Das Wahre, Schöne, Gute - Brücken zwischen Geist und Gehirn (eBook) - Manfred Spitzer
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Manfred Spitzer 

Das Wahre, Schöne, Gute - Brücken zwischen Geist und Gehirn (eBook)

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Das Wahre, Schöne, Gute - Brücken zwischen Geist und Gehirn (eBook)

Manfred Spitzers spannende Anthologien dieser Reihe feiern einen runden Geburtstag: Seit zehn Jahren beantwortet der Autor brisante Fragen des menschlichen Alltags mit neuesten Erkenntnissen aus der Gehirnforschung: 

Was kann ich in Zeiten finanzieller Krisen tun? - Nutzen Sie Ihre Bahnungseffekte! 
Wie erhöhe ich meine Lebenswartung? - Durch Geben! (macht seliger denn Nehmen) 
Warum verliebe ich mich immer in den gleichen Typ Mensch? - Schlag nach bei Ödipus! 

Brücken zwischen Gehirn und Geist werden im Alltag ständig gebaut. Dass dies auch - und sogar besser! - mit Spaß geschehen kann, demonstriert Spitzer immer wieder mit seinen erstaunlichen Essays.



Produktinformation

  • Abmessung: 185mm x 120mm
  • ISBN-13: 9783794565078
  • ISBN-10: 379456507X
  • Best.Nr.: 26024554
Da Spitzer die seltene Eigenschaft hat, sich als Mediziner klar und als Autor amüsant auszudrücken, werden komplizierteste Gehirnvorgänge plötzlich für uns Laien verständlich. Es kommt zu vielen "Aha"-Erlebnissen und einige "Unglaublich"-Ausrufe entfahren dem vergnügten Leser. www.mdr.de

"Spitzer greift aktuelle interessante Forschungsergebnisse aus der internationalen Wissenschaftsliteratur heraus, translatiert sie in eine allgemeinverständliche Sprache und kommentiert sie dann in seinem ureigenen Stil. Dies ist eine Kunst." (Zeitschrift für medizinische Psychologie)

"Da Spitzer die seltene Eigenschaft hat, sich als Mediziner klar und als Autor amüsant auszudrücken, werden komplizierteste Gehirnvorgänge plötzlich für uns Laien verständlich. Es kommt zu vielen "Aha"-Erlebnissen und einige "Unglaublich"-Ausrufe entfahren dem vergnügten Leser." - www.mdr.de
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer studierte Medizin, Psychologie und Philosophie in Freiburg, war Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg, Gastprofessor an der Harvard-Universität und am Institute for Cognitive and Decision Sciences in Oregon. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Grenzbereich der kognitiven Neurowissenschaft, der Lernforschung und Psychiatrie. Seit 1997 ist er Ordinarius für Psychiatrie in Ulm. Er ist Herausgeber des psychiatrischen Anteils der Zeitschrift 'Nervenheilkunde' und leitet das von ihm gegründete 'Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen' in Ulm. Er moderiert eine wöchentliche Fernsehserie zum Thema Geist und Gehirn.

Leseprobe zu "Das Wahre, Schöne, Gute - Brücken zwischen..."

"1 Leben ist lebensgefährlich (S. 1)

Über Risiken und Nebenwirkungen in Wissenschaft und Politik

Es vergeht kaum eine Woche, in der man nicht über Gefahren des Mobiltelefonierens durch die Zeitung oder (neuerdings) mithilfe ungebetener elektronischer Nachrichten – Enzensberger nennt sie Strompost – hingewiesen wird. Die Ungefährlichkeit von Handys sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, weswegen die Politik gefordert sei, hier etwas für die armen ahnungslosen Bürger zu tun. – Ist sie das?

Mobiltelefonieren ist nur eines von sehr vielen Beispielen dafür, dass Politik nicht nur im Verteilen von Geld, sondern auch im Abwägen von Risiken und Nebenwirkungen besteht. Erfände heute jemand das Auto und würde für seinen globalen Einsatz eine Million Menschenopfer im Jahr einfordern: Man würde ihn empört davonjagen.

Wir selbst jedoch haben das Auto eingeführt, und müssen erkennen, dass die Million Verkehrstoten (nicht zu reden von zusätzlich mehreren Millionen Verletzten und Behinderten) keineswegs das einzige sind, worüber wir uns den Kopf zerbrechen müssen: Chronische Lungenkrankheiten durch Feinstaub, Klimakatastrophen, Kriege wegen Öl und als neueste Nebenwirkung Hungersnöte durch Bio-Kraftstoff-Produktion setzen den Reigen der Nebenwirkungen des Autos fort.

