Das Antwerpener Testament - Grill, Evelyn

Evelyn Grill 

Das Antwerpener Testament

Roman

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Das Antwerpener Testament

Als Henriette Stanley stirbt, ist die Familie, die sich um ihr Grab versammelt, schon nicht mehr groß: Da ist Harry, ihr geistesgestörter Sohn, auf dem einst die Hoffnungen der Familie, Reeder aus Antwerpen, lagen. Da ist ihre Tochter Ann mit ihrem deutschen Mann, deren Ehe Henriette nicht verhindern konnte, obwohl sie die Verbindung nach dem Krieg um ihr Erbe aus Belgien gebracht hat. Und da ist die Schwester ihres Mannes, der vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Niemand spricht mit ihr, aber sie allein weiß, was aus ihrem Bruder geworden ist und was in dem Testament aus Antwerpen wirklich gestanden ist. Und sie weiß auch, dass jede Anstrengung, vergessen zu wollen, vergebens ist. Dieser Roman ist ein großes Gemälde, und Evelyn Grill beweist darin ihre ganze Meisterschaft. Sie erzählt die Geschichte einer Ehe, den Roman einer Familie voller Risse, in denen die Abgründe eines ganzen Jahrhunderts erkennbar werden.


Produktinformation

  • Verlag: Residenz
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 320 S.
  • Seitenzahl: 316
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 139mm x 30mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783701715664
  • ISBN-10: 3701715661
  • Best.Nr.: 32592879
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2011

Bewährte Muster

Wenn ein Familienroman "Das Antwerpener Testament" heißt, erwartet man Streit und Ungerechtigkeit beim Erben, auch Geheimnisse, die zutage kommen. Eine Beerdigung ist meist der Auftakt. Da darf geweint werden. Auch die Autorin Evelyn Grill hält sich an bewährte Muster. Generationenkonflikte gehören dazu wie die Mutter, die sich aufopfert und dafür lebenslange Rücksicht der Tochter erwartet. Die 1942 geborene Autorin beschreibt das alles mit zäher Gründlichkeit. Für familiäre Tragödien nimmt sie sich weniger Zeit. Denn sie möchte in den Rahmen einer verästelten Familiengeschichte die Folgen von Krieg und Okkupation in Belgien und Holland, Überleben im Versteck, Flucht nach England oder den glücklichen Neuanfang in Amerika pressen. Ein ebenso ehrgeiziges Unternehmen wie die Doktorarbeit eines der Protagonisten, deren immer wieder hinausgezögerte Vollendung der Leser mitfühlend verfolgen soll. (Evelyn Grill: "Das Antwerpener Testament". Roman. Residenz Verlag, St. Pölten, Salzburg 2011. 316 S. geb., 22,90 [Euro].) m.f.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Judith Leister schätzt Evelyn Grill als "großartige Autorin", aber diesen Roman kann sie nicht empfehlen. Statt skurriler Geschichten findet die Rezensentin hier eine das gesamte 20. Jahrhundert umspannende Familiengeschichte, deren Konventionalität Leister nicht goutiert. "Sublimierte Gefühle, gefasste Persönlichkeiten und braven Katholizismus" beherrschten diesen Roman, und bei allen Dramen und Tragödien, die sich hierin ereignen vom Ersten Weltkrieg über den Nationalsozialismus, Flucht und Auswanderung, reiche Verwandtschaft bis zur kaltblütigen Mutter, spöttelt Leister: "Man empfindet in aller Wohlerzogenheit".

© Perlentaucher Medien GmbH
Evelyn Grill, geboren 1942 in Garsten, lebt als freie Schriftstellerin in Freiburg im Breisgau. Mehrere Romanveröffentlichungen.

Blick ins Buch "Das Antwerpener Testament"

Kundenbewertungen zu "Das Antwerpener Testament" von "Evelyn Grill"

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Bewertung von Buch im Kopf am 15.02.2011 ***** weniger gut
Evelyn Grill erzählt uns in ihrer Familiensaga, den Eindruck bekommt man zumindest durch die Kurzbeschreibung vermittelt, die Geschichte einer tragischen Liebe, einer egoistischen Mutter und der Tatsache wie sehr man das eigene Glück missachten und verschandeln kann wenn man ständig versucht es anderen Recht zu machen.

Am Anfang steht das Begräbnis. Das Begräbnis der starrhalsigen und verbitterten Henriette Stanley. Ehemals das Familienoberhaupt. Einer Familie, die diese Betitelung eigentlich nur durch die Verwandsschaftsverhältnisse verdient. Die Wirklichkeit sieht nämlich alles andere als familiär aus.

Henriette, einst jung und schön heiratete zum Zwecke der Zusammenführung zweier Reedereien den ihr sympathischen Alan.

Nach etlichen unglücklichen Ehejahren und drei Kindern, wovon eines zwischenzeitlich verunglückt ist, steht sie alleine mit ihren zwei Kindern da. Auch Jahre später ist Henriette weder verheiratet noch hat sie einen Verehrer. Ihre ganze Aufmerksamkeit gebührt den Kindern. Doch auch diese enttäuschen sie.

Harry, ihr Sohn schleppt eine Frau an, die laut seiner Mutter alles andere als eine vorteilhafte Partie darstellt. Und auch Ann, die Tochter schont die arme Mutter nicht. Mit einem Deutschen will sie sich verheiraten. Ein Alptraum für Henriette. Einer den sie nicht duldet. Und so scheitern die Beziehungen der beiden Kinder. Zunächst die von Henry, und wenn auch langsam und unmerklich, auch die von Ann.

Meine Meinung zu diesem Buch ist nicht die beste. Das Chaos an Personen am Anfang der Geschichte und die ausschweifende Sprache, die das Ganze nicht verschönert, sondern eher langweiliger gemacht hat, haben einiges dazu beigetragen.

Die einzige Abwechslung, die die Autorin meiner Meinung nach zwischen all die trostlosen Schicksale reingebracht hat, war die Tatsache, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde.

Wer Spannung und große Familiengeheimnisse erwartet, die am Ende gelüftet werden, wird dies in dem Buch nicht finden.

Wenn man sich allerdings gerne über spießige Normen, die Kombination aus selbstsüchtigen und selbstlosen Menschen aufregt, wird wahrscheinlich auf seine Kosten kommen.

Für mich persönlich war es eine Art Reinfall…aber wenn mir das Buch paradoxerweise noch nachklingt.

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