Der Fundamentalist, der keiner sein wollte - Hamid, Mohsin

Mohsin Hamid 

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Roman

Aus d. Engl. v. Eike Schönfeld
Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
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Produktbeschreibung zu Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Ein Roman von großer Sprengkraft - aufrüttelnd, provozierend und mit einem unwiderstehlichen Sog. Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt. Der Pakistani Changez erzählt, wie er als junger, ehrgeiziger Gaststudent nach Princeton kommt und wie er den "amerikanischen Traum" par excellence erlebt. Als Vorzeigestudent wird er nach seinem Abschluss sofort von einer Elite-Firma engagiert. Er stürzt sich ins pulsierende Leben New Yorks, erhält durch seine reiche Freundin Erica Zugang zu Manhattans High Society und wähnt sich auf der Seite der Gewinner. Aber nach dem 11. September fällt der Traum vom unaufhaltsamen Aufstieg langsam in sich zusammen. Plötzlich erscheint Changez die Bindung an seine Heimat stärker als Geld, Macht und Erfolg. - All dies erzählt der Pakistani dem einsilbigen Amerikaner, dessen Motivation an dem Gespräch im Dunkeln bleibt. Allein im Spiegel des Erzählers zeichnet sich ab, dass der grausame Höhepunkt der Geschichte kurz bevorsteht. "Ein brillantes Buch." Kiran Desai, Booker Preisträgerin 2006

Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt. Der Pakistani Changez erzählt, wie er als junger, ehrgeiziger Gaststudent nach Princeton kommt und wie er den amerikanischen Traum par excellence erlebt. Als Vorzeigestudent wird er nach seinem Abschluss sofort von einer Elite-Firma engagiert. Er stürzt sich ins pulsierende Leben New Yorks, erhält durch seine reiche Freundin Erica Zugang zu Manhattans High Society und wähnt sich auf der Seite der Gewinner. Aber nach dem 11. September fällt der Traum vom unaufhaltsamen Aufstieg langsam in sich zusammen. Plötzlich erscheint Changez die Bindung an seine Heimat stärker als Geld, Macht und Erfolg. All dies erzählt der Pakistani dem einsilbigen Amerikaner, dessen Motivation an dem Gespräch im Dunkeln bleibt. Allein im Spiegel des Erzählers zeichnet sich ab, dass der grausame Höhepunkt der Geschichte kurz bevorsteht.

Produktinformation


  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 189 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 133mm x 19mm
  • Gewicht: 313g
  • ISBN-13: 9783455400472
  • ISBN-10: 3455400477
  • Best.Nr.: 22499991

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensent Georg Diez ist außerordentlich beeindruckt von diesem Roman, mit dem Mohsin Hamid seiner Ansicht nach die "rare Innenansicht" eines Pakistaners gelungen ist, der vom assimilierten New Yorker Upperclass-Mitglied zum Fundamentalisten wird. Und zwar jenseits aller "leitartikelnder Erklärungsstammelei". Denn Hamid schildert seinen Helden schillernd, als einen, der "alles hatte, um seine Fremdheit zu verdrängen", klug genug war, "sein Dilemma zu reflektieren" und trotzdem vom Princeton-Stipendiaten und hochbezahlten Mitarbeiter einer Unternehmensberatung in den Strudel gerät, "der die Gegenwart ist". Zu den großen Stärken des Romans gehört für den Rezensenten auch, dass Hamid eine "schwebende Unklarheit" über Motive und Seelenzustände seines Helden mit "größtmöglichem Realismus" zu verbinden versteht, und somit ein authentisches Bild der Ungewissheiten dieser Epoche liefert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.03.2007

Der Tag, an dem ich Amerika sitzen ließ
In der Höhle des Löwen: Mohsin Hamid fühlt sich in den Fundamentalismus ein / Von Hubert Spiegel

Ein amerikanischer Traum, ein Traum für alle Anti-Terror-Fachleute dieser Welt: Ein intelligenter junger Verdächtiger aus der islamischen Welt schildert in schönster Offenheit sein Leben, seine Gedanken, seine Beweggründe und verhehlt nicht einmal, was er am 11. September 2001 empfunden hat: "Ich schaltete den Fernseher an und hielt das, was ich da sah, erst für einen Film. Doch als ich weiterschaute, wurde mir klar, dass es keine Filmszenen waren, sondern die Nachrichten. Ich sah mit an, wie einer - und danach der andere - der Zwillingstürme des World Trade Center in New York einstürzte. Und dann lächelte ich. Ja, so abscheulich es auch klingen mag, meine erste Reaktion war eine bemerkenswerte Freude."