Dass man bei Risiken und Nebenwirkungen den Arzt oder Apotheker fragen soll, pfeifen die Spatzen von den Dächern und aus den Radios. Weniger bekannt allerdings ist der Grund dafür: In der Medizin wird seit etwa 50 Jahren ein Verfahren in großem Stil eingesetzt, das es erlaubt, Wirkungen und damit auch Nebenwirkungen zu quantifizieren, um auf diese Weise mit Risiken besser umzugehen.

Wenn Leben immer lebensgefährlich ist, wie Erich Kästner sagt, dann kann es bei genauer Betrachtung der Dinge nur darum gehen, die Gefahren zu minimieren. Um nichts anderes geht es beim wissenschaftlichen Umgang mit dem Risiko. Betrachten wir ein Beispiel: Brustkrebs gehört zu den gefährlichsten Erkrankungen von Frauen, ist aber bei früher Erkennung nicht selten heilbar.

Daraus folgt, dass man Frauen eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) ab dem 50. Lebensjahr empfiehlt. Nun sind aber Röntgenstrahlen gefährlich, denn sie erzeugen Mutationen, weswegen sie mit einem bestimmten Risiko selbst Krebs verursachen können. Die medizinische Waffe gegen den Krebs macht ihn also auch selbst.

Es stellt sich zwangsläufig die Frage: Sollen sich Frauen nun einer Mammografie unterziehen oder nicht? – Wägt man die „Angst vor Strahlen"" und die „Angst vor dem Tod"" – und sonst nichts – gegeneinander ab, so kommt man nicht weiter. „Aus dem Bauch heraus"" lässt sich nicht sagen, was man tun soll. Aber man kann Risiken messen, indem man anhand großer Datenmengen relative Häufigkeiten bestimmt. Diese sind nicht das Gleiche wie Wahrscheinlichkeiten, aber eine gute Näherung.

Es wird geschätzt, dass von 10 000 Frauen jenseits des 50. Lebensjahres, bei denen über einen Zeitraum von zehn Jahren jedes Jahr eine Mammografie durchgeführt wird, eine durch Brustkrebs, der durch die Röntgenstrahlen verursacht wird, verstirbt (4), demgegenüber versterben in einer solchen Gruppe 60 an Brustkrebs, in einer gleich großen Gruppe von Frauen, die nicht zur Mammografie gehen, sind es jedoch 80.

Damit stehen 20 gerettete Leben einem verursachten Tod gegenüber. Oder anders gesagt: Frauen, die sich einer Mammografie unterziehen, leben länger (2)."

Inhaltsangabe

Vorwort ... 6
Inhalt ... 12
1 Leben ist lebensgefährlich ... 14
Über Risiken und Nebenwirkungen in Wissenschaft und Politik ... 14
2 Freiheit – eine gute Idee! ... 22
3 Das Wahre, Schöne und Gute ... 31
Ideen, Gehirnforschung und Aufklärung ... 31
4 Spielen und Lernen ... 47
Friedrich Schiller und der Wachstumsfaktor BDNF ... 47
5 Werbung für Kinder? ... 62
6 Altern im Betrieb ... 70
Gehirnforschung und Arbeitswelt ... 70
7 Überbieten ... 77
Gehirnforschung, Geld und Rettungspakete ... 77
8 Fairness und Serotonin ... 88
9 Geben ist seliger denn Nehmen 2.0 ... 94
Wie man Geld ausgibt, um glücklich zu sein ... 94
10 Gemeinschaft wärmt ... 102
Metaphern und Körperlichkeit (I) ... 102
11 Sich rein waschen ... 112
Metaphern und Körperlichkeit (II) ... 112
12 Ödipus im Angesicht ... 121
Sexuelle Prägung beim Menschen ... 121
13 Frontalhirn an Belohnungssystem ... 126
14 Dissonanz im Kopf ... 133
15 Blond – dummerweise! ... 144
16 Heim oder Familie? ... 148
17 Pubertät im Kopf ... 155
18 Vom Gehirn zum Modell – und zurück! ... 168
19 Zehn Jahre universitäre Psychiatrie in Ulm ... 177
20 Schurken-Poster, Neurofinance und die Zukunft der Neurowissenschaft ... 193
Sachverzeichnis ... 202

Inhaltsangabe

Leben ist lebensgefährlich. Über Risiken und Nebenwirkungen in Wissenschaft und Politik
Spielen und Lernen. Friedrich Schiller und der Wachstumsfaktor BDNF
Werbung für Kinder?
Pubertät im Kopf
Fairness und Serotonin
Gemeinschaft wärmt
Frontalhirn an Belohnungssystem
Altern im Betrieb. Gehirnforschung und Arbeitswelt
Vom Gehirn zum Modell - und zurück!
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