Psychodynamische Therapieplanung, Ziel- und Zeitbegrenzung, Praxisgerechte Nutzung der OPD-2, Bericht an den Gutachter. Mit Checklisten, Patientenfragebogen und Auswertungsmatrix
Einer der wichtigsten Realfaktoren in der Psychotherapie ist die
Notwendigkeit der Zeitbegrenzung. In der tiefenpsychologisch
fundierten Psychotherapie ist es erforderlich, mit Hilfe von
klaren, mit dem Patienten gemeinsam erarbeiteten Therapiezielen den
Therapieprozess zu strukturieren. Die eigentliche Kunst besteht
darin, sich auf umschriebene Therapieziele zu begrenzen und die
therapeutische Arbeit auf eine kleine Auswahl wesentlicher Foki zu
konzentrieren. Diese aktuell wirksamen Faktoren zu verstehen, zu
erklären und zu verändern, ist Hauptaufgabe des Psychotherapeuten.
Die festgelegten Ziele sollten dabei an dem ausgerichtet sein, was
dem Patienten mit seinen spezifischen Ressourcen möglich ist. Die
Autoren liefern zahlreiche Vorschläge und Beispiele für eine solche
praxisgerechte Therapieplanung und Fokusbearbeitung. Das praktische
Arbeitsbuch enthält zwei Patientenfragebögen (angelehnt an die
OPD-2) sowie eine hilfreiche Auswertungsmatrix, die zusätzlich als
Arbeitsmaterial im Internet per Download abrufbar sind.
Ein zentraler Faktor in der Psychotherapie ist die Notwendigkeit
der Zeitbegrenzung. Die Kunst der tiefenpsychologisch fundierten
Psychotherapie besteht darin, mit dem Patienten wesentliche
Therapieziele zu erarbeiten und den Therapieprozess zu
strukturieren. Hauptaufgabe des Psychotherapeuten ist es dabei,
einen therapeutischen Fokus zu bestimmen und die aktuell wirksamen
Faktoren zu verstehen, erklären und zu verändern. Die Autoren
liefern zahlreiche Vorschläge und Beispiele für eine praxisgerechte
Therapieplanung und eine effiziente Fokusbearbeitung.
Dr. med. Udo Boessmann, Jg. 1956, ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapeutische Medizin. In enger Zusammenarbeit mit seinem wichtigsten psychotherapeutischen Lehrer, Dr. med. Nossrat Peseschkian, bildet er, ermächtigt von der hessischen Landesärztekammer, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten in der Wiesbadener Akademie für Psychotherapie (WIAP) und in seiner Praxis aus. Die Schwerpunkte seiner Lehrtätigkeit sind Theoretische Grundlagen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, diagnostische und therapeutische Nutzung der Arzt-Patient-Beziehung mit besonderer Berücksichtigung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand, methodenübergreifende Supervision und Moderatorentraining.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: Begegnung und Entscheidung zu Beginn der Therapie Gegenwarts- und zukunftsorientierte Therapieplanung Die Entwicklung der Begriffe Fokus, Fokalkonflikt und Fokaltherapie Fokaltherapie nach Michael Balint Fokusformulierung im deutschsprachigen Raum Dysfunktionale Beziehungsmuster als dynamischer Fokus Das Thema des zentralen Beziehungskonfliktes Fokusorientierung in den Psychotherapie-Richtlinien und in der OPD-2 Die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) Beziehung, Konflikt, Struktur und Symptomentwicklung in der OPD-2 Operationalisierung der OPD-2-Achsen "Beziehung" und "Konflikt" A. Selbstbeschreibung des Patienten in seinen Beziehungen zu anderen (wie der Patient sich selbst im Kontakt zu anderen erlebt) B. Das Erleben des Verhaltens anderer durch den Patienten C. Beziehungsverhalten des Patienten aus Sicht des Therapeuten D. Selbsterleben des Therapeuten im Kontakt mit dem Patienten (Gegenübertragung) Der erste Schritt in der Behandlungsplanung: Das Strukturniveau nach OPD erfassen 1. Selbstwahrnehmung (eigener Körper, eigene Affekte, eigene Phantasiewelt, Selbstreflexionsvermögen und Identitätserleben) 2. Wahrnehmung anderer (Objekte) und Selbst-Objekt-Differenzierung 3. Emotionales Kommunikationsvermögen (Kontaktaufnahme, Empathie und Antizipation der Reaktionen anderer) 4. Affekt- und Impulssteuerung 5. Selbstwertregulierung 6. Bindung (Bindung eingehen, Hilfe annehmen, Bindung lösen, Variabilität der Bindung) 7. Objekt- und Selbstrepräsentanzen (positive innere Bilder von wichtigen Menschen, Objektkonstanz, achtsamer Umgang mit sich selbst) 8. Denken und Kognition Checkliste zum Strukturniveau (modifiziert nach OPD) Therapeutische Konsequenzen aus der Höhe des Strukturniveaus Therapeutisches Vorgehen bei konfliktbedingten Störungen Setting und Regelstundenzahl Therapiebeziehung Behandlungsfokus: Ressourcen erkennen und nutzen. Behandlungsfokus: Repetitive dysfunktionale Beziehungsmuster Behandlungsfokus: Die zentralen Konfliktthemen gemäß OPD Formulierung eines Fokalsatzes Altruistisch-depressive Neurosenstruktur Abhängige Strukturanteile Ängstliche Strukturanteile Zwanghafte Neurosenstruktur Histrionische Neurosenstruktur Emotional instabile Strukturanteile Paranoide Strukturanteile Schizoide Neurosenstruktur Narzisstische Strukturanteile Passiv-aggressive Strukturanteile Pseudounabhängige Strukturanteile Unbewusster Übertragungsfokus Ziel- und Zeitbegrenzung Patienten mit nur scheinbar gut integriertem Strukturniveau Therapeutisches Vorgehen bei strukturellen Störungen Setting Therapiebeziehung, Containing, Hilfs-Ich-Funktion Arbeit an den Aufträgen des Patienten und der zuweisenden Personen Behandlungsfokus: Erkennen und Nutzen von Ressourcen Strukturbezogene Behandlungsfoki im engeren Sinn Behandlungsfokus: Einseitige und rigide Beziehungsgestaltung Ziel- und Zeitbegrenzung Spezifische strukturbezogene Interventionen nach Rudolf Selbstkritische Fragen hinsichtlich des Therapieverlaufs Zum Schluss ein Fall aus der Praxis Fragebogen1 Patientenfragebogen 2, angelehnt an die OPD-2 Auswertungsmatrix für Patientenfragebogen 2 Sach- und Personenregister