So werden Geständnisse eingeleitet. Aber für den Amerikaner, der dem jungen Pakistani lauscht, gleicht der Traum einem Albtraum. Denn der Ort der Handlung ist keine Hochsicherheitszelle in Guantánamo, sondern ein Straßencafé an einem Marktplatz in Bangalore. Mit dieser raffinierten Umkehrung der …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2007

Giftiger Tau
Elegant formulierte Drohung: Mohsin Hamids unheimlicher Roman „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte”
Es ist ein Witz, aber ein Witz wie ein Gewehrschuss. Die Sonne über Rhodos ist längst untergegangen, und die Nachwuchskräfte von Underwood, Samson & Company sonnen sich noch ein bisschen in der eigenen Brillanz und ihren phantastischen Zukunftsaussichten bei der New Yorker Unternehmensberatung, als einer von ihnen nach ihren Träumen fragt. Was genau wollen Sie mal werden? Schriftstellerin, sagt Erica. Belangloses, Erwartbares sagen die anderen. Nur Changez, der Hai, der Kämpfer, der Beste von allen, sagt: Diktator einer islamischen Republik mit Nuklearpotential. Es ist ein Witz, natürlich. Aber Changez ist Pakistani, und in dieser Sekunde fällt es den anderen zum ersten Mal auf.
Sacht wie vergifteten Tau lässt Mohsin Hamid das Unbehagen in sein Buch „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte” einsickern, aber am Ende ergießt es sich in einen dunklen Strom der Einschüchterung und Gewalt – und niemand ist über diese Entwicklung überraschter als Changez selbst. Zu rosig hatte seine Zukunft ausgesehen – Champagner, …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Kann der 11. September ein Leben so fundamental verändern? Kann ein Princeton-Absolvent, der in den USA Karriere gemacht hat, der westlichen Welt auf einen Schlag so entfremdet werden, dass er zurück in seine Heimat Pakistan zieht? Changez kann. Nicht gleich - die nach den Anschlägen halb totgeschlagenen pakistanischen Taxifahrer reichten noch nicht, auch nicht die Razzien in den Moscheen. Changez geht weiter seiner Arbeit nach - doch während einer Dienstreise nach Santiago schmeißt er kurz entschlossen doch alles hin. Mohsin Hamid gelingt mit "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" die eindrucksvolle Schilderung eines Menschen, der seine Handlungen hinterfragt und Konsequenzen zieht. Dabei lässt der in London lebende Schriftsteller ausschließlich seinen Protagonisten reden. Der trifft in der Altstadt von Lahore einen Amerikaner und erzählt ihm im Laufe eines Tages seine Lebensgeschichte - mit einem offenen Ausgang, der die gesamte Erzählung zur Interpretation freigibt. (jw)

"Ein brillantes Buch." Kiran Desai

"Der Versuch eines Autors aus der islamischen Welt, dem Westen auf Augenhöhe mit kritischem Blick, aber ohne die dräuende Macht eines zornigen Gottes im Rücken zu begegnen." NZZ

"Eine fesselnde Geschichte, die sich aufregender liest als jeder Thriller." Philip Pullman

"Ein wunderbar leicht lesbares, aber ziemlich unheimliches Buch. Selten wurde eine Drohung so elegant formuliert." Süddeutsche Zeitung

"Ein faszinierendes Leseerlebnis." ZDF Aspekte

"Ein bemerkenswerter Roman." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Wunderschön geschrieben, eine einzige Freude." Philip Pullman

