Können Tiere denken? - Brandt, Reinhard

Können Tiere denken?

Ein Beitrag zur Tierphilosophie

Reinhard Brandt 

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Können Tiere denken?

Tiere haben erstaunliche kognitive Fähigkeiten, ein diesen Fähigkeiten entsprechendes Bewußtsein und Formen des Selbstbewußtseins. Das Denken in diskreten Einheiten von Urteilen scheint ihnen jedoch nicht zugänglich zu sein, damit auch nicht die Unterscheidung von Bejahung und Verneinung und von wahr und falsch. Wie ist das Denken und damit das objektive Erkennen beim Menschen entstanden? Welche Rolle spielt das Gehirn bei Mensch und Tier?

Wir Menschen leben in zwei Welten, die paradoxerweise zugleich eine ist. Das Tageslicht, Gerüche, die Hauswand, an der wir entlanggehen und die wir nicht durchschreiten können - diese unsere Lebenswelt unterscheidet sich zunächst nicht von der des Hundes, der uns begleitet. Tiere nehmen sinnlich wahr wie wir, sie erschrecken wie wir bei einem lauten Geräusch, sie zeigen dieselbe freudige Erregung wie wir. Zugleich gibt es für uns eine andere, wiewohl identische Welt, von der die Tiere offenbar nichts wissen: Wir Menschen machen die Dinge zu Objekten der Erkenntnis; dieselbe Sonne, die uns blendet und die sich im Tageslauf langsam von Osten nach Westen bewegt, steht, so erkennen wir, fest im Zentrum des Planetensystems. Wir spüren die Kälte, aber wir erkennen in ihr zugleich die Ursache der Eisbildung; kein Tier weiß, was eine Ursache ist, kein Tier kann sich wundern, und auch denken kann es nicht.

These: Natürlich können Tiere denken. "Ach, Sie werden es nicht glauben, aber unser Leo versteht jedes Wort."Gegenthese: Natürlich können Tiere nicht denken. Es fehlen ihnen vor allem zwei Voraussetzungen des Urteilens und Denkens: Sie verfügen über keine geeigneten Begriffe, und sie kennen keine gemeinsame Öffentlichkeit, die durch das Zeigen geschaffen und im Urteil vertieft wird.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 159 S.
  • Seitenzahl: 159
  • Edition Unseld Bd.17
  • Best.Nr. des Verlages: 26017
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 111mm x 15mm
  • Gewicht: 108g
  • ISBN-13: 9783518260173
  • ISBN-10: 3518260170
  • Best.Nr.: 25547824

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Können sie nicht. Und der Mensch ist und bleibt in dieser Hinsicht ein Sonderfall. Wer es anders sieht, der hat einen falschen Begriff, etwa davon, was kognitive Kompetenz heißt. So sieht es der Philosoph Reinhard Brandt in seinem Buch. Er bringt dagegen ein differenzierteres, auf die Urteilskraft abzielendes Modell des menschlichen Geistes in Stellung. Marianna Lieder zeigt sich überzeugt von Brandts "eleganter Begriffsschärfe", wenn der Autor das Fressverhalten der Amsel von dem "referierenden, bejahenden und verneinenden urteilenden Denken" scheidet, das dem Menschen eignet. Wenn Brandt dennoch darauf verzichtet, das Tier mit einer instinktgesteuerten Maschine gleichzusetzen, indem er den Begriff der Psyche weiter fasst als etwa Descartes, ist Lieder zufrieden. Nur warnt sie mit Hume vor der Auffassung von einem allzu losgelösten menschlichen Erkenntnisvermögen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.07.2009

Verwandte im Federkleid

An der Denkfähigkeit scheiden sich die Geister von Mensch und Tier. Aber ist Denken alles? Reinhard Brandt fragt, wie es um die menschliche Einzigartigkeit bestellt ist.

Lässt sich die Rede von der Sonderstellung des Menschen, die er im Tierreich innehat, noch aufrechterhalten? Für den Marburger Philosophen Reinhard Brandt liefert selbst die einschlägige Forschung, die immer Eindrucksvolleres über die kognitiven Fähigkeiten von Tauben und Schimpansen offenbart, keinen Anlass, hier grundsätzlich etwas zurückzunehmen. Wenn er bei Vertretern der empirischen Disziplinen ebenso wie bei Fachkollegen die Tendenz feststellt, dem Menschen die Einzigartigkeit seiner geistigen Anlagen streitig zu machen, sieht er im Wesentlichen unzureichend geklärte Begrifflichkeiten am Werk. So lässt sich unter dem strapazierfähigen Konzept der "kognitiven Fähigkeiten" einiges zusammenfassen: die bloße Vorstellung einer räumlichen Gegebenheit ebenso wie das Lösen eines Kreuzworträtsels. Fürs argumentative Fortkommen hingegen scheint Brandt ein pointierteres Modell des menschlichen Geistes geeigneter.

Denken, präzisiert der Kant- und …

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Reinhard Brandt, geboren 1937, 1972 bis 2002 Professor für Philosophie in Marburg, Gastprofessuren in Bloomington, Canberra, München, Padua, Rom; Christian-Wolff-Professur in Halle, Gast des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Philosophie der Aufklärung, besonders Kants, der Rechtsphilosophie, Ästhetik, Anthropologie und Bildtheorie, das menschliche Denken und Erkennen in Urteilsform (Aristoteles, Kant).

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