Chucks - Travnicek, Cornelia

Cornelia Travnicek 

Chucks

Roman

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Chucks

Punkig, zärtlich, bedingungslos ehrlich - eine starke neue Stimme!

Mae zog noch vor Kurzem als Punk durch die Straßen Wiens, lebte von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin über Metaphysik und Komplizierteres. Im AidsHilfe-Haus, wo sie eine Strafe wegen Körperverletzung abarbeiten muss, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen: Sie sammelt seine Haare und Fußnägel wie Devotionalien und fängt zuletzt die Luft in seinem Krankenzimmer in einem Tupperdöschen ein. Chucks erzählt eine bezaubernde Geschichte vom Aufwachsen zwischen Liebe und Tod und ist von einem Ton durchdrungen, der mal humorvoll, mal aufwieglerisch laut, aber auch überaus zärtlich sein kann.



Produktinformation

  • Verlag: Dva
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 186 S. 200 mm
  • Seitenzahl: 186
  • Deutsch
  • Abmessung: 200mm x 230mm x 20mm
  • Gewicht: 262g
  • ISBN-13: 9783421045263
  • ISBN-10: 3421045267
  • Best.Nr.: 34504195
"Wenn ich mit einer Figur der zeitgenössischen Literatur in einem Lift stecken bleiben möchte, dann mit Mae. Ob ich heil aus dem Lift kommen würde, weiß ich nicht, aber das wär's wert." Clemens J. Setz (Preis der Leipziger Buchmesse 2011)

»Travnicek hat mit ihrem Roman die Haltung der Jungen überwunden, die aus Mangel an Erfahrung und Erlebtem die Ereignislosigkeit zum Thema macht und vorwiegend nett ist.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.05.2012

Leben, selbstdrehend
Ein Romandebüt aus Wien:
Cornelia Travniceks „Chucks“
Nach dem Tod ihres Bruders ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Ehe der Eltern zerbricht und auch von ihrem Freund, dem ordnungsliebenden Jakob, kann Mae wenig erwarten. Um dem Vakuum zu entfliehen, muss sie sich der bürgerlichen Enge entledigen. Sie muss weg, irgendwie nach draußen. Endstation: Punkszene Wien.
Wie ein Tagebuch des Erwachsenwerdens liest sich Cornelia Travniceks Debütroman „Chucks“, der von Liebe, Verlust und Tod zu berichten weiß. Was dabei aus der Retrospektive der Ich -Erzählerin bleibt, ist einzig das Mosaikwerk ihrer Erinnerungen. Gezeigt wird ein Scherbenhaufen der Krisenjahre, aus denen Mae zuletzt aber gefestigt hervorgeht. Denn als die junge Schulschwänzerin auf die Straße gerät, sind alle Ideale dahin. Planlos streift sie mit der drogenabhängigen Tamara durch die Stadt, schnorrt und fabuliert über Metaphysik und philosophische Banalitäten. „Mein Leben dreht sich einmal um sich selbst und sucht eine andere Richtung“: Die Tage vergehen im Gewahrwerden eines umfassenden Existenzialismus, bis die Erzählerin auf den Aids-kranken …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Beachtliches Talent bescheinigt Karl-Markus Gauß der jungen Autorin Cornelia Travnicek, die mit 25 Jahren bereits fünf Bücher veröffentlicht hat, allerdings möchte er sie auch nicht unter Artenschutz stellen. Ihre Geschichte von der jungen Mae, die ihrer kaputten Familie entflieht, um bei den Punks am Wiener Karlsplatz herumzuhängen, dann aber Halt und sich selbst findet, hat ihn mitunter sehr beeindruckt, vor allem durch die poetische, dabei lapidare Sprache. Auch hat Gauß das Buch als überzeugenden "Hymnus an das Leben" gelesen. Womit er gar nicht einverstanden ist, sind jedoch die altklugen Reflexionen, die Travnicek bisweilen in ihre Erzählung einstreut und die Gauß so unglaubwürdig wie überflüssig findet.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2012

Rotschuh

Der Tod tritt früh ins Leben von Mae. Sie ist ein Kind, als ihr Bruder stirbt. Was ihr bleibt, sind dessen leuchtend rote Chucks, die sie fortan durchs Leben tragen werden: durch die eigene Trauer, durch die Trennung der Eltern, durch die Zeit auf der Straße im Wiener Punker-Milieu. Und immer noch trägt Mae die roten Schuhe, als sie ihrem aidskranken Freund Paul dabei zusehen muss, wie er von seiner Krankheit mehr und mehr aufgelöst wird, wie er unaufhaltsam zerfällt unter der Decke seines Krankenbettes. Was am Ende von Paul bleiben wird, sind kleine Partikel seines Körpers - Zehennägel, Sperma, eine Haarsträhne, die Mae sammelt und in Tupperdosen einfriert. Maes rote Schuhe sind nicht der einzige Verweis auf den "Zauberer von Oz", den die 1987 in Sankt Pölten geborene Cornelia Travnicek in ihrem Debütroman gibt. Anders als Dorothys Rückkehr nach Kansas scheint sich indes Maes Sehnsucht nach einem Zuhause nicht erfüllen zu wollen. Die vermeintliche Idylle am Ende scheint trügerisch. Cornelia Travnicek hat mit "Chucks" die Geschichte einer schmerzhaften Adoleszenz geschrieben. Leider will die Kraft ihrer Sprache weder an das Gewicht des Stoffes heranreichen noch an Wut und Trauer ihrer Protagonistin. (Cornelia Travnicek: "Chucks". Deutsche Verlagsanstalt, München 2012. 192 S., br., 14,99 [Euro].) poro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

