J. Robert Oppenheimer - Bird, Kai; Sherwin, Martin J.
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Kai Bird Martin J. Sherwin 

J. Robert Oppenheimer

Die Biographie. Ausgezeichnet mit dem National Book Critics Circle Award; Biography/Autobiography 2005

Übersetzer: Binder, Klaus
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Produktbeschreibung zu J. Robert Oppenheimer

J. Robert Oppenheimer (1904-1967), der »Vater der Atombombe«, zählt zu den schillerndsten Figuren der jüngeren Zeitgeschichte. Für ihre glänzende Biographie des »amerikanischen Prometheus« erhielten der Journalist Kai Bird und der Historiker Martin J. Sherwin den Pulitzer-Preis. Exemplarisch lassen sie das Drama eines Forschers lebendig werden, der sich zwischen Erkenntnisdrang und ethischer Verantwortung entscheiden muss.

Oppenheimer leitete das streng geheime Manhattan-Projekt in der Wüste von New Mexico, wo am 16. Juli 1945 die erste Atombombe gezündet wurde. Kurz darauf starben in Hiroshima und Nagasaki mehr als 200 000 Menschen durch die neue »Wunderwaffe« - die Menschheit war ins Atomzeitalter eingetreten. Erschüttert von der Zerstörungskraft seiner Schöpfung, engagierte sich Oppenheimer fortan gegen den Einsatz nuklearer Waffen. Das machte ihn im Amerika der McCarthy-Ära verdächtig. Er geriet ins Visier des FBI, wurde als Spion der Sowjetunion verleumdet und musste den Staatsdienst quittieren. Sein Privatleben wurde an die Öffentlichkeit gezerrt, seine Wohnung verwanzt, sein Telefon abgehört. Erst 1963 rehabilitierte ihn Präsident Kennedy. Über dreißig Jahre hinweg haben die Autoren Interviews mit Oppenheimers Angehörigen, Freunden und Kollegen geführt, FBI-Akten gesichtet, Tonbänder von Reden und Verhören ausgewertet und Oppenheimers private Aufzeichnungen eingesehen. Ihre beeindruckend gründliche Biographie gewährt intimen Einblick in diese charismatische Persönlichkeit, bei der Triumph und Tragik so nahe beieinander lagen.

Produktinformation


  • Verlag: Propyläen
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 672 S. m. zahlr. Fotos.
  • Seitenzahl: 672
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 151mm x 52mm
  • Gewicht: 928g
  • ISBN-13: 9783549073582
  • ISBN-10: 3549073585
  • Best.Nr.: 25561317
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.10.2009

Atom und Verrat
Bombenbauer mit Bildung: Kai Bird und Martin J. Sherwin ermitteln noch einmal in Sachen J. Robert Oppenheimer
Die Szene ist kaum belegt, aber sicherlich eine der theatralischsten in der modernen Geschichte: Im Oktober 1945 wird der Physiker J. Robert Oppenheimer ins Weiße Haus eingeladen. Präsident Harry S. Truman wünscht den Rat des Wissenschaftlers, unter dessen Leitung in Los Alamos die Atombombe entwickelt wurde, die zweieinhalb Monate zuvor über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurde. Oppenheimer, der ein geschätzter, bisweilen hypnotisierender Plauderer war, soll plötzlich ernst geworden sein und gesagt haben: „Mr. President, ich glaube, ich habe Blut an den Händen.” Der immer pragmatische Truman, auf dessen Befehl die beiden japanischen Städte ausgelöscht worden waren, reichte Oppenheimer sein Einstecktuch, damit der sich die Hände säubere, und wollte fortan nichts mehr von ihm wissen. Ist die Geschichte wahr?
Kai Bird und Martin J. Sherwin erzählen sie in ihrer Oppenheimer-Biographie und scheinen damit die Legende vom Hl. Robert fortzusetzen. Im amerikanischen Original, das bereits vor vier Jahren erschienen ist, heißt das …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

