Österreich ist schön - Franzobel
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Franzobel 

Österreich ist schön

Ein Märchen

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Produktbeschreibung zu Österreich ist schön

Albin, Albona, Alfred, Alban und ihr Vater Dzevat Zogaj werden im Herbst 2007 aus Österreich in den Kosovo abgeschoben. Die fünfzehnjährige Arigona, ihre Schwester bzw. Tochter, taucht unter, um der Abschiebung zu entgehen, droht mit Selbstmord; nach ihrem Auftauchen gewähren ihr und ihrer psychisch kranken Mutter der Pfarrer von Ungenach, dann der Baron von Frein Unterkunft. Politiker schalten sich ein, der Fall spaltet Österreich: Pfarrer Friedl sieht sich mit Kirchenaustritten konfrontiert, dem Baron werden tote Katzen vor die Tür geworfen. Auf der anderen Seite ergreifen Nachbarn und Freunde die Initiative. Eine wahre Geschichte, kein Märchen: Franzobel hat gründlich recherchiert. Nun legt er einen sachlichen, gleichwohl persönlichen Essay zum Thema Migration und Asyl vor sowie das Theaterstück "A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit", in dem der vielfach ausgezeichnete Dichter den Menschen aufs Maul schaut wie einst Karl Kraus.

Produktinformation


  • Verlag: Zsolnay
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 192 S.
  • Seitenzahl: 186
  • Best.Nr. des Verlages: 551/05473
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 134mm x 22mm
  • Gewicht: 321g
  • ISBN-13: 9783552054738
  • ISBN-10: 3552054731
  • Best.Nr.: 26365638

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Aus diesem Band tönen neben ein paar hübsch boshaften Ideen viel Larmoyanz und ohnmächtige Wut, meint Martin Lhotzky bedauernd. Dass Franzobel zu mehr befähigt ist, als zu dem hier abgedrucketen Essay, der angehängten szenischen Collage (über Migrantenschicksale im schönen Österreich) samt Epilog, weiß Lhotzky allerdings. Um so größer seine Enttäuschung angesichts der "billigen Pointen und Kalauer", ja "gefährlichen Entgleisungen" (so findet Lhotzky Vergleich von Menschen ohne Pass mit Juden im Nationalsozialismu) zu denen sich der Autor hinreißen lässt. Zorn, auch ein gerechter, findet Lhotzky, macht eben noch lange kein gutes Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.09.2009

Hetz und Hatz
Gerechter Zorn, schlechtes Buch: Franzobels Märchen

Hetz, das ist in Ostösterreich das gängige Wort für Spaß. Der Begriff wird von der Hatz, dem Zu-Tode-Hetzen von Tieren, hergeleitet. Bis 1796 bei Wien ein dieser Volks-, aber auch Adelsbelustigung gewidmetes Amphitheater in Flammen aufging, fanden hier regelmäßig Tierhatzen vor Publikum statt, danach wurden sie vom Kaiser wegen Brandgefahr verboten. "A Hetz oder: Die letzten Tage der Menschlichkeit" nennt Stefan Griebl alias Franzobel in dieser Tradition der derben Späße, bei denen immer garantiert jemand zu Schaden kommt, sein Stück über Migrantenschicksale in Österreich. Denn: "Österreich ist schön. Ist das schön. So schön ist Österreich, dass schon die Schulkinder es aufschreiben müssen." Das freilich ist ein Märchen, wie der Untertitel des neuen Franzobel-Bandes lautet. Hierin versammelt findet man den Essay "Der Fall Arigona Zogaj", besagten dramatischen Text "A Hetz" sowie einen Epilog, der sich in Variationen auf Peter Hammerschlags "Ungarische Schöpfungsgeschichte" erschöpft.

Aufsatz und szenische Collage sind aus ohnmächtiger Wut heraus geschrieben …

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Franzobel, 1967 in Vöcklabruck/Oberösterreich geboren, arbeitete bis 1991 als bildender Künstler mit gelegentlichen Ausstellungen. Dann schrieb er Romane, Satiren und Theaterstücke. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 1995 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und 1998 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Er lebt in Wien.

Leseprobe zu "Österreich ist schön"

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Kundenbewertungen zu "Österreich ist schön" von "Franzobel"

Durchschnittliche Kundenbewertung 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** weniger gut
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von farfalla2009 aus Graz am 04.10.2009 ***** weniger gut
Einem sehr sensiblen Thema wird ein ganzes Buch gewidmet. Aber nur anzuprangern ist bei dieser Vielfältigkeit zu wenig. Wo sind die Lösungsvorschläge? Die zitierten Gespräche mit Beteiligten lassen ein leeres Gefühl zurück. Teilweise hat man den Eindruck in einer österreichischen Boulevard-Presse zu lesen.

Ohnmächtige Wut ist gut – aber was bringt es ist andere zu verurteilen, wenn man selber nicht weiß, wie die Situation für alle Beteiligten verbessert werden könnte? Ist es wirklich eine Lösung, sich auf den Marktplatz zu stellen und laut zu schreien? Bekommt dadurch die Stimme der Asylanten mehr Gewicht?

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