»Wenn ich mit einer Figur der zeitgenössischen Literatur in einem Lift stecken bleiben möchte, dann mit Mae. Ob ich heil aus dem Lift kommen würde, weiß ich nicht, aber das wär's wert.«

"Wenn ich mit einer Figur der zeitgenössischen Literatur in einem Lift stecken bleiben möchte, dann mit Mae. Ob ich heil aus dem Lift kommen würde, weiß ich nicht, aber das wär's wert." Clemens J. Setz (Preis der Leipziger Buchmesse 2011)
Cornelia Travnicek, geboren 1987 in St. Pölten, lebt in Traismauer und Wien. Studium der Sinologie und der Informatik an der Universität Wien. Mehrere Preise, Auszeichnungen und Stipendien, darunter das Hans-Weigel-Literaturstipendium (2007), der Theodor-Körner-Förderpreis und die Autorenprämie des BMUKK (2008). Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.

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Kundenbewertungen zu "Chucks" von "Cornelia Travnicek"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** weniger gut)
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Bewertung von stevie am 20.03.2012 ***** weniger gut
Nach den ersten paar Seiten und folgendem Zitat „Auf einmal hatte ich einen Punk und war unheimlich stolz darauf, selbst Pipi Langstrumpf hat es zu nur zu einem Affen gebracht“ war ich total begeistert von Chucks – leider musste ich bald feststellen, dass meine Begeisterung doch nicht lange anhalten wird und mir das Buch leider nicht gefällt.
Chronologisch ist das Buch ein Durcheinander, dies könnte man vielleicht mit den Gedanken der Protagonistin vergleichen, welches dann den Erzählstil authentisch macht – leider aber blieben zu lange Fragen offen. Zum Beispiel wurde irgendwann ein neuer Charakter in die Erzählung eingebracht, Jakob, nur wer er ist und welche Bedeutung er in Maes Leben hat wurde erst sehr spät aufgelöst, jedoch blieben auch noch genügend Fragen offen und das hat mich ziemlich genervt.
Es ist nicht so, dass man dem Leser immer alles vorkauen muss, aber wenn man einen so schwierigen Charakter wie die junge Mae und ihr Handeln verstehen oder vielleicht auch akzeptieren will, dann muss die Autorin mehr Informationen geben. Diese Informationen gab es dann auch für mich, da ich an einer Leserunde mit Autorenbegleitung teilgenommen habe, aber das ist ja nicht der Normalfall.
In Maes Leben ist schon ziemlich früh der Tod eingetreten, ihr Bruder starb als sie gerade 10 war, dies führte wohl auch zum Bruch der Familie und dass sie abgehauen ist um mit ihrer Freundin Tamara auf der Straße zu leben. Irgendwann treten dann nacheinander Jakob und der HIV-infizierte Paul in ihr Leben – wobei Paul die Schlüsselfigur ist und Maes Leben noch mal auf den Kopf stellt.
Vielleicht waren die verschiedenen Zeitphasen, in denen das Buch erzählt ist (Tod des Bruders, Probleme mit der Mutter, Jakob, Paul) der jungen Autorin Cornelia Travenicek dann doch zu komplex, dass sie nicht alle offenen Fragen aufklären konnte. Hier geht es jetzt nicht darum wie es weitergeht (was man oft unter offenen Fragen verstehen kann) sondern warum was passiert ist, wieso hat Mae so gehandelt, was war der Auslöser für ihr Handeln?
Vielleicht fehlt auch an manchen Stellen, die Gedanken der anderen Charaktere – aber das kann man schwierig Miteinbeziehen weil eben das Buch von Mae, der Ich-Erzählerin erzählt wird.
Auch hat mir gefehlt, dass Mae ihre Gefühle und Gedanken beschreibt: was denkt man, wenn man sich auf eine Partnerschaft mit einem HIV-Infizierten einlässt, hat man Angst vorm Sex oder vor dem Tod des Partners? Hier wurden mal Überlegungen angekratzt, aber für so ein heikles und emotionales Thema viel zu oberflächlich, leider. Auch schien die Protagonistin mit oft sehr unsympathisch, dadurch hatte ich dann Schwierigkeiten mich in die Mae hineinzufühlen.
Ich denke, das Thema hätte sehr viel potential geht, leider hat mir zu viel gefehlt – da das Buch mit 186 Seiten sehr kurz ist, denke ich mit ein bisschen mehr Text und viel mehr Tiefe wäre das Buch bestimmt besser geworden.

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