Jerry Lundegaard, ein glückloser, in finanziellen Schwierigkeiten
befindlicher Autohändler, engagiert zwei Verbrecher, damit diese
seine Frau entführen. Der reiche, arrogante Schwiegervater soll in
der Folge das Lösegeld bereitstellen, das das Trio untereinander
aufzuteilen gedenkt. Der Plan geht aber gründlich schief, was unter
anderem drei Leichen auf dem Highway nach sich zieht. Dies ruft die
hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson auf den Plan, die
souverän und schlitzohrig den verzwickten Kriminalfall löst. Das
jüngste Werk der Coen-Brüder, die sich mit Kultfilmen wie
"Blood Simple" oder "Barton Fink" einen Namen
gemacht haben. Die intelligente Mixtur aus schwarzer Komödie, Film
noir und messerscharfer Gesellschaftssatire ist fast im Stile einer
Dokumentation inszeniert, was dem Werk eine ungeheure Authentizität
verleiht. Bei der Oscar-Verleihung wurden der Hauptdarstellerin
Frances McDormand sowie dem Original-Drehbuch der Coens zurecht die
begehrten Statuetten zugesprochen. In Amerika bereits ein Riesenhit
auf Video!
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Es ist der perfekte Plan: Der abgebrannte Autoverkäufer Jerry
(William H. Macy) engagiert zwei Gangster (Steve Buscemit und Peter
Stormare), die seine Frau entführen und Lösegeld von ihrem reichen
Vater erpressen sollen. Soweit der Plan, der bald mörderisch aus
dem Ruder läuft, als bald drei Leichen in der verschneiten Einöde
Minnesotas liegen. Die hochschwangere Polizistin Marge Gunderson
(Frances McDormand) nimmt die Spur auf - Blutstropfen für
Blutstropfen.
Bonusmaterial
Audiokommentar des Kameramanns Roger A. Deakins Dokumentation: Minnesota ist nett zu jedem TV-Spot
Den Neo-Noir-versierten Coens Joel (Regie/Drehbuch) und Ethan (Drehbuch/Produktion) ist nach ihrem mäßig erfolgreichen Big-Budget-Ausflug "Hudsucker - Der große Sprung" mit ihrem neuesten Crime-Juwel "Fargo" ein beachtlicher Wurf gelungen, der das Zeug zum Kultklassiker hat. Die Brüder wenden sich wieder den Wurzeln ihres brillanten Debüts "Blood Simple" zu und erzählen mit viel atmosphärischer Dichte, Coen-typischem Gespür für Kälteschauer erzeugendem Pechschwarz-Humor (man denke an "Miller's Crossing" oder "Barton Fink") und einem exzellenten Ensemble die Geschichte eines exzessiv verpfuschten Verbrechens.
Als Inspiration diente dem Autorenpaar eine wahre Begebenheit, die sich in Minnesota im Jahr 1987 zugetragen haben soll, bei der ein als harmlos geplantes Schein-Kidnapping in eine blutige Mordserie mündete. Ehemals selbst im Mittleren Westen zu Hause, verstehen die Coens es vorzüglich die naiv-unbedarften Landbewohner skandinavischer Abstammung mit geradezu volkstümlichem Flair zu porträtieren ohne sie gehässiger Lächerlichkeit preiszugeben. Das Folk-orientierte Feeling wird vom melancholischen musikalischen Klangteppich des Komponisten Carter Burwell noch zusätzlich hervorgehoben. Für die superbe Kameraarbeit zeichnet Roger Deakins verantwortlich, der seine ausgefallenen Bildkompositionen mit Hilfe unzähliger untypischer Kamerawinkel kreierte und somit die adäquate visuelle Komponente der schrägen Offbeat-Story beisteuert. In der unschuldig weißen Schneelandschaft des Provinznests Brainerd manifestiert sich ein abgrundtiefes Abschaum-Universum, als drei Leichen, darunter ein Verkehrspolizist, entlang des Highways aufgefunden werden. Keine leichte Aufgabe für die ermittelnde, hochschwanger umherwatschelnde Polizeichefin Marge Gunderson (Joels Ehefrau Frances