Das Matthäusevangelium spiegelt die schwierige politische,
gesellschaftliche und religiöse Situation im Judentum nach der
Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr 70. An der
Restitution des Judentums sind auch jüdische Christus-Gläubige
beteiligt, darunter die Gemeinschaft, für die dieses Evangelium
verfasst ist. Sie gehört zu einer Synagoge, in der pharisäische
Schriftgelehrte den Ton angeben. Der Autor des Matthäusevangeliums
stimmt mit ihnen in der Tora-Auslegung überein, setzt sich mit
ihnen aber wegen ihrer Ablehnung der Christus-Botschaft polemisch
auseinander. Der Kommentar arbeitet die jüdische Prägung des
Evangeliums heraus, die losgelöst von dieser Polemik der Erneuerung
des christlichen Verhältnisses zum Judentum starke Impulse geben
kann. Prof. Dr. Peter Fiedler lehrt Katholische
Theologie/Schwerpunkt Neues Testament an der Pädagogischen
Hochschule Freiburg/Brsg. Zielgruppen: TheologInnen, biblisch
Interessierte.