Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension
Auch wenn er nicht alle Briefe gelungen findet, insgesamt ist Günther Stocker begeistert von den "vergnügt dahinsprudelnden Glossen und Briefen" von Georg Paulmichl, die um ein kleines Südtiroler Dorf kreisen, wo der Autor eine Behindertenwerkstätte besucht und seit den achtziger Jahren mit der Hilfe seines Betreuers schreibt und malt. In Paulmichels Texten paaren sich außergewöhnliches Sprachgefühl mit grosser Lebensfreude, stellt Stocker bewundernd fest. Dabei werde die verborgene Komik der Alltagssprache ebenso entlarvt wie die Hohlheit mancher Politikerphrase oder die Gedankenlosigkeit des Mediendiskurses, freut er sich.
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Nach den Büchern 'Verkürzte Landschaft' und 'Ins Leben gestemmt' ist mt dem dritten Band jetzt so etwas wie eine Gattung entstanden. Man kann mittlerweile vom 'Paulmichl' sprechen, und meint eine Literaturgattung, die über den Autor hinausgeht. (Helmuth Schönauer, ORF Radio Tirol) "Paulmichl vereint den unschuldig-klaren Blick eines Kindes mit der Schärfe eines genauen Beobachters, absurden Humor mit sprachlicher Neuschöpfung." Kurz: "kindliche Klarheit, ätzende Schärfe" (Oberösterreichische Nachrichten) "Unverblümt und prägnant fasst Paulmichl zusammen, was andere in taktische Floskeln packen würden. ... Die vorliegenden Briefe sind trotz ihrer mannigfaltigen alltäglichen Gedankengänge komponiert wie Gedichte. ... Ihre fantasiestarken Sätze verführen zum sinnieren." (Sozialmagazin) "Paulmichl erlebt die Welt in einer ganz eigenen Poesie. ... Paulmichl ist ein Lesevergnügen. ... Auf faszinierende Weise wechselt er mit seiner Sprache zwischen Ironie, einfacher Wahrheit und Belustigung. Da weiß der Leser nie so genau, was gerade gemeint ist. Und das macht den Spaß des Lesens aus. Denn Paulmichls Gefühl ist echt." (Neue Kirchenzeitung) "In seinen lakonisch hingeworfenen Sätzen und Wortschöpfungen zeigt Paulmichl sich als einfühlsamer Geist, für den die Kunst im wahrsten Sinn des Wortes den entscheidenden Weg im Leben gewiesen hat. Hinter der kindlichen Fassade seiner Texte lauert eine subversive Kraft, die in ihrer heiteren Verzweiflung nicht selten an einen anderen großen Südtiroler Literaten, Norbert C. Kaser, erinnert." (Bruno Lässer, Vorarlberger Nachrichten) "Es ist erfrischend zu sehen, wie jemand den Wortschwall, dem wir jeden Tag durch Mitmenschen und Medien ausgesetzt sind, frech und unbekümmert durcheinander schüttelt. Georg Paulmichl denkt die gewohnte Ordnung der Sprache gegen den Strich. Skurrile Wortkombinationen, krause Metaphern und der häufige Wechsel zwischen verschiedenen sprachlichen Registern erzeugen einen schrägen Blick auf die Welt, der aber oft gerade deswegen demaskierend ist. ... Dahinter steht ein aussergewöhnliches Sprachgefühl und eine grosse Lebensfreude." (Günther Stocker, Neue Zürcher Zeitung) "Zum Glück gibt es Schriftsteller, die etwas zu sagen haben, wie Georg Paulmichl. ... Die Texte sind bunt wie die Bilder, die Paulmichl auch malt. ... Paulmichls Schreibweise ist sehr direkt. Er traut seinen Gefühlen und vertraut sie seiner Feder an. Dabei schüttelt er wohltuend unbeschwert alle Schreib- und Denkverbote ab. Das macht die Texte ehrlich, frech, spritzig. Sie strotzen vor Freude am Leben. ... Das Buch ist ein Manifest für das Leben auch unter widrigen Umständen, ein echter Muntermacher." (Kirche, 9. September 2001)
Georg Paulmichl, geboren 1960 in Schlanders, lebt in Prad im oberen Vinschgau und besucht die dortige Behindertenwerkstätte. Seit den 80er Jahren schreibt und malt er. 1993 Förderungspreis der Goethe-Stiftung
Basel, verliehen durch Thomas Hürlimann, 1997 Hans-Prinzhorn-Medaille der Deutschsprachigen Gesellschaft für Kunst und Psychopathologie.