In hellen Sommernächten - Burnside, John

John Burnside 

In hellen Sommernächten

Roman

Übersetzung: Bernhard Robben
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In hellen Sommernächten

"Ich will, dass der Leser das Irrationale für möglich hält, obwohl ihm der Verstand das Gegenteil sagt." (John Burnside)

Hoch oben im Norden, wo im Sommer das weiße Licht alle Konturen verwischt, ertrinken auf rätselhafte Weise junge Männer. Doch das scheint die wenigen Bewohner der Insel am Polarkreis nicht zu beunruhigen: Mehrdeutiges und Traumhaftes ist ihnen vertraut. Aber hat wirklich die rotgewandete Waldfee Huldra ihre Hand im Spiel, wie es die Sage behauptet? Die junge Liv, die mit ihrer berühmten Mutter am nördlichsten Rand der Insel lebt, glaubt zunächst nicht daran. Bis der alte Kyrre mit seinen Geschichten über die männermordende Huldra und die schöne, mysteriöse Maia ihre Vorstellungskraft beflügeln. Gelingt Liv die Lösung des Rätsels, oder verliert auch sie sich in einer Zwischenwelt aus Fantasie und Realität?

»In hellen Sommernächten« ist ein meisterhaftes Spiel aus Licht und Schatten, aus Sehen und Verstehen, das in eine Welt entführt, in der sich alle Gewissheiten auflösen.



Produktinformation

  • Verlag: Knaus
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 378 S. 220 mm
  • Seitenzahl: 384
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 135mm x 37mm
  • Gewicht: 595g
  • ISBN-13: 9783813504606
  • ISBN-10: 3813504603
  • Best.Nr.: 34502789

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ein "literarisches Kunstwerk", wie es nur selten zu feiern ist, macht Rezensentin Angela Schader in diesem jenseits des Polarkreises angesiedelten "poetisch-bösen Sommernachtstraums" aus, in dem der Autor nach "Glister" neuerlich junge Männer auf mysteriöse Weise verschwinden lässt. Fasziniert von der "sinnlichen Präsenz" dieser von einer Ich-Erzählerin geschilderten Welt macht die Rezensentin dabei im Geäst der verzweigten Geschichte, die nach und nach an die norwegische Sagenwelt rühre, noch "eine ganz andere Geschichte" aus, die Schader das Figurenensemble schließlich mit Motiven der hinduistischen Religion deuten lässt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2012

Vom Ertrinken im Sommer

John Burnsides neuer Roman erzählt die verstörende Geschichte eines einsamen Mädchens und beeindruckt mit Naturschilderungen, die in der Gegenwartsliteratur kaum ihresgleichen haben.

Von Daniel Kehlmann

In seinem 2009 auf Deutsch erschienenen dunklen Meisterwerk "Glister" erzählt der schottische Schriftsteller John Burnside zwei einander widersprechende Geschichten in einem. In einer heruntergekommenen Industriestadt verschwinden Kinder und werden vermutlich auf entsetzliche Weise getötet. Ein Junge, der Grund zur Annahme hat, dass er als Nächstes an der Reihe sein wird, lernt einen geheimnisvollen Mann kennen, eine Art Engel, der ihn vielleicht retten kann. Die letzten Seiten von "Glister" erzählen in einem Akt von im wahrsten Sinne des Wortes ungeheuerlicher Meisterschaft beides zugleich: die Befreiung aus der Hölle und ihren endgültigen Sieg, den Übergang ins Licht und einen grauenvollen Foltermord. Jeder Leser muss sich entscheiden, wie er die Geschichte deutet. Aber das Wissen, dass es neben der gewählten Lesart immer noch eine zweite gibt, erzeugt ein Gefühl der Verstörung, das man nicht leicht …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2012

Wenn junge Männer zu früh sterben
In seinem neuen Roman „In hellen Sommernächten“ lässt der schottische Autor John Burnside die weiblichen
Geister der nordischen Mythologie wiederaufleben – und setzt eine Spionin auf ihre Fährte  Von Thomas Steinfeld
Den „Spion Gottes“ gab es schon einmal. Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard hatte sich zu einem solchen Agenten erklärt. Dessen Aufgabe sei es, in der Mitte eines bürgerlichen Lebens, in einer friedlichen Stadt an der europäischen Peripherie auszuloten, was es mit dem Leben und dem Glauben tatsächlich auf sich habe. Und was immer er zu berichten hatte, vom wahren Ernst der Dinge, von dem, was Wahrnehmen und Wissen tatsächlich bedeutete, wies darauf hin, dass es sich dabei nur um entsetzlich große, schreckliche Dinge handeln könne. Wobei es zu dieser Geschichte gehört, dass der „Spion“ – oder „Polizist“, wie es bei Søren Kierkegaard an anderer Stelle heißt – eine Figur entwickelter staatlicher und ökonomischer Verhältnisse ist.
Der schottische Lyriker und Romancier John Burnside hat nun in seinem Roman „In hellen Sommernächten“ diesen Spion wiederbelebt. Aber …

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"John Burnside (...) bleibt auch als Prosaist ein Sprachschöpfer von einzigartigem Rang, und auf fast jeder Seite finden sich Naturschilderungen, die in der Gegenwartsliteratur kaum ihresgleichen haben."

"In diesem wunderbar dichten Roman treffen Wahn, Wahrnehmung und Wortgewalt aufeinander. Burnside erfasst auf fast übernatürlich klare Weise die Essenz unseres Daseins und die Regeln, durch die wir sie zu beschreiben versuchen." (Financial Times)

"Diese Unwirklichkeit plausibel zu machen, und den (manchmal selber geisterhaften) Personen dieses Buches nicht nur Lebendigkeit, sondern auch Kraft zu verleihen darin liegt die beträchtliche Kunst von John Burnside." (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung)

"Diese Unwirklichkeit plausibel zu machen, und den (manchmal selber geisterhaften) Personen dieses Buches nicht nur Lebendigkeit, sondern auch Kraft zu verleihen - darin liegt die beträchtliche Kunst von John Burnside."
John Burnside, geb. 1955 in Schottland, ist einer der profiliertesten Autoren der britischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet. 2012 erhielt er den Spycher: Literaturpreis Leuk.

Leseprobe zu "In hellen Sommernächten" von John Burnside

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