"Ein brillantes Buch. Beherrscht und mit bewundernswerter Zurückhaltung stellt Hamid die aktuelle Vertrauenskrise zwischen West und Ost dar. Darüber hinaus beschreibt er eine Liebe, die - auch als sie nur noch auf einer trügerischen Hoffnung basiert - genauso wichtig ist, wie die zunehmende Bedrohung. Mit diesem ständigen Wechsel zwischen Politischem und Persönlichem entwirft Hamid das komplexe Porträt eines Fundamentalisten, der keiner sein wollte." Kiran Desai

Wunderschön geschrieben und hervorragend …

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»Der Versuch eines Autors aus der islamischen Welt, dem Westen auf Augenhöhe mit kritischem Blick, aber ohne die dräuende Macht eines zornigen Gottes im Rücken zu begegnen.«
Mohsin Hamid, geboren 1971, wuchs in Lahore, Pakistan, auf, studierte Jura in Princeton und Harvard und arbeitete in New York. Für seinen ersten Roman "Nachtschmetterlinge" erhielt er den Betty-Trask-Preis, sein Debüt wurde außerdem für den PEN/Hemingway Award nominiert und von der New York Times auf die Liste der bedeutendsten Bücher des Jahres 2000 gewählt. Hamid schreibt u. a. für Time, Guardian und New York Times. Er lebt in London.

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Kundenbewertungen zu "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von sabatayn76 am 06.04.2010 ***** ausgezeichnet
Inhalt:
In Alt-Anarkali trifft der Pakistani Changez auf einen Amerikaner, dem er einen langen Monolog über sein Studium in Princeton, seinen Job bei Underwood Samson und die Veränderungen in seinem Leben nach dem 11. September 2001 hält.

Mein Eindruck:
Changez korrigiert das stereotype Bild, das manch Europäer/Amerikaner von einem Pakistani/Muslim haben mag, spricht sich gegen Vorurteile aus und versucht, dem Amerikaner seine Sicht der Dinge und seine Weltanschauung nahe zu bringen. Er beschreibt, wie der geschätzte Mitarbeiter und unauffällige Pakistani, der in der Metropole New York lebt und dort in der bunten Vielfalt der Masse verschwindet, nach dem 11. September zum gefährlichen Quasi-Attentäter wird, der misstrauisch beobachtet wird und plötzlich auffällig und anders ist.

'Der Fundamentalist, der keiner sein wollte' ist ein Buch über die Unterschiede zwischen Orient und Okzident, über die Gedanken eines Menschen, der sich in der Ferne heimisch fühlte, nun jedoch schmerzlich erfahren muss, dass die neue Heimat die alte Heimat zum Feind gemacht hat, ein Buch über die Macht von Vorurteilen und die Schwierigkeit, diese überwinden zu können, ein Buch über die Veränderung von Überzeugungen und Einstellungen.

Mein Resümee:
Sehr zu empfehlen!

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Bewertung von Sebastian Otmtann aus Nürnberg am 11.08.2007 ***** ausgezeichnet
Das komplette Werk ist in einem Monolog geschrieben und das macht das Buch so lesenswert. Moshin Hamid zaubert hier eine große Prosa! Leicht zu lesen, interessant geschrieben, so das man immer mit dabei sein möchte und ab einem bestimmten Zeitpunkt denkt man sitzt selbst in dem Café in Pakistan und bekommt alles live mit.

Das verlorene Vertrauen zwischen dem Orient und dem Westen wird in diesem Buch dargestellt. Und auch dies ist ein Grund warum man dieses Buch gerade verschlingen möchte. In manchen Erzählungen findet man sich wieder aus seinem eigenen Alltag heraus, z.B. als Changez erzählt wie er nach dem 11. September komisch angeschaut wird als er in ein Flugzeug steigt. Immer wieder findet man auch Spitzfindigkeiten gegen Amerika und vor allem gegen die amerikanische Politik nach den Terroranschlägen.

Moshin Hamid schnappt mit diesem Buch einen Teil der Realität zwischen verschiedenen Nationen in unserem heutigen Jahrhundert auf und schafft es, dies geschickt zu verpacken. Da kann man nur empfehlen: kaufen sie dieses Buch, nehmen sie sich einen Abend Zeit und lassen sie die Geschichte von Changez erzählen, sie werden beeindruckt sein.

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