Ein Klassik-Schmöker in einer vollständigen Ausgabe und einer der
besten Großstadtromane der Weltliteratur
»Es ist das abscheulichste Buch, das je geschrieben worden«, sagte
Goethe zu Eckermann, doch Leser wie Kritiker waren durchaus anderer
Meinung. "Notre-Dame de Paris", erschienen 1831, gilt bis
heute als der größte historische Roman der Romantik, gleichzeitig
als das spannendste Werk des französischen Nationaldichters Victor
Hugo.
Der Glöckner Quasimodo ist unansehnlich, bucklig und einäugig, aber
in seiner Gutherzigkeit, gar Heldenhaftigkeit ist er das
lebendigste Beispiel für Hugos Vorhaben, auch dem Hässlichen und
Grotesken literarische Würde zu geben.
Die tragische Liebesgeschichte um die schöne Zigeunerin Esmeralda,
den düsteren Domprobst und Alchimisten Claude Frollo und den
Hauptmann Phöbus ist den meisten von uns nur zu gut bekannt, nicht
zuletzt durch den Film mit Anthony Quinn und Gina Lollobrigida
(1956).
Der Roman hat allerdings einiges mehr zu bieten: die zahlreichen,
kunstvoll verknüpften Nebenhandlungen und -figuren, die pittoresken
Schauplätze, Kunst und Kultur im Umkreis der mächtigen Kathedrale
fügen sich zu einem umfassenden Panorama mittelalterlichen Lebens
in Paris.
Victor Hugo (1802-1885), der große Literat der französischen Hochromantik, musste 1851 Frankreich verlassen und lebte bis 1870 in Belgien, Jersey und Guernsey. Die Jahre im Exil wurden zu seiner literarisch fruchtbarsten Zeit.
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