Ein dickes Fell - Steinfest, Heinrich

Heinrich Steinfest 

Ein dickes Fell

Chengs dritter Fall

Broschiertes Buch
 
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Ein dickes Fell

Ein Kartäuser-Mönch soll im achtzehnten Jahrhundert die Rezeptur für ein geheimnisvolles Wunderwasser erfunden haben 4711 Echt Kölnisch Wasser. Als in Wien ein kleines Rollfläschchen mit dem Destillat auftaucht, beginnt eine weltweite Jagd nach dem Flakon: Seinem Inhalt werden übersinnliche Kräfte nachgesagt, wer es trinkt, erreicht ewiges Leben. Ausgerechnet der norwegische Botschafter muß als erster sterben, und Cheng, der einarmige Detektiv, kehrt zurück nach Wien. Sein Hund Lauscher trägt mittlerweile Höschen, hat sich aber trotz Altersinkontinenz ein dickes Fell bewahrt. Und das braucht auch Cheng für seinen dritten Fall in Heinrich Steinfests wunderbar hintergründigem Krimi.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 603 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 603
  • Serie Piper Bd.5070
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 120mm x 40mm
  • Gewicht: 426g
  • ISBN-13: 9783492250702
  • ISBN-10: 349225070X
  • Best.Nr.: 22805271
»Steinfest unterhält nicht nur, er öffnet einem buchstäblich die Augen für ein großes Wort den Reichtum und die Vielfalt der Schöpfung.« Denis Scheck in der ARD

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Man gebe sich nicht der Illusion hin, dass es sich bei der dritten und bisher besten Episode der Detektiv-Cheng-Reihe um einen Krimi im herkömmlichen Sinne handele. Zwar ist die Totenquote - mal ordinär erschossen, mal eher skurril mit Kölnisch Wasser vergiftet - Aufsehen erregend hoch, aber in Wirklichkeit geht es weniger um Aufklärung, als um die Lenkung persönlicher Schicksale, Zeitlöcher und die Erweckung eines zweiten Golems. Dieses sogleich lustige wie schlaue und in seiner abschweifenden Schleifenhaftigkeit sprachlich anspruchsvolle Buch liegt nun in einer Hörbuchfassung vor, deren Vollkommenheit sich nicht allein in der Geschichte begründet: Dietmar Mues trägt die gefeilten Sätze mit einer augenzwinkernden Altbackenheit vor, die der getragenen Lakonie des Steinfestschen Sprachkosmos perfekt entspricht. Philosophiert z. B. Cheng über den Zusammenhang von Ballettunterricht und der Ausbildung arroganter Wesenszüge bei Kindern, wohnt der Überlegung ebenso Weisheit wie die grundlegende Verachtung von Weisheit inne. Man kann "Ein dickes Fell" drehen und wenden, wie man will, es bleibt ein Meisterwerk. Nur:"Freilich bestehen auch Grenzen der Idylle. Der Hund, der Lauscher war, starb noch in derselben Nacht, in welcher sein Herrchen Cheng im Maul eines Karthäuser-Katers den geheimen Namen Gottes feststellte." Amen. (kab)

»Steinfest unterhält nicht nur, er öffnet einem buchstäblich die Augen für - ein großes Wort - den Reichtum und die Vielfalt der Schöpfung.« Denis Scheck in der ARD
Heinrich Steinfest wurde 1961 geboren. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Kriminalautors Heinrich Steinfest, welcher den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, erhielt den Stuttgarter Krimipreis 2009 und den Heimito-von-Doderer-Preis. »Ein dickes Fell« wurde für den Deutschen Buchpreis 2006 nominiert. Zuletzt erschien sein Roman »Die Haischwimmerin«.

Kundenbewertungen zu "Ein dickes Fell" von "Heinrich Steinfest"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von Polar aus Aachen am 15.07.2008 ***** gut
Wer Thriller mag, wird sich mit diesem Roman schwer tun. Nicht der Suspense steht im Mittelpunkt, vielmehr die skurile Beschreibung einer Tat. Angefangen bei der weiblichen Killerin, die schlecht schießt, über den Detektiven Cheng und seinen Hund Lauscher, hin zu einem Komponisten, der an Zeitlöcher glaubt, über Siamesische Katzen und elfjährige Töchter, die sich bemühen, ihre Mutter zu verheiraten, begegnet man vor allem eins: dem Schmäh. Steinfels Sprache schlägt überzeugende Kapriolen und sein Roman ist weniger etwas für geschulte Krimileser, als für jene, die mit dem Genre spielen und ihm Facetten abgewinnen wollen, die weniger dem Spannungsaufbau als dem Schmunzeln dienen. Alles dreht sich um die Rezeptur von 4711- Echt Kölnisch Wasser, der magische Fähigkeiten zugesprochen werden. Ein hübscher Gedanke, für Anhänger Steinfest sicher ein Genuss. Es wird gemordet und selbst der Detektiv stirbt beinah, es tauchen überraschende Doppelgänger auf, die sich anmaßen, das Leben ihres Vorbilds einnehmen zu wollen, an Einfällen, mangelt es dem Roman nicht. Man muss das mögen.

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Bewertung von Jens am 17.08.2006 ***** ausgezeichnet
Die ersten 2 oder 3 Kapitel in denen die Charaktere der Mörderin und ihres Auftraggebers vorgestellt werden, fand ich interessant und freute mich auf einen spannenden Roman. In dem Moment in dem der Detektiv Cheng auftritt lässt die Geschichte jedoch extrem nach. Nicht nur, dass die Gegebenheiten jeglichem gesunden Menschenverstands entbehren, auch ist der Erzählstiel auf die Dauer, und er dauert sehr lange an, langweilend, da immer gleich gestrickt. Der Erzähler, und man fragt sich wer es eigentlich ist, mischt sich mit seiner Meinung ständig und in jeder Situation in das Geschehen ein und kommentiert es auf immer gleiche Weise, zu Weilen humoristisch, aber selten lustig. Das führt dazu, dass jede Szene von diesen Kommentaren überlagert wird. Spannung wird dadurch herausgenommen, Erzählfluss wird unterbrochen, Gefühle werden verdrängt, verharmlost oder töricht, Beschreibungen werden lächerlich. Die Charaktere bleiben in ihrer Beschreibung wage, so werden ihre Eigenschaften im Text mehr benannt, als dass sie vorm Auge des Lesers in Erscheinung treten. Da ist der Sohn der Mörderin. Er ist behindert, brabbelt unzusammenhängendes Zeug und dreht mit dem Finger in der Luft. Es wird behauptet, er könne viel mehr als man ihm zutraut. Diese Behauptung wird aber nicht weiter mit Leben gefüllt. Der Hund soll die Grundlage, das Fundament Chengs Seins oder seines Handelns sein. So wichtig ist er, so sehr liebt er ihn. Aber der Hund hat keinen ausgeprägten Charakter, er liegt nur rum und unser Detektiv versucht ihn ständig los zu werden, abzugeben oder einfach liegen zu lassen, jedenfalls nimmt er ihn nicht mit. Die Handlungen sind unverständlich. Warum z.B. nimmt die Auftragsmörderin den Detektiv, der sie schon in Verdacht hat, mit zu ihrem nächsten Auftrag? usw. Und was macht der Zeitreisende in der Geschichte? Ich habe selten einen schlechteren Krimi gelesen. Sehr ärgerlich.



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