J. Robert Oppenheimer war ein Mann von Widersprüchen: Ein brillanter, aber sprunghafter Physiker, ein Mann aber auch, der die Weltliteratur liebte. Einer, der den inneren Zirkeln der Macht nahestand und zugleich Freunde unter Kommunisten hatte. Einer, der opponiert und dann wieder nicht. Diesen Mann zu fassen zu bekommen gelingt, wie Rezensent Helmut Mayer findet, den Autoren dieser Biografie ausgesprochen gut. Sie kehren nämlich das Widersprüchliche, die "Ambivalenzen", so Mayer keineswegs unter den Teppich. Genau vollziehen sie die Bewegungen seines Lebenswegs nach - und die Rezension, die über weite Strecken zum biografischen Referat wird, folgt ihnen darin. Am Ende ist der Rezensent dann des Lobes voll und freut sich, dass die Geschichte eines Lebens hier nicht nur "hingebungsvoll detailliert" nachgezeichnet, sondern dabei auch noch "lebendig" wird.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.11.2009

Ich bin ein Erschütterer der Welten

Ein Lebensbild, in dem zum ersten Mal die Ambivalenzen ausgeleuchtet werden, die den Vater der Atombombe umtrieben: Martin Sherwins und Kai Birds große Biographie des J. Robert Oppenheimer.

Von Helmut Mayer

Zum "Vater der Atombombe" wurde J. Robert Oppenheimer im Alter von einundvierzig Jahren am 16. Juli 1945. Obwohl von einer Bombe nicht die Rede war, als damals ihr erstes Exemplar explodierte: Es war immer noch "the gadget", das an diesem Morgen auf einer Wüstenhochebene von New Mexico erfolgreich gezündet wurde. Oppenheimer hatte den Testplatz ausgewählt und "Trinity" genannt. Wie er auf diesen Namen gekommen war, daran konnte er sich später nicht mehr genau erinnern; vielleicht sei es wegen eines Gedichts von John Donne gewesen, das mit der Zeile beginnt: "Batter my heart, three-person'd God". Andere wollten darin einen Verweis auf die hinduistische Dreifaltigkeit von Brahma, Vishnu und Shiva sehen. Wohl deshalb, weil Oppenheimer viel später nicht ohne verhaltene Feierlichkeit erzählte, ihm seien beim Anblick der über "Ground Zero" sich auftürmenden Wolke Verse aus der Bhagavad-Gita in den Sinn …

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"Eine brillante Biografie ... ein aufwühlendes Werk. Die Biografie, ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, erkundet nicht nur den Menschen Oppenheimer, sondern macht auch eine Zeit wieder lebendig, in der die Physik zur bestimmenden Disziplin des 20. Jahrhunderts wurde und in der sich Wissenschaft und Politik unheilvoll kreuzten." (Der Spiegel 09)
"Die hier vorgelegte Biografie ist mit ihren knapp 600 Seiten zugleich eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Damit vermag sie die ganze Widersprüchlichkeit und Tragik zu fassen, die sich in der Person von Oppenheimer wohl fokussiert, aber keineswegs auf ihn nur beschränkt ist. Diese tiefgründige Biografie erzählt uns mit einem bisher nicht vorhandenen Detail- und Faktenreichtum die tragisch faszinierende Geschichte eines Physikers im 20. Jahrhundert, der noch im seligen Fortschrittsglauben verhaftet zwischen Wissenschaft und Politik zerrieben wurde." (Deutschlandradio 2009)

»Eine brillante Biografie ... ein aufwühlendes Werk. Die Biografie, ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, erkundet nicht nur den Menschen Oppenheimer, sondern macht auch eine Zeit wieder lebendig, in der die Physik zur bestimmenden Disziplin des 20. Jahrhunderts wurde und in der sich Wissenschaft und Politik unheilvoll kreuzten.« Der Spiegel, 14.09.09, Christian Lauenstein »Die hier vorgelegte Biografie ist mit ihren knapp 600 Seiten zugleich eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Damit vermag sie die ganze Widersprüchlichkeit und Tragik zu fassen, die sich in der Person von Oppenheimer wohl fokussiert, aber keineswegs auf ihn nur beschränkt ist. Diese tiefgründige Biografie erzählt uns mit einem bisher nicht vorhandenen Detail- und Faktenreichtum die tragisch faszinierende Geschichte eines Physikers im 20. Jahrhundert, der - noch im seligen  Fortschrittsglauben verhaftet - zwischen Wissenschaft und Politik zerrieben wurde.« Deutschlandradio, 28/09/2009 »Endlich übersetzt: Birds und Sherwins Biografie über den Vater der Atombombe. Ein faszinierendes Werk.« Alan Posener, Die Literarische Welt, 17. Oktober 2009 »Die facettenreiche Betrachtung …

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Kai Bird, geboren 1951, arbeitet weltweilt als Journalist. Er ist Kolumnist und Mitherausgeber von "The Nation".

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