buch ragt aus der Masse der Unterhaltungsliteratur heraus und steht bei mir in der Liste der 10 Lieblingsbücher. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch des Autors "probieren" - hoffentlich ist es keine Enttäuschung....

4 von 12 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Isabella aus Köln am 08.11.2010 ***** ausgezeichnet
Ein ungewöhnliches Buch und eine außerordentliche Liebesgeschichte. Ich brauchte einige Seiten um mich einzulesen - aber dann ließ das Buch mich nicht mehr los. Ich konnte alles um mich herum vergessen. Vargas Llosa ist ein hervorragender Erzähler. Nicht zuletzt auch dank der guten Übersetzung sind Ausdruck und Stil des Buches vom Feinsten. Ein unbedingt lesenswertes Buch.

9 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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