Und ich schüttelte einen Liebling - Mayröcker, Friederike

Und ich schüttelte einen Liebling

Friederike Mayröcker 

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Und ich schüttelte einen Liebling

Friederike Mayröcker hat nach dem Tod ihres Schreib- und Lebensgefährten Ernst Jandl Erinnerungen und Träume, Gespräche und Zitate, Eindrücke und Beobachtungen auf Notizzetteln gesammelt, hat ihren Text geschüttelt und den fruchtbaren Augenblick abgepaßt, da Schreiben und Ernten in eins und die Wörter und Sätze wie reife Früchte zu Papier fallen. Entstanden ist eine poetische "Ausschweifung des Gedächtnisses", die noch die armseligsten und vergänglichsten Dinge in "Magie Partikelchen" verwandelt und sie so bewahrt: "herzhermetisch" geborgen im Innern der Sprache. Und ich schüttelte einen Liebling ist ein bewegendes Buch über die Kraft der Trauer, der Liebe und der Dichtung: Abschied und Wiederkunft in einem.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2006
  • 2. Auflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 237 S.
  • Seitenzahl: 237
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3822
  • Best.Nr. des Verlages: 45822
  • Deutsch
  • Abmessung: 175mm x 111mm x 15mm
  • Gewicht: 148g
  • ISBN-13: 9783518458228
  • ISBN-10: 3518458221
  • Best.Nr.: 20841008

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sehr angetan zeigt sich der Rezensent Paul Jandl von Friederike Mayröckers neuem Gedichtband, den er als "anrührende 'Gedanken Aufregung' zu Ehren Ernst Jandls" gelesen hat. In einem "gleichzeitigen Prozess des Schauens, Erinnerns und Notierens" schreite Mayröcker ihre gegenwärtige, um die Anwesenheit des Gefährten gebrachte Alltagswelt ab, erhebe gewöhnliche Hinterlassenschaften zu "Reliquien", gebrauche trotzig die "Formeln der Trauer" und beschwichtige ihren Zweifel im dialoghaften Selbstgespräch. Aber dies, betont der Rezensent, ist nicht "das große Ernst-Jandl-Erinnerungsbuch", das der Klappentext anpreist: Es ist vielmehr ein "Buch des Übergangs" (und durchaus auch zum eigenen Tod hingewandt), das von einer methodisch betriebenen "großen Offenheit" lebt - sowohl in seiner "ästhetischen Unangestrengtheit" als auch in seiner "Selbstentblößung". "Und ich schüttelte einen Liebling" ist für den Rezensenten "große Poesie", die zwei Dichter "in ihrer schönsten Rolle" zeigt: "ganz dicht beieinander".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2005

Machen Sie öfters mal boingg-boingg
Etwas an Glück: Fünf Jahre nach dem Tod ihres Lebensgefährten Ernst Jandl veröffentlicht Friederike Mayröcker ihre Erinnerungen an ihn

Jetzt hat sie es endlich geschrieben und fertig geschrieben. Wie oft wurde sie danach gefragt, wann sie denn schreiben werde über ihren Lebensmenschen, über ihren Dichterfreund, über Ernst Jandl, der im Sommer 2000 gestorben ist. Und sie hat immer gesagt: ja, ja und vielleicht und sicher bald und hat zunächst ein Requiem für ihn geschrieben und einige Gedichte und wahrscheinlich hundert Blätter voller Erinnerung und Schmerz und Abschiedsworte.

So kennt man sie ja immer von den Bildern, eine große schwarze Frisur, vergraben zwischen Manuskriptbergen, die, einer wundersamen Tektonik folgend, nie einzustürzen scheinen. Es gibt, so scheint es manchmal, mehr Fotos von den Manuskripten Friederike Mayröckers als von ihr selbst. Und dann natürlich die Fotos zusammen mit ihm. Mit Ernst Jandl. Die beiden waren das schönste deutschsprachige Dichterpaar der Nachkriegsliteratur, ein Lebensliebespaar, wie es nicht viele gibt. Ihr ganzer Lebenslauf verlief so eigentümlich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2005

Das Schreiben ist nur möglich, wenn ich diese Fittiche habe
Friederike Mayröckers Abschiedsbuch für den toten Gefährten Ernst Jandl: „Und ich schüttelte einen Liebling”
Eine flatterhafte Nervosität präludiert dieses Abschiedsbuch einer großen Liebe. Und sofort ist alles da: die rasende Angst vor dem Abgrund, aber auch die selige Leichtfertigkeit, die über ihn hinweg hilft, sobald man weiß, dass es von nun an nichts mehr zu verlieren gibt. „Und ich schüttelte einen Liebling”, dieser Trauergesang über den Verlust des nächsten Menschen, ist zugleich eine sehr diskrete, aber doch kenntliche Feier der eigenen Vitalität. „Er fehlt mir so bitterlich”, dieser Satz, der erst spät fällt, ist das gesamte Buch über wahr und spürbar. Aber auch die unterschwellige Verblüffung, selbst noch am Leben zu sein: „das Alleinsein ist eine kuriose Sache, nicht wahr, eine Mischung aus Angst und Stolz”.
Ernst Jandl, so erfuhr Friederike Mayröcker nach seinem Tod, hat schon zu Lebzeiten die Freunde gebeten, ihr beizustehen, wenn es einmal so weit sein sollte. Diese Fürsorge berührt. Sie besondert diese ungewöhnliche Dichterliebe, und ist doch zugleich …

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Friederike Mayröcker, Jahrgang 1924, ist eine besessene Vielschreiberin und Sprach-Experimentiererin, die mit den Methoden der freien Assoziation und der surrealistischen Collage arbeitet und deren dichterisches Werk über 80 Bände umfasst. 2009 wurde sie mit dem Hermann-Lenz-Preis geehrt, im Jahr 2010 wird ihr der Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste verliehen.

13 Marktplatz-Angebote für "Und ich schüttelte einen Liebling" ab EUR 2,05

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