McDormand begeistert mit einer umwerfenden Darstellung). Ihr drolliger Dialekt, der mit extrem langgezogenen "jaahs" und "ahaas" gespickt ist, scheint sie zunächst als langsam denkende Landpomeranze auszuweisen, doch ihre methodische Präzision bei der Indiziensuche offenbaren sehr schnell einen messerscharfen Intellekt und sachliche Kompetenz. So kommt sie dem in finanziellen Nöten steckenden Autoverkäufer Jerry Lundegaard (William H. Macy aus "Mr. Holland's Opus") - einem hoffnunglosen Optimisten und bemitleidenswerten Verlierertypen - auf die Spur. Er selbst hatte zwei ominöse Gestalten (Steve Buscemi als nervös-fahriges Wrack und Peter Stormage aus "Damage - Verhängnis" als wortkarger Killerklotz im Blutrausch) engagiert, um seine Frau (Kristin Rudrud) zu kidnappen und dann selbst den Großteil des vom Schwiegervater (Harve Presnell als souverän-überheblicher Patriach) berappten Lösegelds einzukassieren. Doch eine routinemäßige Verkehrskontrolle führt zu einem unvorhersehbaren, sich immer mehr verstrickenden Netz von Komplikationen. Die Coens, die sich der Charakterisierung ihrer Filme als "Komödien per se" verwehren, legen ihren glasklaren Gesellschaftskommentar im Stile einer Dokumentation an, der zunehmend von düster-profundem Humor einer dämpfenden Schneedecke gleich eingehüllt wird, um schließlich den erschütternden Irrsinn der von Geldgier motivierten Ereignisse bloßzulegen. Das Publikum wird vom morbiden Charme der tiefsinnigen Tragikomödie fasziniert sein und mit positiver Mundpropaganda für einen sicheren Erfolg sorgen. ara.
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Joel Coen, geboren am 29. November 1954 in Minneapolis, Minnesota, USA , ist ein Oscar-prämierter Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er machte erstmals zusammen mit seinem Bruder Ethan 1984 mit "Blood Simple", einer Hommage an den Film noir, auf dem US-amerikanischen Sundance Film Festival von sich reden. Seither etablierte er sich mit Filmen wie "The Big Lebowski" oder "O Brother, Where Art Thou?" als schräger Geschichtenerzähler abseits des Hollywood-Mainstreams. Joel Coen und sein Bruder Ethan erhielten für ihre gemeinsame Arbeit zahlreiche Auszeichnungen.
Kundenbewertungen zu "Fargo"
1 Kundenbewertung
(Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen
ausgezeichnet)
Vielleicht einer der besten Filme, die je gedreht wurden. Sind es in Tarantino-Filmen gerne einmal coole Gangster, die sich alle Mühe geben, bloß nicht das Klischee zu enttäuschen, finden die Coen-Brüder zu weilen eine eigene, subtlilere Sprache. In dem sie nämlich eine schwangere, hinterwäldlerische Polizistin zum Held machen, die so garnicht ins Bild des Ritters der Gerechtigkeit passen will, das uns ja immer so gern von amerikanischen Produktionen eingetrichtert wird. Bei allem Anspruch wird der Film zu keiner Sekunde langweilig und folgt dabei dem Schema eines antiken Dramas (tja, einige Sachen sind wohl für die Ewigkeit geschaffen und funktionieren doch immer wieder). Über schauspielerische Leistungen brauch man kein Wort zu vergeuden - wenn doch "Weltklasse" (STEVE BUSCEMI IS THE MAN, in meinen Augen einer der besten amerikanischen Schauspieler). So kritisch man auch sein mag, man wird schwerlich etwas auszusetzen haben an Fargo. Für mich der berühmte Streifen für die einsame Insel (Sofern man ihn dort abspielen kann). Sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Lang lebe Ethan und Joel Coen. Kaufen, Kaufen und ich sags nochmal KAUFEN!