Tanz der Dienstmädchen - Brennan, Maeve

Maeve Brennan 

Tanz der Dienstmädchen

New Yorker Geschichten

Übersetzung: Oeser, Hans-Christian
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Tanz der Dienstmädchen

New Yorker, die es sich leisten können, wohnen in Herbert's Retreat. Hier fährt man Jaguar im Partnerlook, hält sich einen Theaterkritiker und beherrscht all jene Regeln einer exklusiven Gesellschaft, die so eisern wie unklar sind. Vor allem aber verfügt man über eine Aussicht auf den Fluss und über die besten irischen Dienstmädchen. Aus deren Perspektive wirft Maeve Brennan bitterböse Blicke hinter die Kulissen der Wohlanständigkeit. Denn Bridie, Agnes und Josie sind begeisterte Geschichtenerzählerinnen, und nichts bereitet ihnen mehr Vergnügen, als genüsslich über das seltsame Treiben ihrer Herrschaft zu tratschen.


Produktinformation

  • Verlag: Steidl
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 224 S.
  • Seitenzahl: 232
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 134mm x 25mm
  • Gewicht: 465g
  • ISBN-13: 9783869300788
  • ISBN-10: 3869300787
  • Best.Nr.: 28194656

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensentin Bernadette Conrad ist ein Fan von Maeve Brennan. Und auch dieser neue Band mit "schreiend grotesken" Geschichten, die alle in einer abgeschlossenen, privaten Wohnsiedlung bei New York spielen, hat ihr ausgezeichnet gefallen. Es geht um Macht und Unterdrückung, um den sozialen Status, den man hat oder zu erreichen wünscht, so Conrad. Manchmal genügt offenbar die Form einer Wärmflasche, diesen Status zu belegen. Brennan erzähle oft aus der Sicht der irischen Dienstmädchen, die ihrer Herrschaft - was "subtile Tücke" angeht - mühelos das Wasser reichen können. Conrad jedenfalls hat sich blendend amüsiert und hofft auf ein weiteres Buch aus dem anscheinend unerschöpflichen Nachlass Brennans.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.06.2010

Leopardenpantoffeln trägt man nicht
Die Besserverdienenden, von unten betrachtet: Maeve Brennans Erzählungsband „Tanz der Dienstmädchen“
Wer hört, dass Maeve Brennan, die es mit ihrer aus dem Nachlass herausgegebenen Novelle „The Visitor“ in den USA auf Anhieb zu einem der Klassiker des Genres gebracht hat, die Tochter des ersten Botschafters der irischen Republik in Amerika war; dass sie über Jahre der Redaktion des New Yorker angehörte, dass sie ihren Chefredakteur St. Clair McKelway heiratete; dass sie, ohne Rabatt wegen geistiger Leistung, als Schönheit durchging, die klug und witzig war, mit einer „Zunge, scharf wie eine Heckenschere“, der mag es etwas snobistisch finden, dass ausgerechnet sie die Welt der Reichen aus der Sicht der Untergebenen schildert, wie in dem jetzt auf Deutsch erschienenen Erzählungsband „Tanz der Dienstmädchen“.
Doch wenn man die Lebensumstände der 1917 in Dublin geborenen Schriftstellerin, die 1993 nach diversen Schizophrenieschüben einsam und verwahrlost in New York starb, etwas genauer betrachtet, wie es Angela Bourke in ihrer noch unübersetzten Biographie ( „Homesick at the ‚New …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.07.2010

Die Bienen und Drohnen von der Fifth Avenue

Maeve Brennan, die wiederentdeckte Erzählerin, lässt in ihren New Yorker Geschichten "Tanz der Dienstmädchen" kein gutes Haar an der feinen Gesellschaft.

Die Symbiose zweier Menschen bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese einander auch mögen. Charles zum Beispiel, der spitzzüngige Kritiker mit dem welken Ruhm, würde ohne seine Gönnerin Leona ein kümmerliches Dasein fristen - obwohl er sie insgeheim verachtet. Leona wiederum braucht Charles als Lehrer in Fragen des kultivierten Lebensstils. Ungeachtet dessen, dass sie sich nicht grün sind, versichern sich Charles und Leona beständig ihres Ranges auf dem gesellschaftlichen Parkett. Es stört sie nicht, dass Leonas Mann für die vielen Geschenke und Dinnerpartys aufkommt. Der Musenfreund und seine gelehrige Schülerin finden es jedoch degoutant, dass dieser Gatte sein Geld mit schnöder Erwerbsarbeit verdient.

Um Bienen und Drohnen, subtile Machtspiele und offene Hackordnungen geht es in Maeve Brennans Erzählungsband "Tanz der Dienstmädchen". Die mondäne New Yorkerin, 1917 in Irland geboren, veröffentlichte ihre sarkastischen Erzählungen und …

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"Von Erzählung zu Erzählung entsteht das bissige, aber fein akzentuierte Porträt einer mit sich selbst beschäftigten Gesellschaft." (Hans-Peter Kunisch, SZ)
Maeve Brennan, 1917 in Dublin geboren, trat 1949 in die Redaktion der Zeitschrift New Yorker ein. Bis 1973 veröffentlichte sie dort Kolumnen, Essays und Erzählungen. Sie starb 1993, mittellos, vereinsamt und vergessen, in New York.

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