MAXIMILIAN RONGE war der letzte k. u. k. Geheimdienstchef. In
einigen Punkten seines Wirkens und seiner Karriere drängen sich
Vergleiche zu Admiral Wilhelm Canaris, dem Leiter des militärischen
Nachrichtendienstes im Dritten Reich, auf. Ronge spielte in der
Monarchie und der Republik mit: Er nutzte seine Agentennetzwerke
gegen "Verräter aller Art", gegen "abtrünnige"
Nationen, gegen Sozialisten und Bolschewiken. Bis 1938 gab es in
Österreich keinen Spion, der an ihm vorbeikam. Aber auch nach
seiner Internierung im KZ Dachau, machte Ronge weiter. Nach dem
Krieg baute er gemeinsam mit den Amerikanern im besetzten
Österreich einen neuen Geheimdienst auf. Das sind nur einige der
unglaublichen Stationen im Leben dieses Verwandlungskünstlers, der
seinem Kaiser im Grunde immer treu blieb. Das Historikerduo
Leidinger/Moritz konnte dank akribischer Archivarbeit seine Arbeit
hinter den Kulissen aufdecken. Denn zu Ronges absoluter Stärke
gehörte nicht nur seine ausgeklügelten Methoden der Spionage und
Intrige, sondern vor allem die Kunst, seine eigenen Spuren zu
verwischen. Gerhard Jagschitz lieferte als Enkel Maximilian Ronges
einen privaten Blick auf diesen Mann. Ein Buch, das für viel
Aufsehen sorgen wird!
Merkwürdig, dass sich die Zeitgeschichtsforschung in den mehr als 50 Jahren seit Ronges Tod nie ernsthaft mit dessen Leben beschäftigte. Ronge war immerhin der letzte Geheimdienstchef des Kaisers gewesen, hatte den verräterischen Oberst Redl zur Strecke gebracht, im Austrofaschismus Sozis wie Nazis ausgespitzelt und nach 1945 mit den Westmächten am Aufbau eines österreichischen Militär-Geheimdienstes gearbeitet. (...) eine schonungslose Abrechnung mit einem kalten Ordnungsfetischisten. PROFIL, Herbert Lackner
Dass das Leben spannendere Geschichten schreibt, als man sie je erfinden könnte, ist ein Allgemeinplatz und nicht nur Schriftstellern bekannt. Selten aber trifft man auf den einleitenden Seiten eines wissenschaftlichen Werks auf eine Geschichte, die alle Elemente eines Thrillers in sich trägt [...] In diesem jungen Forschungsgebiet bezeichnen die Autoren ihre Auseinandersetzung mit der Karriere des Maximilian Ronge bescheiden als einen "Anfang" - man könnte getrost von einem Meilenstein sprechen. DIE PRESSE, Bettina Balàka
... eine imposant aufgerollte Biografie ... FALTER, Erich Klein
Verena Moritz, geboren 1969, Studium der Geschichte und Slawistik. Dissertation über die russischen Kriegsgefangenen in der k.u.k. Monarchie. Lektorin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Forschungen zur österreichischen Geschichte des 19. und 20 Jahrhunderts. Redakteurin wissenschaftlicher Magazine, Übersetzertätigkeit.